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Reife Marillen vor ihrer Ernte auf einem Baum in Niederösterreich
Halbierte Erntemengen: Die Marillenbauern im Weinviertel verzeichnen aufgrund von extremen Wetterereignissen erhebliche finanzielle Verluste.
Halbierte Erntemengen: Die Marillenbauern im Weinviertel verzeichnen aufgrund von extremen Wetterereignissen erhebliche finanzielle Verluste.
Liudmila Kiermeier/Shutterstock

Ernte-Frust: Bauern beklagen Mega-Verlust

02.07.2026 um 10:14, Marcel Toifl
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Die Ernte der Marillen im Weinviertel startet heuer mit herben Verlusten von mindestens 50 Prozent. Frost, Hitze und Dürre gefährden den Ertrag der Bauern.

Die diesjährige Ernte der Marillen im niederösterreichischen Weinviertel ist von schweren Verlusten gezeichnet. Nach dem offiziellen Erntestart Mitte Juni blicken viele Obstbauern auf gelichtete Bestände in ihren Plantagen. Ursächlich für die massiven Ertragseinbußen sind extreme Witterungsverhältnisse: Nach verheerenden Spätfrosten im Frühjahr kämpfen die landwirtschaftlichen Betriebe nun mit einer anhaltenden Hitzewelle und akuter Trockenheit. Die Kombination dieser Wetterextreme gefährdet die Wirtschaftlichkeit der heimischen Obstproduktion.

Neben dem Obstbau meldet auch die restliche Landwirtschaft in Österreich deutliche Rückgänge. Insbesondere im Osten des Landes zeichnen sich beim Getreide erhebliche Ernteausfälle ab.

Spätfrost vernichtet die Hälfte der Früchte

Im Frühjahr zerstörten frostige Nächte zahlreiche Blüten und junge Fruchtansätze an den Bäumen. Die Auswirkungen auf das Gesamtergebnis der Saison sind laut den betroffenen Erzeugern drastisch. Marillenbauer Wolfgang Hackl aus Atzelsdorf, der rund 23.000 Marillenbäume bewirtschaftet, zieht gegenüber dem Kurier eine erste ernüchternde Bilanz zur aktuellen Ernte: „Wir reden schon von mindestens 50 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr“.

Ein kleiner Lichtblick bleibt die Sortenvielfalt auf den Plantagen. Da spätere Sorten wie die großfrüchtige „Bergarouge“ versetzt reifen, könnten sie einen Teil der Frostschäden abfedern. Dennoch rechnet der Betrieb für die restlichen drei Wochen der Erntesaison nur noch mit einer Gesamtmenge von etwa 30 bis 40 Tonnen.

Hitze und hohe Produktionskosten belasten die Betriebe

Auf den Frost folgte nahtlos die nächste meteorologische Herausforderung. Die aktuelle Hitzewelle setzt den Kulturen sowie den Erntehelfern schwer zu. Bleiben flächendeckende Niederschläge in den kommenden Wochen aus, droht sich die Situation weiter zu verschärfen. Diese Probleme spiegeln sich im gesamten Agrarsektor wider. Laut Prognosen der Landwirtschaftskammer Österreich wird beim Getreide mit einem Ernterückgang von rund 15 Prozent im Vergleich zu 2025 gerechnet.

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger betont gegenüber der Krone die ungleiche Verteilung der Wetterkrise: „Je weiter man in den Osten kommt, umso stärker sind die Ertragseinbußen bei der Ernte“, erklärte Moosbrugger und fügte hinzu, dass zu viel Regen für die Pflanzen grundsätzlich besser sei als zu wenig.

Zusätzlich zu den wetterbedingten Ausfällen belasten wirtschaftliche Faktoren die Höfe. Die anhaltend hohen Produktionskosten, insbesondere für Dünger, Energie und Treibstoffe, erschweren eine kostendeckende Bewirtschaftung und nötige Investitionen.

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