Heizkosten in Salzburg: Wie teuer kommt die CO2-Steuer?

Da die türkis-grüne Koalition durch den Rückzug von Kanzler Sebastian Kurz gerettet scheint, dürfte auch ihr Prestigeprojekt, die Steuerreform, umgesetzt werden. Kernpunkt dieser Reform ist bekanntlich die „CO2-Bepreisung“ von fossilen Brennstoffen. Aus Rücksicht auf die steigenden Gaspreise wurde der Start dieses Emissionsaufschlag von 30 Euro pro Tonne Kohlendioxyd dankenswerter Weise erst mal verschoben. Er wird erst ab Juli 2022 schlagend.

17 Prozent der Haushalte heizen noch mit Öl

Was bedeutet er dann in Zukunft für die Heizkosten? Im Bundesland Salzburg werden 17 Prozent aller Haushalte mit Ölkesseln geheizt, 9 Prozent mit Erdgas. Diese beiden Energieträger sind in erster Linie von der CO2-Bepreisung betroffen. Zwar wird auch bei der Versorgung mit Fernwärme (32 Prozent aller Salzburger Haushalte) neben Biogas und Abwärme klassisches Erdgas als Energieträger eingesetzt, aber hier soll es laut Ministerium eine Sonderregelung geben.

Leonore Gewessler | Credit: Lisi Niesner / REUTERS / picturedesk.com

Der CO2-Preis steigt sukzessive

Für kleine Einpersonen-Haushalte mit Gastherme und einem Verbrauch von jährlich 3,2 Megawattstunden (gerechnet werden 200 kg CO2 pro MWh) ergibt sich eine Verteuerung um 20 Euro pro Jahr. Mittlere Haushalte verbrauchen pro Jahr um die 14,8 Megawattstunden, was knapp drei Tonnen CO2 freisetzt und somit 90 Euro kostet. Da der CO2-Preis bis 2025 sukzessive auf 55 Euro pro Tonne steigen wird, werden in vier Jahren dann 165 Euro Mehrkosten fällig.

Wie sehr wird das Heizen mit Öl teurer?

Vorausgeschickt sei, dass für „Heizöl leicht“ ein Äquivalent von etwa 300 kg CO2 pro MWh gilt. Für ein thermisch saniertes Einfamilienhaus mit einer Ölheizung bringt die CO2-Steuer laut einer Rechnung der Österreichischen Energieagentur zusätzliche Kosten von 115 Euro pro Jahr. Ist das Haus nicht saniert, schnalzen die Heizkosten um satte 300 Euro hinauf.

Geld retour mit dem Ökobonus

Und jetzt wird’s kompliziert. Man bekommt nämlich das, was man mit der Kohlendioxyd-Steuer bezahlt, über den pro Kopf ausbezahlten „Ökobonus“ wieder zurück. Dieser richtet sich nach der Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Je schlechter diese ist, desto mehr bekommt man zurück. Bewohner größerer Städte wie Salzburg oder Hallein erhalten 133,- Euro pro Kopf und Jahr, Einwohner größerer Gemeinden wie Saalfelden oder Obertrum bekommen 167.- und in Orten des ländlichen Raum wie Lamprechtshausen oder Maria Alm erreicht der Ökobonus die maximalen 200 Euro.  

Autor: Gert Damberger, 11.10.2021