La Gacilly Baden Photo: Nordwärts!

Es ist eine Erfolgsgeschichte ohne Ablaufdatum. Von 9. Juni bis 16. Oktober 2022 findet das größte Outdoor-Fotografie-Festival Europas in Baden statt.
Autor: Andi Dirnberger, 07.06.2022 um 11:11 Uhr

Im Jahr 2018 gegründet, präsentiert das Festival La Gacilly-Baden Photo jedes Jahr die besten Fotografen der Welt, wobei in etwa 30 Fotokünstler pro Saison mit rund 1.500 Fotografien in bis zu 200 m2 Größe in zwei Rundgängen ausgestellt sind. Dieses einzigartige und vielschichtige Kunst- und Kulturerlebnis ist seit Bestehen auch ein wesentlicher Attraktivitätsfaktor und lockt alljährlich rund 300.000 Besucher in die Kur- und Kongressstadt Baden.

La Gacilly Baden Photo

Fotokunst aus Skandinavien

Heuer ist das bestimmende Thema „Nordwärts“ und eine Gelegenheit, die oft wenig bekannte schöpferische Kraft von Künstlern aus Nordeuropa hervorzuheben. Für die Bewohner Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens sind die Einsamkeit und die wilde Natur ein wesentlicher Bestandteil ihrer Beziehung zur Welt. Sie beuten die Früchte der Natur nicht blindlings aus, sondern versuchen zu verstehen, wie alles funktioniert und beobachten es mit einem fürsorglichen Auge. Ihr Wissen und ihr ständiger Wunsch, mehr über Flora und Fauna zu erfahren führen dazu, dass sie sich sehr für die Achtung der Natur einsetzen. Jene Künstler, die bei der Aussstellung in Baden Skandinavien näher bringen, sind Sune Jonsson, Pentti Sammallathi, Tiina Itkonen, Ragnar Axelsson, Tine Poppe, Sanna Kannisto, Erik Johansson, Helena Blomquist, Jonas Bendiksen, Jonathan Näckstrand und Olivier Morin.

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"This empty World" und "Die Tränen des Tigris"

Im zweiten Erzählstrang des Festivals beleuchten zwei Ausnahmefotografen den Zustand unserer Umwelt: „This empty World“ von Nick Brandt ist eine eindrucksvolle Illustration einer Welt, in der für Tiere, die von der zügellosen menschlichen Entwicklung überwältigt werden, kaum noch Platz zum Überleben ist. Es ist ein Werk, das uns Fragen zur Zukunft unserer Welt stellt. Mathias Depardon zeigt mit „Die Tränen des Tigris“, dass der Garten Eden existiert – und in Gefahr ist. Das alte Mesopotamien verkörpert wahrhaftig den unermesslichen Reichtum der Wiege der alten sumerischen und assyrischen Zivilisationen. Das am Zusammenfluss von Euphrat und Tigris gelegene größte Feuchtgebietökosystem Westeurasiens, 2016 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen, droht heute auszutrocknen.

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Mit Umwelt-relevanten Themen beschäftigen sich darüber hinaus Imane Djamil, Florence Goupil, Brieuc Weulersse, Florence Joubert und Aglaé Bory.

Abgerundet wird das Programm 2022 von den Arbeiten österreichischer Fotografinnen von Weltrang: Inge Morath, Christine de Grancy und Verena Andrea Prenner sowie einer fotografischen Würdigung zu 100 Jahre Niederösterreich“.

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