Tauschrausch statt Kaufrausch

Was macht man mit den ausrangierten Kleidungsstücken, die qualitativ noch einwandfrei sind, die man aber einfach nicht mehr anziehen möchte? Die Jeans beispielsweise, die nicht mehr optimal sitzt, oder das süße Top, das vor zwei Jahren noch total angesagt war, jetzt aber leider nicht mehr zum Stil passt? Anstatt die Sachen wegzuwerfen, sollte man darüber nachdenken, jemand anderem damit eine Freude zu machen.

Geben und Nehmen.

Eine tolle Möglichkeit, seine aussortierten Sachen weiterleben zu lassen, ist, sie bei Kleidertauschpartys abzugeben. Meistens werden die mitgebrachten Kleider gewogen und je nachdem, wie viel man mitbringt, darf man sich dann auch wieder mit nach Hause nehmen. Dabei gibt es immer eine riesige Auswahl, bei der für jeden was dabei ist. Nicht nur Basic T-Shirts und Pullover, sondern auch echte Hingucker wie hochwertige Blazer und Blusen, schillernde Kleider und Jeans in allen Ausführungen findet man in den Kleiderbergen. Schmuck, Schuhe und Taschen suchen ebenfalls ein neues Zuhause.

Nachhaltigkeit.

Besonders in der Bekleidungsindustrie ist es mittlerweile höchste Zeit, nachhaltiger und ressourcenschonender zu denken. „Insgesamt hat die konventionelle Bekleidungs­industrie im Jahr 2018 mehr Treibhausgasemissionen verursacht als der gesamte Schiff- und Flugverkehr zusammen“, sagt Lorraine Wenzel von Zero Waste Austria.

Kleidertauschpartys fördern einen nachhaltigen Produktzyklus und machen Mode wieder wertvoll.
Lorraine Wenzel von Zero Waste Austria

Bewusster Umgang mit Mode kann dem entgegenwirken. „Bei Kleidertauschpartys und Second Hand Mode werden keine neuen Ressourcen verbraucht, sondern das genutzt, was im Umlauf ist, und das ist mehr als genug. In Deutschland z. B. werden pro Jahr 1,5 Milliarden Kleidungsstücke ausrangiert – davon ist über die Hälfte noch tragbar“, erklärt Wenzel. Außerdem bieten die Partys eine super Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, sich über Styling- und Modetipps auszutauschen und eine entspannte Shopping-Zeit zu genießen, ohne dabei Geld auszugeben. Mit einem Lächeln kann man dabei zuschauen, wie die eigenen, einst heißgeliebten Sachen einen neuen Besitzer finden und auch in den nächsten Jahren Freude schenken. Die meisten Veranstalter der Partys spenden außerdem die übrig gebliebenen Kleider, sodass auch wirklich nichts in der Tonne landet.

Upcycling.

Eine weitere Alternative zur Weiterverwendung alter Kleidungsstücke ist das Prinzip „Upcycling“. So kann man entweder seine Kleidungsstücke selber aufpeppen, beispielsweise mithilfe von YouTube-Videos, oder sie auch zur Schneiderin bringen. Außerdem gibt es mittlerweile viele Unternehmen, die auf Upcycling spezialisiert sind und aus alten Sachen neuwertige, kreative Produkte kreieren: www.restasch.com, www.amour-fou.at oder www.mein-lieblingsstueck.at. Und falls die Kleider irgendwann einmal wirklich unbrauchbar geworden sind, kann man sie immer noch als Putzfetzen verwenden.

Autor: Teresa Frank , 31.08.2020