Direkt zum Inhalt
Lionel Messi umgeben von Teamkollegen beim Spiel Argentinien gegen Benin
Der letzte Tango: Lionel Messi bedankt sich nach seinem 208. Länderspiel bei den argentinischen Fans.
Der letzte Tango: Lionel Messi bedankt sich nach seinem 208. Länderspiel bei den argentinischen Fans.
APA-Images / AP / Gustavo Garello

Der letzte Tango: Messis tränenreicher Abschied

07.10.2026 um 09:23, Marcel Toifl
min read
Gänsehaut in Buenos Aires: Lionel Messi absolviert sein 208. und letztes Länderspiel für Argentinien. Tor, Assists & Tränen beim 3:0-Sieg gegen Benin.

Fußball-Superstar Lionel Messi hat am Mittwochabend seine beispiellose Laufbahn in der argentinischen Fußballnationalmannschaft beendet. Beim 3:0-Erfolg im Länderspiel von Argentinien gegen Benin feierten 85.000 begeisterte Fans im Estadio Mas Monumental ihren Helden bei dessen 208. und definitiv letztem Einsatz im Trikot der Albiceleste.

​Emotionale Gala in Buenos Aires: Messis letzter Tango im Monumental

Schon vor dem Anpfiff flossen in der argentinischen Hauptstadt reichlich Tränen. Messi betrat den Rasen gemeinsam mit seinen drei Söhnen Thiago (13), Mateo (11) und Ciro (8), während seine Ehefrau Antonela Roccuzzo und Mutter Celia Cuccittini von der VIP-Box aus zusahen. Als Falklandkrieg-Veteran Fabio Santana die Nationalhymne anstimmte, kämpfte der achtmalige Weltfußballer sichtlich mit den Emotionen.

Ein riesiges Trikot mit der Rückennummer 10 und dem goldenen Schriftzug „Gracias“ wurde auf dem Feld ausgebreitet, ehe die Stadionsprecherin unter ohrenbetäubendem Jubel ein letztes Mal Messis Namen aufrief. In der 10. Spielminute unterbrach der Schiedsrichter die Partie für minutenlange Standing Ovations des gesamten Stadions.

​Tor und zwei Assists: Glanzvoller Abgang beim 3:0 gegen Benin

Sportlich drückte der Superstar der Partie ein letztes Mal seinen Stempel auf. Nach einer torlosen ersten Hälfte bereitete der Kapitän die Treffer von Nicolas Otamendi (48.) und Nico Paz (61.) gekonnt vor. In der 71. Minute verwandelte der Mann des Abends schließlich selbst einen Elfmeter zu seinem 126. Länderspieltor – der krönende Schlusspunkt einer überragenden Nationalmannschaftskarriere.

„Es war für mich eine große Ehre, dieses Trikot mehr als 20 Jahre lang zu tragen“, sagt ein zu Tränen gerührter Messi nach dem Schlusspfiff. „Ich bin am traurigsten Tag meiner Karriere angekommen, an dem ich mich verabschieden muss. Aber ich habe das Gefühl, dass jetzt der richtige Moment gekommen ist.“ Eine Drohnenshow am Nachthimmel, die das Konterfei des Kapitäns mit dem WM-Pokal formte, schloss den historischen Abend ab.

​Von der Roten Karte zum WM-Titel: 20 Jahre voller Rekorde

Messis Debüt in der Nationalelf am 17. August 2005 gegen Ungarn verlief alles andere als nach Maß: Damals sah der eingewechselte Teenager nach wenigen Sekunden wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte vom deutschen Schiedsrichter Markus Merk. Es folgte jedoch ein Aufstieg zum unangefochtenen Star des Weltfußballs.

Nach langer Wartezeit erfüllte sich 2021 mit dem Gewinn der Copa América der erste große Titeltraum mit der Albiceleste. Den absoluten Höhepunkt seiner Karriere markierte der Triumph bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Ein weiterer Copa-América-Titel (2024) sowie zwei Vizeweltmeisterschaften (2014, 2026) runden seine Bilanz als Rekordspieler (208 Einsätze) und Rekordschütze (126 Tore) Argentiniens ab.

​Blick in die Zukunft: Wer tritt in die Fußstapfen der Nummer 10?

Nach dem emotionalen Abschied steht Nationaltrainer Lionel Scaloni vor der Mammutaufgabe, den Umbruch ohne das langjährige Aushängeschild zu gestalten. „Einen Zweiten wie Messi wird es nicht geben“, würdigt der Erfolgscoach seinen Kapitän auf der Pressekonferenz.

Als aussichtsreichster Anwärter auf das ikonische Trikot mit der Nummer 10 gilt das 22-jährige Talent Nico Paz vom italienischen Serie-A-Klub Como, der gegen Benin an der Seite Messis überzeugte und bereits die Nummer 18 trug – jene Nummer, mit der einst auch Messis eigene Ära im Nationalteam begann.

more