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Im Rahmen einer Pressekonferenz haben am 14.4.2026 Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, Bürgermeister Bernhard Auinger und FC Red Bull Salzburg-CEO Stephan Reiter wichtige Details zum UEFA Super Cup präsentiert.
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, Bürgermeister Bernhard Auinger und FC Red Bull Salzburg-CEO Stephan Reiter mit dem Supercup-Pokal.
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, Bürgermeister Bernhard Auinger und FC Red Bull Salzburg-CEO Stephan Reiter mit dem Supercup-Pokal.
Land Salzburg/Franz Neumayr

Millionen-Event: So viel kostet der UEFA-Supercup Salzburg

19.05.2026 um 08:48, Yunus Emre Kurt
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Der UEFA-Supercup sorgt in Salzburg für politische Diskussionen. Stadt, Land und Tourismus investieren gemeinsam 400.000 Euro in das internationale Event.

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Salzburg wird im August zur Bühne für ein internationales Fußball-Großereignis. Am 12. August treffen beim UEFA-Supercup der Sieger der Champions League und der Gewinner der Europa League in Wals-Siezenheim aufeinander. Rund um das Spiel plant die Stadt Salzburg ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Fan-Festival, Fan-Zonen und Promotionsmaßnahmen. Dafür stellt die öffentliche Hand insgesamt 400.000 Euro bereit. 

Die Finanzierung wurde nun im Kulturausschuss beziehungsweise Stadtsenat behandelt und mehrheitlich beschlossen.

Fan-Festival am Residenzplatz geplant

Begleitet wird der UEFA-Supercup von einem großen Fan-Festival am Residenzplatz sowie sogenannten Fan Meeting Points am Kapitelplatz und im Volksgarten. 

Die Stadt Salzburg übernimmt dabei als offizielle „Host City“ die Gesamtverantwortung für Planung, Organisation und Durchführung der Veranstaltungen. 

Die Kosten in Höhe von 400.000 Euro teilen sich mehrere Institutionen: 

  • Stadt Salzburg: 100.000 Euro
  • Tourismus Salzburg GmbH (TSG): 100.000 Euro
  • Land Salzburg: 50.000 Euro
  • Tourismusförderungsfonds: 150.000 Euro 

Mit dem Geld sollen neben den Fan-Zonen auch begleitende Marketing- und Promotionsmaßnahmen finanziert werden.

Politik diskutiert über Steuergeld

Die öffentliche Finanzierung sorgt allerdings für politische Diskussionen. Vor allem die KPÖ kritisiert den Einsatz von Steuergeld für ein Fußball-Event der milliardenschweren UEFA scharf. „Die UEFA verfügt über 550 Millionen Euro aktives Kapital. Für uns ist es daher unverständlich, dass die Stadt für dieses Event in Zeiten knapper Budgets 200.000 Euro in die Hand nehmen soll“, erklärte KPÖ-Kultursprecher Nikolaus Kohlberger.

Aus Sicht der Kritiker wäre das Geld bei regionalen Sport- und Kulturvereinen besser aufgehoben. „Damit könnte man auch die Salzburger Sport- und Kulturvereine bei den steigenden Betriebskosten entlasten“, so Kohlberger weiter. Die KPÖ kündigte deshalb bereits an, sowohl im Stadtsenat als auch später im Gemeinderat gegen die Förderung zu stimmen.

Befürworter erwarten Millionen-Effekt

Die Befürworter des Projekts verweisen hingegen auf die wirtschaftlichen Vorteile des UEFA-Supercups. Allein die UEFA soll bereits rund 800 Hotelzimmer in Salzburg reserviert haben. Zusätzlich erwarten sich Tourismusvertreter internationale Aufmerksamkeit, höhere Nächtigungszahlen sowie zusätzliche Umsätze in Gastronomie und Handel. 

Von einer möglichen „Umwegrentabilität in Millionenhöhe“ ist die Rede. Auch deshalb gilt die politische Zustimmung trotz der Kritik als gesichert. Die Regierungsparteien unterstützen das Vorhaben und sehen darin eine große Chance für den Tourismusstandort Salzburg.

Diskussion um Host-City-Rolle

Für Diskussionen sorgt außerdem die Frage, warum ausgerechnet die Stadt Salzburg als offizielle Gastgeberstadt auftritt. Das Stadion in Wals-Siezenheim liegt bekanntlich nicht auf Stadtgebiet, sondern in der Nachbargemeinde Wals-Siezenheim. 

Trotzdem übernimmt die Stadt Salzburg als „Host City“ zentrale organisatorische Aufgaben und trägt einen wesentlichen Teil der Finanzierung.

Internationale Fußball-Bühne für Salzburg

Sportlich gilt der UEFA-Supercup zwar oft als weniger bedeutend als Champions League oder Europa League, dennoch zählt das Spiel zu den größten internationalen Fußball-Events des Jahres. 

Mögliche Teilnehmer sind unter anderem Paris Saint-Germain, Arsenal, Freiburg oder Aston Villa.

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