So steht es um das neue LASK-Stadion

In elf Monaten startet der Spielbetrieb in der neuen LASK-Arena – ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant. Der Kostenrahmen (ca. 65 Mio. Euro) soll laut Klub eingehalten werden, die "Raiffeisen-Arena" erachtet man als "absolut notwendig".
Autor: Philipp Eitzinger, 01.03.2022 um 14:08 Uhr

Wer dieser Tage auf dem Froschberg unterwegs ist, sieht schon von Weitem die Kräne – dort, wo bis vor einem Jahr ein Fußballstadion stand und wo jetzt ein neues entsteht. Dass sich der ursprüngliche Zeitplan bis Sommer nicht ausgeht, ist den internen Querelen um den damaligen Geschäftsführer der "LASK Arena GmbH und Co. KG" und Klub-Vizepräsidenten Manfred Zauner geschuldet: Offenkundig nicht vorschriftsgemäß durchgeführte Ausschreibungen mussten neu durchgeführt werden.

Der Plan sieht nun vor, dass das neue Stadion zum Frühjahrsauftakt der Saison 22/23 Mitte Februar in Betrieb sein wird. Die eigentlich im Sommer 2022 auslaufende Spielgenehmigung der Gemeinde Pasching wurde unter dem frisch gewählten Bürgermeister Markus Hofko (ÖVP) um das nötige halbe Jahr verlängert – mit Vorgänger Peter Mair (SPÖ) hatte es lange Verhandlungen gegeben, dass die Schwarz-Weißen überhaupt in Pasching spielen durften.

Mindestens 19.008 Plätze

Eine frühere Fertigstellung wäre theoretisch möglich, aber finanziell nicht sinnvoll, da die Herbstsaison wegen der WM in Katar (ab 21. November) bereits einen Monat früher endet als normal. Geplant sind "mindestens 19.008 Plätze", wie der Klub mit Hinweis auf sein Gründungsjahr 1908 bestätigt, vermutlich werden es rund 20.000 sein. In der Liga kalkuliert der Verein mit einem Zuschauerschnitt von etwa 10.000 bis 12.000 Zusehern. Aktuell in Pasching dürfen rund 6.000 Menschen ins Stadion, die Auslastung liegt seit dem Bundesliga-Aufstieg 2017 praktisch immer bei 100 Prozent.

Was die Kosten angeht, rechnet der Klub damit, dass die veranschlagten Kosten von rund 65 Millionen Euro eingehalten werden. Zum Vergleich: Das 2016 eröffnete neue Rapid-Stadion hat rund 53 Millionen Euro gekostet, die 2018 abgeschlossene Totalrenovierung des Austria-Stadions etwa 40 Millionen Euro. Im Falle von Rapid sind die Zuseher-Zahlen nach Eröffnung des neuen Stadions im mehrjährigen Schnitt um 27 Prozent angestiegen, bei der Austria immerhin um 12 Prozent und bei Salzburg (in der Vor-Red-Bull-Zeit) um satte 45 Prozent.

Stadion notwendig

Das Sport-Budget soll unter den Finanzierungskosten nicht leiden: Der operative Etat soll im Gegenteil sogar etwas steigen, auch unabhängig von den satten Europacup-Prämien. Der Grund: Durch das neue Stadion werden auch erhebliche Mehreinnahmen erwartet, beispielsweise durch den Verkauf der ausgesprochen lukrativen VIP-Logen und natürlich durch das zu erwartende erhöhte Zuschaueraufkommen. Daher sieht der Verein das Stadion als "absolut notwendig" an, um sich langfristig in der Top-5 in Österreich zu etablieren – sonst stößt man gegen eine gläserne Decke.

Tenor: Salzburg wird immer unerreichbar bleiben und Rapid hat auch ein spürbar höheres Budget - aber das Niveau von Sturm Graz und Austria Wien (wo es immer noch hohe Ausgaben trotz horrender finanzieller Außenstände gibt) ist in jener Größenordnung, die auch der LASK zur Verfügung hat.

Sollte es sich über den Umweg Playoff doch noch für den Europacup ausgehen, würden die internationalen Spiele im Sommer und Herbst 2022 wohl wieder in St. Pölten absolviert, so wie auch das kommende Conference-League-Match gegen Slavia Prag.