„Räuchern“ für die Gesundheit: eine uralte Tradition

Das Räuchern von Haus und Ställen ist eine uralte Tradition. Der ursprüngliche Zweck war das Vertreiben von bösen Geistern in den Rauhnächten. Heute geht es vor allem um die reinigende Wirkung auf die Atmosphäre.
Autor: Pia Kulmesch, 20.12.2021 um 09:23 Uhr

Die „Rauhnächte“ sollen sich ideal für Rituale und Reinigung sowie Befreiung von altem Ballast eignen. Konkret geht es um die Nächte zur Thomasnacht (21. Dezember), die zugleich die längste Nacht des Jahres ist, die Christnacht, Silvester, wo das neue Jahr eingeleitet wird und die Nacht auf den Dreikönigstag (5. auf 6. Jänner). Vor allem in den ländlichen Regionen Österreichs ist es Brauch, das Haus auszuräuchern. Welche Hölzer, Kräuter, Wurzeln und Harze sich dafür eignen, erklärt Apotheker Christoph Hoyer.

Altlasten wegräuchern

Apotheker Christoph Hoyer informiert: „In unserer westlichen Gesellschaft wird das Räuchern meist zur Entspannung und Meditation sowie zur Förderung der Konzentration und Achtsamkeit eingesetzt. Außerdem soll das Räuchern im Raum für Leichtigkeit und Klarheit sorgen.“ Das ist auch ein Grund dafür, warum viele Menschen das Ritual rund um den Jahreswechsel nutzen, um negative Energien aus ihren Häusern und Wohnungen zu verbannen.

So räuchert man

Zur Ausführung des Räucherns benötigt man zunächst eine feuerfeste Schale, Räucherwerk, Räucherkohle, eine Kerze, Streichhölzer, Sand sowie eine Pinzette und gegebenenfalls auch einen Mörser (wenn man eine eigene Räuchermischung zubereiten möchte). Mit der Pinzette hält man nun die in Magnesiumsulfat oder Salpeter getränkte Kohle an die Flamme einer Kerze, bis sie sich entzündet. Danach legt man sie in das Sandbett und fächelt, bis die Kohle glüht. Ab dem Zeitpunkt, wo sich ein grauer Belag gebildet hat, können die Räucherstoffe auf die Kohle gelegt werden. Nicht zu viel auflegen, um die Glut nicht zu ersticken! Und nicht vergessen: der Rauchmelder im jeweiligen Zimmer sollte abgestellt oder abgeschraubt werden.

Christoph Hoyer

Häufige Hilfsmittel

Aus der Fülle an unterschiedlichen Stoffen sind es doch ein paar, die besonders häufig zum Einsatz kommen. Besonders gern geräuchert wird beispielsweise mit Weihrauch. Es soll keimtötend, desinfizierend, wundheilend, zellerneuernd und antirheumatisch sein, informiert Hoyer. Außerdem wirken Wacholderbeeren in der Winterzeit abwehrsteigernd und für die Atemwege ist Thymian zu empfehlen. Wer die Luft und den Körper zusätzlich reinigen möchte, kann zu Rosmarin, Wacholderholz, Lavendel oder Menthol greifen. Dem Sandelholz, Benzoeharz, der Kalmus- und Iriswurzel sowie Engelwurz wird entspannende und beruhigende Wirkung nachgesagt. Bei depressiven Verstimmungen in der dunklen Jahreszeit können etwa Johanniskraut, Königskerze und Alant stimmungsaufhellend wirken.

Körperliche Beschwerden

Empfindliche Menschen klagen oftmals häufiger über körperliche Probleme, weil in den kürzeren Tagen des Jahres die Erdstrahlen besonders hoch sind. Auch hier soll das Räuchern wirksam sein, klärt Hoyer auf. Das Apotheker-Team von ApoMed.at steht Interessierten für Informationen rund um eigene Räucher-Mischungen zur Verfügung, denn bei etlichen Beschwerden werden verschiedenste Zutaten herangezogen. Die Online-Apotheke aus Oberösterreich bietet neben den Räucherwaren in Kooperation mit der Christophorus Apotheke Schwertberg auch eine kostenlose telefonische Beratung durch geschultes Fachpersonal.