Jahrelanger Krebs: Vizeweltmeisterin von Saalbach ist tot
- Abschied vor Olympia: Letzte Nachricht aus Slowenien
- Nataša Bokal: Eine Karriere zwischen Triumph und 12 Operationen
- 1991: Das Jahr ihres größten Erfolgs in Saalbach
- Nach der Karriere: Jahre des Lehrens und des Kämpfens
- Trauer in Slowenien: „Ein fester Bestandteil unserer Geschichte“
Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele 2026 erreicht den alpinen Skisport eine erschütternde Nachricht: Die slowenische Ski-Legende Nataša Bokal ist tot. Die Silbermedaillengewinnerin von Saalbach 1991 verstarb im Alter von nur 58 Jahren. Die einstige Slalom-Spezialistin verlor ihren jahrelangen Kampf gegen den Krebs.
Abschied vor Olympia: Letzte Nachricht aus Slowenien
Die traurige Nachricht aus Škofja Loka erreichte die Ski-Welt am 31. Jänner. Dort verstarb Nataša Bokal, die ihre ersten Erfolge noch für das damalige Jugoslawien feierte. Aus ihrer Heimat hieß es, sie habe seit Jahren gegen den Krebs gekämpft.
Nachdem sie eine erste Erkrankung im Jahr 2019 bereits besiegt zu haben schien, trat 2024 eine neue, bösartige Tumorerkrankung im Darm auf. Diesen zweiten Kampf verlor sie nun tragischerweise nur wenige Tage vor der Eröffnung der Winterspiele.
Nataša Bokal: Eine Karriere zwischen Triumph und 12 Operationen
In den 1990er-Jahren gehörte Bokal zu den besten Technikspezialistinnen im Weltcup. Zwischen 1990 und 2003 bestritt sie 135 Rennen und stand dreimal auf dem Podest. Am 12. Januar 1991 feierte sie in Kranjska Gora ihren emotionalen Heimsieg im Slalom.
Dass sie nicht noch öfter ganz oben stand, lag an einer beispiellosen Verletzungsserie: Alleine 12 Knieoperationen musste die Slowenin im Laufe ihrer Karriere überstehen. Ihr Kampfgeist auf der Piste war jedoch legendär.
1991: Das Jahr ihres größten Erfolgs in Saalbach
Der Höhepunkt ihrer Laufbahn folgte kurz nach dem Heimsieg: Am 1. Februar 1991 gewann sie bei der Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm die Silbermedaille im Slalom. Mit nur 0,16 Sekunden Rückstand auf die Schweizerin Vreni Schneider schrieb sie Geschichte.
Bokal war damit die erste slowenische Skifahrerin, die eine WM-Medaille im Slalom für ihr Land (damals noch im Kontext des Umbruchs) sicherte.
Nach der Karriere: Jahre des Lehrens und des Kämpfens
Auch nach ihrem Rücktritt 2002 blieb sie dem Sport als Trainerin eng verbunden. Sie förderte den Nachwuchs und blieb trotz ihrer Krankheit eine starke Persönlichkeit der Ski-Szene. In einem ihrer letzten Interviews zeigte sie sich gewohnt kämpferisch: „Ich versuche, weiterzuleben, ein normales Leben zu führen. Ich habe mich nie von der Welt abgeschottet.“
Trauer in Slowenien: „Ein fester Bestandteil unserer Geschichte“
Der slowenische Skiverband (Sloski) verabschiedet sich mit einer bewegenden Erklärung von seiner Ikone: „In tiefer Trauer haben wir uns von Nataša Bokal verabschiedet... Ihr Vermächtnis reicht weit über sportliche Erfolge hinaus – sie ist ein fester Bestandteil der Geschichte und Identität des slowenischen Skisports.“