Chikungunya und Parvovirus: Ski-Star außer Gefecht
Für Sofia Goggia verlief die Vorbereitung auf die neue Weltcup-Saison alles andere als geplant. Die 33-jährige Italienerin musste ihr Trainingslager im argentinischen Ushuaia Mitte September vorzeitig abbrechen. Zunächst war unklar, was hinter ihrer ungewöhnlich starken Müdigkeit und Erschöpfung steckte. Spätere Untersuchungen brachten schließlich Klarheit.
Zwei Virusinfektionen festgestellt
Nach ihrer Rückkehr nach Italien wurde Goggia in Mailand genauer untersucht. Am 25. September teilte der italienische Skiverband FISI mit, dass bei der Speed-Spezialistin zwei unterschiedliche Virusinfektionen diagnostiziert worden waren.
Goggia selbst schilderte später gegenüber „Sky Sport“, dass sie sich zunächst durch den Stich einer infizierten Mücke mit dem Chikungunya-Virus angesteckt habe.
Damit war die gesundheitliche Belastung allerdings noch nicht vorbei. Zusätzlich wurde bei ihr auch das Parvovirus B19 nachgewiesen. Laut Goggia handle es sich dabei um ein Virus, das Erwachsene deutlich seltener betreffe als Kinder.
Starke Schmerzen und Erschöpfung
Die Auswirkungen der beiden Infektionen waren für die Italienerin deutlich spürbar. Besonders zu Beginn litt Goggia nach eigenen Angaben unter ungewöhnlich starken Gelenkschmerzen.
„Ich konnte keine Treppen steigen und fühlte mich ungewöhnlich müde und erschöpft“, beschrieb sie ihren damaligen Zustand.
Die Beschwerden waren letztlich auch der Grund dafür, dass sie das Trainingslager in Argentinien nicht wie geplant fortsetzen konnte. Ihre Vorbereitung auf den Winter wurde dadurch erheblich gestört.
Akute Phase überstanden
Mittlerweile gibt es zumindest eine positive Entwicklung. Goggia erklärte, dass sie die akute Phase der Infektionen überstanden habe und sich inzwischen dem Ende des Genesungsprozesses nähere.
Vollständig beschwerdefrei ist sie allerdings noch nicht. Die Infektionen hinterlassen laut der 33-Jährigen weiterhin Nachwirkungen. Wie lange diese anhalten werden, kann sie derzeit nicht abschätzen.
„Es gibt kein Heilmittel, ich warte darauf, dass es vorübergeht“, sagte Goggia zu ihrer aktuellen Situation.
Auch der italienische Skiverband bestätigte, dass für die Olympiasiegerin ein abgestimmtes Genesungsprogramm erstellt wurde. Dieses wurde gemeinsam mit der medizinischen Kommission der FISI ausgearbeitet.
Start in Sölden noch offen
Goggia möchte so schnell wie möglich wieder auf die Ski zurückkehren. Ob sie rechtzeitig für den Auftakt der alpinen Weltcup-Saison fit wird, ist derzeit allerdings noch nicht geklärt.
Der Weltcup startet am 24. Oktober in Sölden traditionell mit dem Riesentorlauf. Ob Goggia dort bereits wieder an den Start gehen kann, hängt davon ab, wie schnell sich ihr Gesundheitszustand in den kommenden Wochen weiter verbessert.