Die Top 7 der bedeutenden Salzburgerinnen

Constanze Mozart (1762-1842)

„Wolferl“ hatte die Sopranistin Constanze Weber gegen den Willen seiner Eltern geheiratet. Die glückliche Ehe dauert nur neun Jahre, Constanze erbt nach dem Tod des Gatten eine Unmenge Schulden und muss sich und zwei Kinder allein durchschlagen. Sie schreibt später die erste W.A. Mozart-Biografie. Vor einigen Jahren wurde im Stadtarchiv Altötting ein vermutlich im Jahr 1840 aufgenommenes Foto entdeckt, das (möglicherweise) Constanze Mozart zeigt (im Bild ganz links).

Conatanze Mozart? | Credit: Karl Klemens della Croce - Stadtarchiv Altoetting

Emilie Kraus (1785-1845)

Die aus Idria (heute Slowenien) stammende Emilie Kraus wird 1805 bei einem Empfang in Wien Kaiser Napoleon vorgestellt, der sie prompt zu einer Mätresse macht. Das Verhältnis dürfte einige Jahre gedauert haben. Sicher ist, dass sie 1812 quasi als „Abfertigung“ eine stattliche Summe erhält. Emilie Kraus erwirbt den Rauchenbichlerhof  in Schallmoos. Wegen ihrer maßlosen Tierliebe wird sie in Salzburg „Hundsgräfin“ genannt. 1832 enden die Zahlungen aus ihrer „Pension“ abrupt, ihr Ziehvater hatte das ihm anvertraute Kapital veruntreut. Kraus wird delogiert und stirbt völlig verarmt in einer Hütte an der Fischach.

Paula Fichtl (1902-1989)

Die in Gnigl geborene Paula Fichtl muss ab ihrem 12. Lebensjahr arbeiten. 1928 bekommt sie eine Stelle als Zimmermädchen im Haushalt von Sigmund Freud in Wien, wo sie Köchin, Haushälterin, Empfangsdame und Vertraute in einer Person wird. 1938 emigriert sie mit dem Ehepaar Freud und dessen Tochter Anna in letzter Minute nach England. Nach Freuds Tod arbeitet sie weiter für Anna Freud, die in London das Werk ihres Vaters weiterführt. Paula Fichtl, die von Bruno Kreisky mit dem Großen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet wurde, verbrachte ihren Lebensabend in einem Seniorenheim in Oberalm.

Irma v. Troll-Borostyáni (1847-1912)

Die heute weitgehend vergessene Vorkämpferin für Frauenrechte wurde in Salzburg als Marie v. Troll geboren, wählte aber später den Namen Irma. Nach ihrer musikalischen Ausbildung in Wien beginnt sie als Journalistin zu arbeiten und veröffentlicht das Buch „Die Mission unseres Jahrhunderts“. Darin fordert sie unter anderem die gesetzliche Ehescheidung, das Frauenwahlrecht und das Verbot der Prostitution. Irma v. Troll-Borostyáni (so heißt sie nach ihrer Heirat mit einem ungarischen Journalisten) kehrt schließlich nach Salzburg zurück, schreibt sozialkritische Literatur und lebt als stadtbekannte Exzentrikerin in einer Frauen-WG in der Riedenburg.

Rosa Kerschbaumer-Putjata (1851–1923)

Die gebürtige Russin war die erste in Österreich dank einer Sondergenehmigung Kaiser Franz Josephs zugelassene Ärztin. Sie leitete in Salzburg eine Augenklinik und behandelte viele Arme kostenlos.

Rosa Kerschbaumer-Putjata | Credit: NB-Bildarchiv / picturedesk.com

Friderike Zweig (1882-1971)

Stefan Zweigs erste Ehefrau war selbst Schriftstellerin. Als Jüdin konnte sie rechtzeitig in die USA emigrieren. Nach Zweigs Tod im Exil betreute sie jahrzehntelang dessen umfangreichen literarischen Nachlass.

Friderike Zweig| Credit: Archiv Setzer-Tschiedel / Imagno / picturedesk.com

Barbara Krafft (1764-1825)

Barbara Krafft, geboren in Iglau (heute Tschechien), war die Tochter eines Porträtisten und lernte bei ihrem Vater das Handwerk der Malerei von der Pike auf. Sie wurde dann selbst eine freiberufliche, erfolgreiche Künstlerin, was in der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich war. Sie ließ sich schließlich in Salzburg nieder, wo sie (posthum, nach den Angaben seiner Schwester Nannerl) das allseits bekannte Mozart-Porträt schuf.

 

Barbara Krafft | Credit: Barbara Krafft, mutmaßliches Selbstporträt der Malerin/Salzburg Museum
Autor: Gert Damberger, 21.01.2022