Fudln, hålsn & potschasn: So redt Karntn

Tschreapn, Keischn, Rumsn, Grantscherbn oder auch zwüln, ibalegn, fudln, saftln, potschasn – kaum ein Dialekt der Alpenrepublik unterscheidet sich so sehr von der hochdeutschen Sprache wie die Kärntner Mundart. Weichgespülte und verschluckte Konsonanten, langgezogene Vokale und ein gemütliches Sprachtempo scheinen aber sehr anziehend (auch für den Rest Österreichs) zu sein, immerhin landet bei verschiedenen Umfragen der Kärntner Dialekt als der sexieste und sympathischste immer wieder auf Platz eins.

Wussten Sie, dass…?

…die Kärntner Mundart Teil des bairischen Dialekts ist? Ja, sie haben richtig gelesen. Das größte zusammenhängende Dialektgebiet zählt mehr als 13 Millionen SprecherInnen und umfasst etwa 150.000 Quadratkilometer. Übrigens: Vorarlberg und der Nordteil des Tiroler Außerfern gehören nicht zu.

…das Hutterische in Nordamerika ein Dialekt auf Kärntner Grundlage ist? Etwa 50.000 Menschen in den USA und Kanada sprechen Hutterisch und damit Kärntnerisch. Als Gottesdienst-Sprache verwendet die Gemeinschaft allerdings ein altertümliches Hochdeutsch.

…im Lesachtal kein echter Kärntner Dialekt gesprochen wird? Dieses Fleckchen wird mundartkundlich zu Tirol gezählt.

…der Glantaler Dialekt das höchste Ansehen genießt? Zu verdanken ist das dem Mundartdichter Gerhard Glawischnig (Das Neue Kärntner Lied), der in seinen Werken und Liedtexten diesen zu einer Art Kärntner Koine gekrönten Dialekt verwendet.

…die Dialekte zuerst da waren? Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde die Schriftsprache und im 18. Jahrhundert die gesprochene Sprache populär.

Verraten Sie uns in den Kommentaren, welchen Kärntner Dialekt Sie am liebsten hören.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 05.01.2021