Batik is back

Des einen Freud, des anderen Leid: Wenn es um das Batik-Muster geht, spalten sich die Meinungen wie kaum bei einem anderen Modetrend. Kritiker haben jedoch den Kürzeren gezogen, denn im Zuge des 90er-Revivals kehrt das bunte psychedelische Muster diesen Sommer zurück. Und hat durchaus vor, länger zu bleiben. 

Exkurs zur Geschichte

Der Ursprung des bekannten Batik-Musters liegt in Indonesien. Der Name leitet sich vom Wort "Mbatik" ab, was übersetzt so viel bedeutet wie "mit Wachs scheiben". Diese Bezeichnung stammt von einem traditionellen südostasiatischen Textilfärbeverfahren ab, bei dem verschiedene Muster per Hand mit flüssigem Wachs auf einem Kleidungsstück aufgetragen werden. Wird der Stoff anschließend eingefärbt, bleiben jene Stellen weiß, an denen sich das Wachs befunden hat - somit ergibt sich das bekannte Batik-Muster (auch Tie-Dye-Muster genannt). Richtig populär wurde das Muster erst in den 60er und 70er Jahren, als es einerseits Musiker wie Janis Joplin trugen und es andererseits zum Aushängeschild der Hippie-Bewegung wurde. Übrigens: Laut UNESCO zählt die Färbetechnik zum Weltkulturerbe. 

Trendalarm

Mittlerweile hat sich Batik jedoch von seinem Hippie-Image verabschiedet und den Weg auf die großen Laufstege dieser Welt gefunden. Edle Stoffe wie Samt oder Seide und elegante Schnitte machen den Trend nicht nur schick, sondern heben ihn auch in den Fashion-Olymp. Auf langen Kleidern, raffinierten Blusen und Rücken macht sich das Muster besonders schön. Denim und dunkle Töne sorgen hingegen für coole, edgy Looks. Und mit Klassikern we Blazern oder Anzugshosen wird das Muster sogar officetauglich. Prinzipiell ist erlaubt, was gefällt, für ein stilvolles Outfit sollten jedoch einige Regeln beachtet werden: Auf weitere dominante Muster und Farben sollte verzichtet werden und als Styling-Partner bieten sich Basics in neutralen Farben (Nude, Weiß, Schwarz) an. Im Alltag darf es auf jeden Fall etwas lockerer sein als im Büro. 

Batik-Mania

Warum Batik gerade wieder die Modewelt erobert, hat bestimmte Gründe Einerseits liegt es eben an der Rückkehr des 90er Chics, andererseits steht Batik für Individualität, Handarbeit und Nachhaltigkeit. Letzteres spielt eine immer wichtiger werdende Rolle in der Fashion-Industrie und zahlreiche Designer machen sich dafür stark. Einen besonders nachhaltigen Aspekt gewinnt das Muster dadurch, dass es leicht selbst zu machen ist. Batik steht aber auch für Frieden und Freiheit. Das Muster fungiert somit als ein starkes Statement in solch turbulenten Zeiten, was wiederum nur eines zeigt, nämlich dass die Mode ein Spiegel unserer Gesellschaft ist. Eine Gesellschaft, die der Zwietracht den Rücken kehren möchte.

DIY-Anleitung

Zum Batiken eignen sich am besten Stoffe aus Naturmaterialien wie z. B. Baumwolle oder Leinen.

Das wird gebraucht:

  • Paketschnur oder Kreppklebeband 
  • Textilfarbe
  • Farbfixierer
  • Eimer
  • Handschuhe
  • Langer Kochlöffel

Batiken in 3 Schritten

1.) Je nach benutzter Batik-Technik wird das Kleidungsstück verknotet, mit einer Schnur oder einem band umwickelt oder gefaltet. Je fester die Schnur gebunden ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Stellen darunter ganz weiß bleiben.

2.) Nun muss das Farbbad angemischt werden - auf der Verpackung der Farbe steht die genaue Wassermenge, die gebraucht wird. Die Wassertemperatur sollte ca. 40 Grad betragen. Wichtig ist es nun, die Handschuhe anzuziehen - danach kann die Farbe ins Wasser gegeben werden und mit dem Kochlöffel verrührt werden. Das Textilstück muss nun für eine Stunde ins Farbbad gelegt werden und sollte vollständig bedeckt sein.

3.) Nachdem das Textilstück aus dem Wasser geholt wurde, muss es für 15 Minuten in das Fixierbad gelegt werden. Danach muss es gründlich ausgewaschen werden - dann aufhängen und trocknen.

Tipp: Den Stoff vor dem ersten Farbbad waschen. Außerdem wird die Farbe vom Stoff besser aufgenommen, wenn er bereits nass ist. 

08.08.2020