Gefahrgut-Alarm: Phyrnautobahn bei Ried gesperrt
Ein dramatischer Zwischenfall auf der A9 hat am Freitagvormittag zu einem Verkehrschaos in Oberösterreich geführt. Wegen eines beschädigten Lkw, aus dem eine potenziell gefährliche Flüssigkeit austrat, musste die Pyhrnautobahn abschnittsweise komplett für den Verkehr gesperrtwerden. Betroffen ist vor allem die Richtungsfahrbahn Süden bzw. Graz. Die Autobahnpolizei sowie sechs alarmierte Feuerwehren standen im Großeinsatz, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Die weitreichende Sperre der Pyhrnautobahn sorgt im Reiseverkehr für massive Verzögerungen und kilometerlange Rückstaus, die bis weit über das Voralpenkreuz hinausreichen.
Beinahe-Kollision auf dem Pannenstreifen führt zu Lecks
Die Alarmglocken schrillten um exakt 10:18 Uhr. Auf der Höhe von Ried im Traunkreis hatte zuvor ein Sattelzug pannenbedingt auf dem Pannenstreifen anhalten müssen. Während die Asfinag bereits vor Ort war, um das defekte Gespann abzusichern, passierte das Missgeschick: Der Lenker eines nachfolgenden, mit Gefahrgut beladenen Sattelzugs bemerkte das Hindernis offenbar im letzten Moment. Er konnte durch ein abruptes Ausweichmanöver eine folgenschwere Kollision verhindern, doch durch die enorme Fliehkraft wurde die Ladung im Inneren seines Anhängers beschädigt. Kurz darauf begann eine unbestimmte Flüssigkeit aus dem Trailer auszutreten.
Feuerwehren in Schutzanzügen: Verdacht auf Salzsäure
Da der Lkw-Lenker selbst zunächst nicht genau identifizieren konnte, welche Stoffe austraten, versuchte er, das Leck mit einer Plane notdürftig aufzufangen, und forderte Hilfe an. Die Feuerwehren Inzersdorf im Kremstal, Voitsdorf, Pettenbach, Kirchdorf an der Krems, Lauterbach und Ried im Traunkreis rückten mit einem Großaufgebot an. Weil das Fahrzeug ein Sammelsurium an verschiedenen Substanzen in Kanistern und Schachteln geladen hatte – darunter laut ersten Informationen auch hochätzende Salzsäure –, mussten die Kameraden der Feuerwehr den Lkw in schweren Chemieschutzanzügen schrittweise ausräumen und die Behälter einzeln überprüfen.
Massive Staus: Umleitung über die B138
Aus Sicherheitsgründen war die Pyhrnautobahn kurzzeitig in beide Richtungen gesperrt. Während die Fahrtrichtung Nord (Richtung Linz/Wels) rasch wieder freigegeben werden konnte, blieb die Sperre in Richtung Graz aufrecht. Nach Angaben des ÖAMTC staute es sich im dichten Wochenend-Reiseverkehr kilometerweit zurück. Der Stau reichte über das Voralpenkreuz hinaus und sorgte selbst auf der A8 Innkreisautobahn für erhebliche Wartezeiten.
Der Verkehr wurde in Ried im Traunkreis von der Autobahn abgeleitet und über die B138 Pyhrnstraße bis zur Anschlussstelle Inzersdorf umgeleitet, wo die Auffahrt in Richtung Süden wieder uneingeschränkt möglich war. Die Aufräumarbeiten waren laut Asfinag und ÖAMTC bis mindestens 16:00 Uhr anberaumt.