ÖBB investieren 379 Millionen Euro in Kärnten

Die ÖBB haben ein gigantisches Investitionspaket für den Ausbau der modernen, umweltfreundlichen Schieneninfrastruktur geschnürt. Die Koralmbahn steht dabei als Leuchtturmprojekt im Mittelpunkt zahlreicher innovativer Aktivitäten.
Autor: Stefan Kohlmaier, 10.01.2023 um 14:39 Uhr

Die Verkehrswende ist eine der tragenden Säulen des Kampfes gegen den Klimawandel und wird von den ÖBB mit Nachdruck vorangetrieben. Allein für Kärnten stehen 2023 daher 379 Millionen Euro bereit, um die Schieneninfrastruktur umweltfreundlicher zu gestalten sowie ein innovatives Kraftwerksprojekt zu realisieren. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der ÖBB-Holding, Andreas Matthä, wirken sich diese Aktivitäten darüber hinaus stabilisierend sowie aktivierend auf die heimische Volkswirtschaft aus und verbessern die Attraktivität des öffentlichen Verkehrsangebots zusätzlich.

Die Jauntalbrücke, inmitten einer herbstlichen Waldlandschaft, unter der ein grünlich schimmernder Fluß verläuft

Meilenstein für die Koralmbahn

Als Mammutprojekt gilt in diesem Zusammenhang die Koralmbahn, die in Zukunft ein bequemes Pendeln zwischen den Landeshauptstädten Graz und Klagenfurt innerhalb von lediglich 45 Minuten ermöglichen wird. Bereits mit Ende 2023 wird der Streckenteil von Klagenfurt nach St. Paul im Lavanttal in Betrieb genommen, wofür umfangreiche Fertigstellungsarbeiten, etwa an dem neuen Bahnhof St. Paul im Lavanttal und der Jauntalbrücke, sowie die technische Aufrüstung der Hochleistungsstrecke durchgeführt werden müssen. Daher sind auch Streckensperren zwischen Bleiburg und Wolfsberg (bis 02. April 2023) sowie Klagenfurt und Wolfsberg (03. April – 09. Dezember 2023) unumgänglich. Über die Einrichtung eines Schienenersatzverkehres mit Bussen werden die daraus resultierenden Einschränkungen der Mobilität jedoch weitestgehend abgefedert.

Arbeiter, die im Inneren eines Kraftwerkes auf einem überdimensional großen, roten Baugerüst ihrer Arbeit nachgehen

Modernste Wasserkraft

Der Abschluss der Bauarbeiten für das Wasserkraftwerk Obervellach II, das die bestehenden, am Ende ihrer technischen Lebensdauer angekommenen Kraftwerke Lassach und Obervellach beerben wird, ist ebenfalls für Ende dieses Jahres geplant. In der hochmodernen, unabhängigen Kraftwerksanlage wird künftig grüner Bahnstrom „Made in Kärnten“ erzeugt. Außerdem wird die Anlage eine Steigerung der Energie-Produktion an dem Standort um über 35 Prozent bewirken.

Ambitionierte Klimaziele

Mit diesen Investitionen leisten die ÖBB einen wertvollen Beitrag für die Umsetzung der Klimaziele und fungieren als wichtiger Impulsgeber auf dem Gebiet der klimafreundlichen Mobilität: So produzieren beispielsweise neuerrichtete Photovoltaik-Anlagen in Spittal/Drau, Villach und Klagenfurt umweltfreundlichen Solarstrom und bis 2030 soll das ehrgeizige Ziel, österreichweit jährlich zusätzliche 277 Gigawattstunden an Strom mit erneuerbaren Energieträgern aus eigenen Erzeugungsanlagen zu gewinnen, erreicht werden.