"Fake News lassen sich nicht verhindern"

Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf die Kommunikation der Holding Graz?
Richard Peer: Was wir durch Corona derzeit erleben, ist definitiv ein großer Digitalisierungsschub. Vieles hat sich aufgrund des Social Distancing in den Online-Bereich verlagert, weshalb auch der Ausbau unserer digitalen Kanäle massiv beschleunigt wurde. Eine erhöhte digitale Interaktion mit den Bürgern beobachten wir etwa über die Graz-Mobil-App, die neben dem Online-Ticketkauf auch tagesaktuell zum Öffentlichen Verkehr in Graz informiert. Der Bedarf an digitaler Kommunikation ist jedenfalls gegeben: Mittlerweile verzeichnen wir rund 70.000 Downloads der App. Auch Bewegtbild-Formate wie etwa Erklärvideos setzen wir verstärkt ein. Jedenfalls ist es unsere Aufgabe, die Bürger, Mitarbeiter und Medien in Echtzeit und möglichst rasch zu informieren.

Welche Herausforderungen gilt es auch intern zu bewältigen?
Richard Peer: Die interne Kommunikation hat sich insofern verändert, als dass tägliche Abstimmungen derzeit fast ausschließlich über Video- und Telefonkonferenzen erfolgen. Der Bedarf an tagesaktueller Kommunikation bzw. Information ist allerdings mehr denn je gegeben, daher haben wir intern rasch eigene Tools und neue Strukturen geschaffen. Ein großer Dank gilt den Mitarbeitern der Holding Graz, die in dieser herausfordernden Phase täglich unter schwierigen Bedingungen und großem Druck seit Monaten großartige Leistungen erbringen und die Infrastruktur in Graz aufrecht erhalten.

Welche Kommunikationskanäle sind besonders wichtig?
Richard Peer: Was die externe Kommunikation anbelangt, informieren wir tagesaktuell über unsere Social-Media-Kanäle, die Website und die Holding-Apps. Flexibel auf neue Gegebenheiten reagieren zu können, ist in der Kommunikation aktuell wichtiger denn je. Wir setzen aber bewusst auf einen Mix aus klassischer und digitaler Kommunikation, um alle Altersschichten zu erreichen – dazu zählen etwa auch die Citylights und Plakate unseres Tochterunternehmens Ankünder sowie proaktive Pressearbeit und Medienkooperationen. Intern nutzen wir vor allem das Kommunikationstool „Webex“.

Wie geht man mit Fake News, etwa in sozialen Medien, um?
Richard Peer: Unsinn und Falschmeldungen lassen sich leider nicht verhindern. Deshalb geht es für uns um Authentizität. Die Informationen der Holding Graz sind daher seriös begründet und leicht nachvollziehbar. Wir setzen im Bereich Social Media vor allem auf Erklärvideos und Postings, die den Sachverhalt gut verständlich und für alle nachvollziehbar wiedergeben. Wichtig ist auch die direkte Kommunikation mit den Bürgern, etwa über Nachrichten oder Kommentare. Unser Anspruch ist es, innerhalb von 24 Stunden zu antworten.

Autor: Elisabeth Stolzer, 14.12.2020