Sanierung gescheitert: Salzkammergut Media vor dem Aus
Die Krise in der heimischen Industrie fordert ein prominentes Opfer im Bundesland Oberösterreich. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) offiziell bekannt gibt, schlittert die traditionsreiche Salzkammergut Media GmbH endgültig in den Konkurs. Nachdem in den vergangenen Monaten intensiv an einer Fortführungslösung, im Rahmen eines Insolvenzverfahrens, gearbeitet wurde, musste der eingebrachte Sanierungsplan nun zurückgezogen werden. Die wirtschaftliche Stabilisierung im Rahmen der laufenden Insolvenz konnte nicht erreicht werden, womit das Schicksal des Gmundner Traditionsbetriebs besiegelt ist.
Sanierungsplan zurückgezogen: Insolvenzverfahren wird zum Konkurs
Die Hoffnung auf eine Rettung im laufenden Sanierungsverfahren hat sich zerschlagen. Da die finanzielle Stabilisierung der Gesellschaft letztlich nicht realisiert werden konnte, wurde das Verfahren am zuständigen Gericht nunmehr in ein reguläres Konkursverfahren umgewandelt. Der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter hat nun die Aufgabe, das noch bestehende Vermögen der Gesellschaft bestmöglich zu verwerten, um die Ansprüche der Gläubiger zu bedienen. Eine erneute Anmeldung der Insolvenzforderungen ist für die Gläubiger laut AKV jedoch nicht erforderlich, da das ursprüngliche Verfahren unter der geänderten Bezeichnung einfach fortgeführt wird.
Fünf Standorte in Oberösterreich bereits geschlossen
Die wirtschaftliche Schieflage und die daraus resultierende Pleite führten in der Zwischenzeit bereits zu drastischen strukturellen Maßnahmen. Folgende fünf Standorte des Druckunternehmens wurden bereits dauerhaft geschlossen:
- 4532 Rohr im Kremstal, Oberrohr 9
- 4050 Traun, Hugo Wolf Straße 14
- 4240 Freistadt, Werndlstraße 2–4
- 4820 Bad Ischl, Salzburger Straße 32a
- Back Office am Standort 4810 Gmunden, Druckerstraße 4
Restlicher Druckereiverbund nicht von der Pleite betroffen
Die Geschäftsführung des Gmundner Druckhauses zeigt sich sichtlich enttäuscht vom endgültigen Scheitern der Rettungsmaßnahmen, bemüht sich jedoch zeitgleich um eine klare Abgrenzung zu den Partnerbetrieben. Die rechtlich eigenständigen Unternehmen des restlichen Druckereiverbundes seien von den Turbulenzen nicht betroffen, wie Geschäftsführer Daniel Fürstberger in einer Aussendung erklärt: „Die vergangenen Monate waren für alle Beteiligten herausfordernd. Wir haben intensiv daran gearbeitet, das Unternehmen zu stabilisieren und fortzuführen. Dass dies letztlich nicht gelungen ist, bedauern wir sehr. Gleichzeitig ist es uns wichtig klarzustellen, dass das Konkursverfahren ausschließlich die Salzkammergut-Media GmbH betrifft. Die rechtlich eigenständigen Unternehmen Druckerei Mittermüller, WIGO Druck, Stiepel Druck und Gugler Medien sind davon nicht betroffen und setzen ihre Geschäftstätigkeit unverändert fort.“
Die genannten Partnerbetriebe führen ihren regulären Geschäftsbetrieb unverändert weiter. Man wolle für die Bestandskunden ein verlässlicher Partner bleiben. Laut Fürstberger verfügen diese Firmen weiterhin über die gewohnte „umfassende Druck- und Beratungskompetenz“.
Tiefgreifender Wandel stellt Druckbranche vor Herausforderungen
Die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit liegen laut dem Management vor allem in den massiven strukturellen Veränderungen des gesamten Marktes in den letzten Jahren. Faktoren wie die voranschreitende Digitalisierung, veränderte Bestellgewohnheiten, spürbar kleinere Druckauflagen und immer kürzere Produktionszyklen setzen den Betrieben stark zu: „Viele Menschen verbinden mit Druckereien noch immer Folder oder Kataloge. Tatsächlich hat sich unsere Branche massiv verändert. Projekte werden schneller, individueller und stärker vernetzt. Diese Veränderungen erfordern laufende Anpassungen und stellen viele Druckunternehmen vor große Herausforderungen“, so Fürstberger abschließend.