Kevin Kampl: „Ich lache nicht mehr so viel wie früher“
Kevin Kampl hat in einem emotionalen TV-Interview so offen wie selten über die schwerste Zeit seines Lebens gesprochen. Der ehemalige Spieler von Red Bull Salzburg, Borussia Dortmund und RB Leipzig verlor innerhalb weniger Monate seinen Bruder und seinen Vater. Die beiden Schicksalsschläge veränderten den 36-Jährigen nachhaltig und spielten auch bei seinem Karriereende eine entscheidende Rolle.
Plötzlicher Tod seines Bruders
Im Oktober 2025 traf Kevin Kampl ein schwerer Schicksalsschlag. Sein älterer Bruder Seki starb im Alter von 51 Jahren völlig unerwartet.
Kampl schilderte bei „Sky90“, dass er sich damals in der Kabine von RB Leipzig befand und kurz vor dem Training einen Anruf erhielt. Zu diesem Zeitpunkt sei sein Bruder bereits seit rund einer Stunde reanimiert worden.
Der frühere slowenische Nationalspieler machte sich sofort auf den Weg nach Hause. Erst nach seiner Landung habe er die Nachricht erhalten, dass sein Bruder gestorben sei.
Kampl beschrieb Seki nicht nur als Bruder, sondern auch als engen Freund und wichtige Vaterfigur. Der Verlust habe ihm „den Boden unter den Füßen weggerissen“.
Wenige Monate später stirbt sein Vater
Noch während die Familie den Tod seines Bruders verarbeitete, starb wenige Monate später auch Kampls schwer kranker Vater. Besonders seine Mutter habe unter den beiden Verlusten stark gelitten. Für Kampl rückte dadurch die Familie immer stärker in den Mittelpunkt.
Im Interview machte er deutlich, wie sehr ihn die Ereignisse verändert haben. „Ich lache auch nicht mehr so viel wie früher“, sagte der ehemalige Profi über seinen heutigen Blick auf das Leben.
Warum Kampl seine Karriere beendete
Schon im Dezember 2025 reifte bei Kampl die Entscheidung, künftig mehr Zeit mit seinen Angehörigen zu verbringen. Anfang Jänner 2026 wurde schließlich bekannt, dass RB Leipzig und der Mittelfeldspieler seinen Vertrag vorzeitig auflösen würden.
Am 17. Jänner wurde Kampl vor dem Bundesliga-Spiel gegen Bayern München offiziell verabschiedet. Anschließend bestätigte er auch das Ende seiner aktiven Karriere.
Kampl erklärte rückblickend, dass der Fußball nach den familiären Schicksalsschlägen an Bedeutung verloren habe. Für ihn sei klar gewesen: „Ich muss nach Hause, ich muss zu meiner Familie.“
So lebt Kampl heute
Nach dem Ende seiner Profikarriere zog sich Kampl weitgehend aus dem Fußballalltag zurück. Bereits im Sommer hatte er erzählt, dass ihm die Ruhe auf Mallorca und die Arbeit im Garten geholfen hätten, Abstand zu gewinnen.
Ganz verarbeitet sind die Verluste allerdings nicht. Kampl machte deutlich, dass der Tod seines Bruders und seines Vaters weiterhin ein Teil seines Alltags ist.
Seine Verbindung zu Österreich bleibt eng. Von 2012 bis Ende 2014 spielte er für Red Bull Salzburg und entwickelte sich dort zu einem der auffälligsten Spieler der Liga. Mit Salzburg gewann er 2014 Meisterschaft und Cup, ehe seine Karriere über Dortmund und Leverkusen schließlich nach Leipzig führte.