Nicht süß, sondern gequält: Überzüchtete Tiere leiden lebenslang

Sie zählen zu den beliebtesten Hunde- und Katzenrassen: die Französische Bulldogge, der Mops oder die Perserkatze. Alle haben sie eines gemeinsam – Stupsnase, Kulleraugen und ein extrem kurzer Kopf. Doch das sogenannte „Kindchenschema“, das viele Menschen als süß und knuffig empfinden, ist für solche Tiere alles andere als lustig. Denn die Zucht auf solche Extreme haben zur Folge, dass die Haustiere ein Leben lang unter starken körperlichen Beeinträchtigungen leiden, wie etwa laute Atemgeräusche, schnelle Erschöpfung bei körperlicher Bewegung, Röcheln, vermehrter Tränenfluss oder Atemnot.

Erbkrankheiten

Doch auch viele andere Hunde- und Katzenrassen sind betroffen, bei fast allen sind Erbkrankheiten bekannt. Deshalb ist es wichtig, dass nur mit gesunden Tieren gezüchtet wird. Tierschutzombudsfrau Cornelia Rouha-Müller plädiert deshalb an alle, die sich ein Haustier zulegen wollen: „Bereits vor dem Kauf eines Tieres ist es wichtig, sich gut über die Grsundheit und allfällige Probleme einer Rasse zu informieren. Von Züchtern, die keine Auskünfte zu den Elterntieren geben und keine Untersuchungen auf mögliche Erbkrankheiten vorlegen können, sollte man kein Tier kaufen.“

Belastung für Tier und Besitzer

Auch die oberösterreichische Tierschutz-Landesrätin betont: „Tiere extrem überzüchteter Rassen leiden ein Leben lang. Vielen Menschen ist das bei der Anschaffung nicht bewusst. Ständige Sorge um die Gesundheit und hohe Tierarztkosten belasten am Ende auch die Besitzer. Eine bessere Aufklärung kann viel Kummer ersparen.“

Konsequenter gegen Qualzucht

In einer Presseaussendung stellt Gerstorfer klar: „Die Züchtung mit Tieren, bei denen absehbar ist, dass die Nachkommen Qualzuchtmerkmale vererbt bekommen und diese mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind, ist in Österreich verboten. In der Praxis finden solche Qualzüchtungen jedoch noch immer statt. Daher wurde Bundesminister Wolfgang Mückstein von den Vertretern der Landestierschutzreferenten-Konferenz 2021 ersucht, Maßnahmen für ein konsequentes Qualzuchtverbot zu setzen und neue Leitlinien zu einem bundesweiten einheitlichen Vollzug zu erstellen.“

 

Autor: Conny Engl, 02.12.2021