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Linzer Vizebürgermeister Martin Hajart | Credit: VP Linz
VP Linz

Gewalt und Drogen in Linz: Martin Hajart fordert Einberufung städtischer Sicherheitskonferenz

22.04.2026 um 12:44, Weekend Online
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Die Einberufung der Sicherheitskonferenz sei laut dem Linzer Vizebürgermeister ein erster, längst überfälliger Schritt, um konkrete Maßnahmen zu setzen.

Angesichts mehrerer Vorfälle in Zusammenhang mit Drogen- und Gewaltdelikten in Linz fordert Vizebürgermeister Martin Hajart die Einberufung einer städtischen Sicherheitskonferenz, wie sie im Linzer Sicherheitsprogramm vorgesehen ist. Eine solche Konferenz wurde zuletzt im Jahr 2019 abgehalten.

„Die Ereignisse der vergangenen Monate zeigen deutlich, dass wir nicht länger zuwarten dürfen. Die Menschen in Linz haben ein Recht auf Sicherheit – im öffentlichen Raum ebenso wie in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld“, so Hajart.

Serie schwerer Vorfälle sowie Alkohol- und Drogenszene im öffentlichen Raum 

Hintergrund der Forderung ist eine Reihe besorgniserregender Vorfälle: Ein tödlicher Messerangriff auf der Landstraße im März dieses Jahres, jüngst eine brutale Bluttat mit einer Axt am Südbahnhofmarkt sowie ein Angriff eines Mannes auf Polizeibeamte mit einer Schere und einer Spritze, der schließlich für den Angreifer tödlich endete. In den meisten Fällen standen laut Berichten Suchtmittel im Zusammenhang mit den Taten.

Zusätzlich wächst der Druck aus der Wirtschaft: Hotelbetreiber und Geschäftsleute – insbesondere in der Innenstadt und da im Umfeld des Schillerparks – beklagen zunehmend wachsende Probleme durch Drogensüchtige und obdachlose Personen vor ihren Eingängen. Diese Situation entwickle sich laut Betroffenen immer mehr zu einem geschäftsschädigenden Faktor.

Auch der Bereich rund um den Linzer Hauptbahnhof steht massiv in der Kritik: Der dortige Park gilt seit längerem als Brennpunkt für Drogen- und Alkoholkonsum. Seit 2023 liegt ein Antrag der Linzer VP im Ausschuss von Sicherheitsreferent Raml und wurde bislang nicht umgesetzt. Die Situation wird jedoch immer problematischer.

Zuletzt haben Suchtexperten zudem Alarm geschlagen, dass der Verkauf von Drogen in Linz längst nicht mehr in dunklen Hinterhöfen, sondern mitunter ganz offen über die Bühne geht – so wird trotz Kameras etwa in den öffentlichen Verkehrsmitteln gedealt, ähnlich einem Drive-In. Die Verfügbarkeit sei mittlerweile überall gegeben: über die Sozialen Medien könnten Dealer egal wann und wo Kontakt aufnehmen.

Hajart fordert entschlossenes Handeln der Stadtpolitik 

Für Hajart ist daher klar: „Wir müssen als Stadt aktiv werden, man kann angesichts dieser Vorfälle nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Ich verlange zeitnah eine Sicherheitskonferenz der Stadt Linz – und zwar mit allen relevanten Akteuren: politische Vertreter, Polizei, Suchtexperten und Streetworker. Nur gemeinsam können wir nachhaltige Lösungen erarbeiten.“

Darüber hinaus erneuert die Linzer Volkspartei ihre Forderung nach einem modernen Drogenmonitoring mittels Abwasseranalysen. Es soll ein System aufgebaut werden, mittels dem nach Stadtteilen der Suchtmittel-Konsum nachverfolgt werden kann.

„Gerade jetzt, wo sich Berichte über Drogenhandel im öffentlichen Raum und schwere Gewalttaten mit Suchtmittelhintergrund häufen, braucht es faktenbasierte Entscheidungsgrundlagen und rasches Handeln,“ so Hajart.

Für eine evidenzbasierte und nachhaltige Suchtpolitik 

Abschließend betont Hajart die Notwendigkeit eines umfassenden Ansatzes: „Eine verantwortungsvolle Suchtpolitik muss evidenzbasiert, präventiv und sozial nachhaltig sein. Es geht nicht nur um Sicherheit, sondern auch um Hilfe, Prävention und langfristige Perspektiven für Betroffene.“ Die Einberufung der Sicherheitskonferenz sei daher ein erster, längst überfälliger Schritt, um die aktuelle Lage zu analysieren und konkrete Maßnahmen zu setzen.

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