Borkenkäfersituation verschärft sich

Landesrat Martin Gruber berief den Forst-Holz-Gipfel ein. Eine gemeinsame Vorgehensweise zur Eindämmung der besorgniserregenden Borkenkäferplage in Oberkärnten wurde vereinbart.
Autor: Pia Kulmesch, 28.07.2022 um 11:35 Uhr

Momentan spitzt sich die Borkenkäfersituation in Kärnten zu: aufgrund der Trockenheit und weil gleichzeitig Schadholz nicht schnell genug aufgearbeitet sowie aus den Wäldern transportiert werden kann. „Betroffen sind die Bezirke Spittal und Hermagor, teilweise trifft es aber auch die Bezirke Villach-Land und Feldkirchen“, informiert Forstreferent Martin Gruber. Außerdem verschlechtert sich der Markt für Sägerundholz.
LR Gruber hat zu einem Forst-Holz-Gipfel geladen, um eine gemeinsame Vorgehensweise festzulegen. Beteiligt haben sich die Landwirtschaftskammer Kärnten, die Landesforstdirektion, die Wildbach- und Lawinenverbauung, Vertreter der holzverarbeitenden Industrie, der Land- und Forstbetriebe Kärntens sowie des Waldverbands Kärnten.

Einigung auf konkrete Schritte

Beim Forst-Holz-Gipfel ist es nun auch gelungen, sich auf konkrete Schritte zu einigen:
1. Auf der Seite der Forstwirte soll frisch befallenes Holz vorrangig geschlägert und abtransportiert werden, Schlägerungen von nicht gefährdeten Bäumen sind hintanzustellen.
2. Die holzverarbeitenden Betriebe sichern im Gegenzug zu, das Borkenkäferholz in großem Umfang abzunehmen.
3. Durchforstungen sollen aufgrund der guten Marktlage bei Industrie- und Faserholz weiter durchgeführt werden.
4. In Objektschutzwäldern werden seitens der WLV besondere Maßnahmen wie bspw. Querfällungen gesetzt, um Siedlungen und Häuser zu schützen.