Von der Krise zur Rekordbeschäftigung

Die aktuellen Zahlen des AMS zeichnen ein verheißungsvolles Bild des Kärntner Arbeitsmarktes.
Autor: Stefan Kohlmaier, 27.01.2022 um 17:57 Uhr

AMS-Landesgeschäftsführer Peter Wedenig nutzte den Auftakt des neuen Kalenderjahres für einen Rückblick auf den Arbeitsmarkt im Kontext der nun schon seit beinahe zwei Jahre andauernden Corona-Pandemie. Dabei fiel seine Bilanz überraschend positiv aus: Die Arbeitslosenquote ist 2021 im Vergleich zum krisengebeutelten Vorjahr um 2, 5 % gesunken und liegt nur noch marginal über dem Niveau des Boom-Jahres 2019. Besonders erfreulich gestaltet sich in diesem Zusammenhang die Entwicklung des Arbeitsmarktes für Jugendliche. In dieser Zielgruppe waren 2021 im Jahresvergleich sogar um stattliche 36,4 % weniger Arbeitslose zu vermelden.

Schattenseiten

Trotz dieses alle Prognosen widerlegenden Aufschwungs sind die aktuellen Statistiken nicht frei von der einen oder anderen Schattenseite. So konnten etwa Arbeitssuchende der Kategorie 50+ oder mit Beeinträchtigung nur in einem deutlich geringeren Ausmaß von den vielversprechenden Entwicklungen profitieren. Und von den Langzeitarbeitslosen, von denen ein erheblicher Teil ausschließlich einen Pflichtschulabschluss aufweist, waren 2021 sogar um 17,2 % mehr auf die Unterstützungsleistungen des AMS angewiesen als im Jahr davor. Darüber hinaus nehmen nach wie vor 2.100 Betriebe der besonders Corona geschädigten Branchen Gastronomie, Beherbergung und Handel die Möglichkeit der Kurzarbeit war, wovon ca. 13.000 Mitarbeiter betroffen sind.

Initiativen 2022

Das Hauptaugenmerk des AMS Kärnten liegt somit auch 2022 auf der effizienten Vermittlung von Arbeitskräften an die heimischen Betriebe, wodurch die Arbeitslosenquote von momentan 8,8 bis Jahresende auf 8,1 % reduziert werden soll. Dafür steht dem AMS heuer ein Budget von 87,5 Millionen Euro zur Verfügung, das für die Schaffung von 6.300 Maßnahmenplätzen herangezogen werden soll. Inhaltlich wird sich das AMS dabei unter anderem auf Fachkräfteausbildungen und Qualifizierungen in den Bereichen Elektronik, digitale Technologie, Metallverarbeitung, Umwelt und Pflege fokussieren. Über das Programm Sprungbrett sollen wiederum die benachteiligten Personengruppen in den ersten Arbeitsmarkt eingegliedert werden und die Praxis der kompetenzorientierten Vermittlung berücksichtigt in Zukunft verstärkt die „Soft Skills“ der Arbeitssuchenden.