Von Salzburg nach Wien im Kajak – geht das?

Ein Boot auf der Salzach ist eine Seltenheit, sieht man von der „Amadeus und dem Amphibienbus ab, die normalerweise Touristen ein paar Kilometer Richtung Hellbrunner Brücke und retour befördern. Der kalte Gebirgsfluss lässt wegen der vielen Kraftwerke und des wechselnden Wasserstandes keine reguläre Schifffahrt zu.

Verbot im Stadtgebiet

Auch Paddler oder Ruderer sieht man im Stadtgebiet nur äußerst selten. Der Grund liegt darin, dass zwischen dem Müllnersteg und dem Traklsteg in Lehen das Bootsfahren wegen zu großer Gefahr verboten ist. Die entsprechende Verordnung stammt aus dem Jahr 2001 und soll verhindern, dass Wassersportler in einen Sog geraten, der immer wieder dann entsteht, wenn bei Wartungsarbeiten der Kraftwerksstufe Salzburg-Lehen der Wasserspiegel gesenkt wird. Abgesehen von diesem relativ kurzen Stück ist der Unterlauf der Salzach für Kleinboote grundsätzlich gut befahrbar. Die für normale Paddler nicht fahrbaren Stromschnellen beim Umspannwerk Hagenau vermeidend, ist die beste Einstiegstelle eine Rampe nahe der Lokalbahn Haltestelle Muntigl.

 

Burghausen

Von Oberndorf nach Braunau

Der Tourveranstalter und Kanuverleiher „genusspaddeln.at in Salzburg bietet seit Jahren geführte Kajaktouren von Oberndorf über Burghausen bis nach Braunau am Inn an. Mit Übernachtung in Burghausen nehmen sich die genusspaddler dafür zwei Tage Zeit. Die Fließgeschwindigkeit der Salzach hängt vom Wasserstand ab. Mit 5 bis 7 km/h darf man schon rechnen. 

Für das Paddeln auf Flüssen wie Salzach, Inn oder Donau mit Kajak/Kanu sei keine Genehmigung und auch kein Bootsführerschein erforderlich, sagt Heinrich Breidenbach vom dreiköpfigen „genusspaddeln-Team. „Es ist somit grundsätzlich auch möglich, die Strecke Salzburg-Wien mittels Kajak/Kanu zurückzulegen, sagt der erfahrene Tourenpaddler. Das wichtigste sei neben der richtigen Ausrüstung eine detaillierte, aktuelle Flussbeschreibung, wie sie etwa auf www.flusswandern.at zu finden ist und in der Gefahrstellen oder Flussbauwerke (Schleusen, Kraftwerke) verzeichnet sind, die man umgehen muss. Zu diesen Zweck wird das Boot auf ein mitgeführtes, leichtes „Wagerl verfrachtet.

Kajak auf der Salzach

Brücken und Bäume

„Die größte Gefahr für Flusspaddler sind im Wasser liegende Bäume und Brückenpfeiler , sagt Breidenbach. „In den Ästen kann man sich wie in einem Sieb verfangen und an die Pfeiler von Brücken können Boote so gedrückt werden, dass ein Freikommen schwierig ist. Diesen Hindernissen sollte man also großräumig ausweichen. Abgesehen davon stelle das gemächliche, kontemplative Paddeln auf Flüssen kein großes Risiko dar, meint Breidenbach. Trotzdem rät er davon ab, ein Kajak anzuschaffen und einfach loszufahren. „Ein Kurs bei einem Club oder einem Tourenanbieter schadet nie. Einfach, damit man weiß, was einen erwartet.

Flussauen
Autor: Gert Damberger , 09.10.2020