Fit & glücklich: Stress & Sorgen einfach wegtanzen

Kaum eine andere Freizeitbeschäftigung vermag das, was Tanzen schafft: es stärkt den Körper, fordert das Gehirn, befreit von Stress und Sorgen, reduziert chronische Krankheiten – und macht einfach rundum glücklich. Eine, die das ganz genau wissen muss, ist die Klagenfurterin Karin Jaklitsch. Schon im zarten Alter von vier Jahren packte sie das Tanzfieber – und hat sie auch nach 30 Jahren nicht losgelassen. Ganz im Gegenteil. Seit zwei Jahren betreibt sie in der Gabelsbergerstraße das Tanzstudio „Shine“, zuvor leitete sie mit ihrer Schwester zehn Jahre lang eine Tanzschule in St. Veit. Und dass Tanzen gerade auf Kinder eine positive Auswirkung hat, weiß die ausgebildete Musical-Darstellerin auch: „Neben der Bewegung, die sich natürlich gut auf die Gesundheit auswirkt, lernen Kinder auf diesem Weg ihren Körper zu spüren, das Selbstbewusstsein steigt, das Rhythmusgefühl wächst, sie schließen Freundschaften und können abschalten. Letzteres ist besonders wichtig, denn Kinder haben auch viel Stress, nicht nur wir Erwachsenen.“

Bis ins hohe Alter

Auch „Spätberufene“, also Erwachsene und Senioren, die erst viel später im Leben das Tanzen als Freizeitbeschäftigung für sich entdecken, profitieren. Tanzen stärkt Bindegewebe, Bein- und Rückenmuskulatur. Es lindert nachweislich Symptome von Parkinson, Depression und Demenz. „Nicht nur der Körper, auch das Hirn muss arbeiten und sich die Schrittfolgen merken. Das regt die grauen Zellen an“, weiß Jaklitsch.

Tanzen statt Schokolade

Gerade jetzt, wenn die Tage immer kürzer werden, die Sonne immer seltener vom Himmel scheint, kann uns ein Stimmungstief überrollen. Tanzen hilft hier doppelt: Es fördert die Bildung von Glückshormonen und mindert die Heißhungerattacken, während der wir gern zu Schokolade und Fast Food greifen.

Tanzen bringt das Lächeln zurück | Credit: JK

Immer & überall

Noch ein Vorteil: Mann kann es zwar zu zweit machen, muss es aber nicht. Man ist weder auf ein Gegenüber noch auf spezielle Trainingsgeräte angewiesen. Tanzen kann man immer und überall. Jaklitsch: „Während des Lockdowns habe ich mit meinen SchülerInnen via Zoom trainiert. Für die Ballettübungen wurden Küchenarbeitsplatten oder Stühle herangenommen. Das hat wunderbar funktioniert.“ Besonders beliebt bei erwachsenen Neueinsteigern ist übrigens Hip-Hop.

Mehr als Hobby

Auch wer das Tanzen nicht nur als Hobby sieht, sondern als Berufung ist bei Karin Jaklitsch an der richtigen Adresse. Die Klagenfurterin hat nach ihrer Musicalausbildung am Konservatorium in Wien (die sie übrigens in zwei statt in fünf Jahren mit Auszeichnung absolviert hat), viele Jahre als Esmeralda (Glöckner von Notre Dame) auf Tour quer durch Europa verbracht. Sie stand außerdem auf der Wörtherseebühne, spielte im Raimund Theater in Wien, hatte eine Rolle im „Dschungelbuch“ am Stadttheater Klagenfurt und hat auch mehrere SchülerInnen bis zur Aufnahme an bekannten Musicalschulen begleitet.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic , 16.10.2020