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Fußball auf einem Feld neben einem Hammer mit einem Gelbündel.
USV Neulengbach steht wegen finanzieller Probleme vor der Insolvenz.
USV Neulengbach steht wegen finanzieller Probleme vor der Insolvenz.
Montage weekend.at:(iStock/Richard Villalonundefined undefined | iStock/fotoglee)

Traditionsklub vor dem Aus: Chaos spitzt sich zu

03.04.2026 um 09:32, Yunus Emre Kurt
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USV Neulengbach steht vor dem Aus: Finanzchaos, Lizenzverlust und offene Gehälter bringen das Frauen-Team an den Rand eines möglichen Kollapses.

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Beim Traditionsklub USV Neulengbach herrscht derzeit Ausnahmezustand. Nach der Ankündigung von Vereinschef Thomas Wirnsberger, einen Insolvenzantrag zu stellen, ist die Zukunft des Frauenfußballs im Verein völlig unklar. Die Lage spitzt sich täglich weiter zu, konkrete Lösungen sind aktuell nicht in Sicht.

Saisonabbruch möglich

Besonders dramatisch ist die Situation für die Spielerinnen. Ob das Team die letzten fünf Spiele der Qualifikationsgruppe überhaupt noch bestreiten kann, steht derzeit völlig offen. Ein möglicher Saisonabbruch ist nicht ausgeschlossen. Die Entscheidung darüber hängt maßgeblich vom künftigen Insolvenzverwalter ab, der prüfen muss, ob ein Weiterbetrieb finanziell tragbar ist.

Finanzielle Probleme spitzen sich zu

Im Zentrum steht die Frage, ob sich der Spielbetrieb bis Saisonende überhaupt noch finanzieren lässt. Während nur noch zwei Heimspiele geplant sind, könnten insbesondere Auswärtsfahrten, etwa nach Altach, zusätzliche Kosten verursachen. Einnahmen stehen diesen Ausgaben kaum gegenüber, was die Situation weiter verschärft.

Klar ist bereits jetzt: USV Neulengbach wird keine Lizenz für die kommende Saison erhalten. Da wichtige Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht wurden, ist ein Verbleib in der Frauen-Bundesliga 2026/27 ausgeschlossen. Der sportliche Ausgang der aktuellen Saison spielt somit keine Rolle mehr, der Abstieg ist bereits fix.

Spielerinnen warten auf Geld

Für die Spielerinnen ist die Lage besonders belastend. Seit Monaten sollen laut Berichten Aufwandsentschädigungen ausstehen. Viele warten weiterhin auf ihr Geld. Die Spielergewerkschaft Younion wurde bereits eingeschaltet, um die Interessen der Betroffenen zu vertreten. Auch der Trainingsbetrieb liegt derzeit auf Eis, ein weiterer Rückschlag für das Team.

Trainer Andy Ogris, sein Betreuerstab und die Spielerinnen stehen vor einer ungewissen Zukunft. Viele wissen nicht, ob sie überhaupt noch einmal für den Verein auflaufen werden. Die Unsicherheit sorgt für große Verunsicherung innerhalb des Teams.

Kritik aus dem Verein

Sportchefin Maria Wolf zeigt sich tief betroffen von der aktuellen Entwicklung. „Das haben die Spielerinnen nicht verdient“, betont sie. Gleichzeitig hebt sie den Einsatz und die Professionalität des Teams hervor. Ihrer Ansicht nach wäre der Frauenfußball in Neulengbach durchaus noch zu retten, wenn schnell gehandelt wird.

Als eine der Ursachen für die Krise nennt die Vereinsführung ausgebliebene Sponsorengelder. Auch das ambitionierte Projekt „Change“, das im vergangenen Sommer vorgestellt wurde, blieb hinter den Erwartungen zurück. Geplant waren unter anderem internationale Erfolge und neue Einnahmequellen, doch diese Ziele konnten nicht erreicht werden.

Hilfe für Spielerinnen geplant

Die Spielergewerkschaft arbeitet bereits an möglichen Lösungen für die betroffenen Spielerinnen. Sollte der Spielbetrieb eingestellt werden, könnten Trainingsmöglichkeiten am ÖFB-Campus geschaffen werden. Ziel ist es, die Spielerinnen sportlich in Form zu halten und ihnen Perspektiven für neue Vereine zu ermöglichen.

In den kommenden Tagen wird der Insolvenzantrag erwartet. Spätestens mit der Lizenzentscheidung am 8. April dürfte mehr Klarheit herrschen.

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