Premiere von Wiener Blut auf Schloss Tabor
Volle Fahrt voraus mit überraschender wie unterhaltsamer Neuinterpretation. Wo einst Wiener Salons den Ton angaben, sticht nun die MS Wiener Blut in See. Zwischen Sonnendeck, Poolbar und Kapitänskajüte entfaltet sich eine Geschichte voller Liebe, Eifersucht, Verwechslungen und Sehnsucht – getragen von den unvergänglichen Melodien des Walzerkönigs.
Als Kulturreferent des Landes Burgenland unterstrich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil die Bedeutung der Opernfestspiele Schloss Tabor als wichtigen Bestandteil der burgenländischen Kulturlandschaft: „Schloss Tabor zeigt Jahr für Jahr, welchen Stellenwert Kunst und Kultur im Burgenland haben. Es freut mich besonders, dass sich dieser Weg auch im großen Interesse des Publikums widerspiegelt: Die Auslastung liegt bereits bei rund 85 Prozent, und schon jetzt wurden mehr Tickets verkauft als im gesamten Vorjahr. Wer ‚Wiener Blut‘ noch erleben möchte, sollte sich also beeilen. Dieser Erfolg ist vor allem dem großartigen Einsatz von Alfons Haider und seinem gesamten Team zu verdanken. Unser Ziel sind heuer 8.500 Besucherinnen und Besucher – damit hätten wir die Besucherzahlen seit dem Einstieg des Landes verdoppelt. Diesen erfolgreichen Weg werden wir weitergehen und Schloss Tabor als bedeutenden Kulturstandort weiter stärken.“
Neben dem Landeshauptmann wohnten unter anderem Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landesrat Leonhard Schneemann, LH a. D. Hans Niessl sowie Schauspielerin und Autorin Konstanze Breitebner der Premiere bei. Auch die Bürgermeister der Region waren zahlreich erschienen, darunter Monika Pock (Neuhaus am Klausenbach), Fabio Halb (Gemeinde Mühlgraben), Mario Trinkl (Königsdorf), Reinhard Deutsch (Jennersdorf) und viele mehr.
Für Regie, Konzept und die neue Lesart des Operettenklassikers zeichnet Rita Sereinig verantwortlich. Mit viel Gespür für Humor und Menschen erzählt sie die Geschichte als turbulente Kreuzfahrt, auf der sich hinter glitzernder Fassade die kleinen und großen Dramen des Lebens entfalten. Das Textbuch von Max Niemeyer verlegt die Handlung gekonnt in die Gegenwart, ohne den Charme und die Leichtigkeit des Originals zu verlieren.
Musikalisch setzte Dirigent Peter Sommerer gemeinsam mit der Jungen Philharmonie Brandenburg unter dem Management von Winnetou Sosa die Strauss’schen Klänge mit Eleganz, Schwung und Präzision in Szene. Der Chor, betreut von Sascha Nader, verlieh dem großen Ensemble zusätzliche Klangfülle und Ausdruckskraft.
Das Bühnenbild von Hans Kudlich verwandelt Schloss Tabor in ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff und schafft den passenden Rahmen für die turbulente Reise. Sabine Arthold sorgt mit ihrer Choreografie für Bewegung und Dynamik, während Julia Klug mit rund 164 Kostümen maritimes Flair, Eleganz und Glamour auf die Bühne bringt. Abgerundet wird das Gesamtbild durch Maske und Hairstyling von Renate Wutte, die den Figuren ihren unverwechselbaren Charakter verleihen.
Große Stimmen und starke Persönlichkeiten an Bord
Große Stimmen auf einer großen Bühne prägen den Abend ebenso wie opulente Bilder und ein Ensemble, das die Geschichte mit Spielfreude zum Leben erweckt.
Friederike Meinke begeistert als Gabriele Zedlau mit Eleganz und Ausdruckskraft und wurde als absoluter Star des Abends gefeiert. Mit ihrer stimmlichen Brillanz und ihrer schauspielerischen Präsenz riss sie das Publikum in ihren Bann.
Michael Heim verkörpert den Kapitän Balduin Zedlau als charmanten Lebemann zwischen Liebeswirren und Führungsverantwortung. Lena Stöckelle verleiht Franziska Cagliari Glanz und Temperament, Verena Barth-Jurca überzeugt als Pepi Pleininger mit Witz und Bühnenpräsenz. Martin Mairinger sorgt als Chefsteward Josef für humorvolle Momente, Horst Lamnek bringt als Spielautomatenmogul Kagler markante Akzente ins turbulente Geschehen und Christian Tschelebiew komplettiert das Ensemble als Reeder Ypsheim-Gindelbach mit souveräner Bühnenpräsenz.
Gemeinsam entfaltet das Ensemble eine Operette voller Humor und Gefühl. Aus einer Reihe kleiner Missverständnisse entwickelt sich ein turbulentes Verwechslungsspiel, bei dem starke Frauen schließlich das Kommando übernehmen und die Fahrt in ein fulminantes Finale lenken.
Generalintendant Alfons Haider zeigte sich nach der Premiere begeistert:
„Operette lebt von Emotionen, Humor und wunderbarer Musik. Genau das wollten wir mit unserer ‚Wiener Blut‘ vermitteln – frisch, überraschend und voller Lebensfreude. Dieser begeisternde Premierenabend ist vor allem ein Verdienst unseres großartigen Ensembles und des gesamten Kreativteams vor und hinter der Bühne.“
Besonders der überraschende Schluss sorgte für Gesprächsstoff. In Haiders Neuinterpretation werden die Herren der Schöpfung am Ende in einem Rettungsboot auf offener See ausgesetzt – ein Finale, das es in dieser Form bislang noch nie gegeben hat und vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurde. „Wir haben das Stück lediglich ins Heute versetzt und zeigen, was passieren könnte, wenn einmal die Frau das Ruder übernimmt“, so Haider.
Den krönenden Abschluss bildet ein spektakulärer Bühnenmoment: Aus den Untiefen des Meeres taucht der zehn Meter große goldene Krake auf, der sich lächelnd zum Applaus mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne gesellt. Fast scheint es, als würde sich sogar Johann Strauss vor diesem außergewöhnlichen Finale verbeugen.
Bereits zu Beginn seiner Begrüßung sorgte Alfons Haider mit einem augenzwinkernden Zitat für Schmunzeln im Publikum:
„Von Frauen wird immer erwartet, dass sie schön sind. Kein Wunder – Männer können besser schauen als denken.“
Mit Wiener Blut beweisen die Festspiele Schloss Tabor einmal mehr, dass Operette zeitlos ist. Wenn große Musik auf kluge Unterhaltung, starke Persönlichkeiten und eine außergewöhnliche Spielstätte trifft, entsteht eine Operette, die berührt, zum Lachen bringt und noch lange nach dem Schlussapplaus nachklingt.
Alle Vorstellungstermine und Tickets auf der Website von Johann Strauss' WIENER BLUT - Schloss Tabor