„Familie, Freunde und Fußball“: Prohaska wird emotional
Große Emotionen bei der 30. Lotterien-Sporthilfe-Gala in Wien: Herbert Prohaska wurde am Donnerstagabend für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der 71-jährige Jahrhundertfußballer erhielt in der Wiener Stadthalle den NIKI-Special-Award. Besonders berührend wurde die Preisverleihung durch seine vier Enkelkinder, die ihren Großvater auf der Bühne überraschten.
Lebenswerk-Ehrung für Prohaska
Herbert Prohaska gehörte zu den großen Mittelpunktfiguren der diesjährigen Sporthilfe-Gala. Vor rund 1.500 Gästen wurde der ehemalige Spieler und ÖFB-Teamchef mit dem Special Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Anders als bei den regulären Preisen für Österreichs Sportlerinnen und Sportler des Jahres ging es bei Prohaska nicht um Leistungen der vergangenen Saison. Gewürdigt wurde vielmehr seine jahrzehntelange Bedeutung für den österreichischen Fußball, als Spieler, Trainer und später als TV-Experte.
Vier Enkel sorgen für emotionalen Moment
Für den wohl bewegendsten Augenblick des Abends sorgten Prohaskas vier Enkel Ella, Oskar, Paula und Theo. Sie übernahmen die Laudatio und erinnerten dabei nicht nur an seine sportlichen Erfolge, sondern vor allem an ihren Großvater als Familienmenschen.
Das Publikum reagierte mit stehenden Ovationen. Prohaska zeigte sich sichtlich gerührt und kämpfte mit den Tränen. In seiner Dankesrede fasste er sein Leben schließlich mit einem einfachen Satz zusammen: „Mein Lebenswerk besteht aus den drei F: Familie, Freunde und Fußball.“ Damit machte der 71-Jährige deutlich, welche Dinge für ihn rückblickend tatsächlich zählen.
Prohaska bleibt seinem Schmäh treu
Trotz aller Emotionen ließ sich Prohaska auch seinen bekannten Humor nicht nehmen. Für Lacher sorgte unter anderem eine Anekdote über seinen langjährigen ORF-Kollegen Rainer Pariasek.
Prohaska scherzte, dass er Pariasek zu Beginn ihrer Zusammenarbeit nicht besonders gemocht habe. Nach inzwischen rund 25 gemeinsamen Jahren habe sich daraus allerdings eine enge Verbindung entwickelt.
Auch Dietmar Kühbauer bekam sein Fett weg. Prohaska erinnerte daran, dass der spätere Trainer während seiner Zeit als Nationalspieler sämtliche Trainings und Besprechungen dokumentiert habe. Mit einem Augenzwinkern meinte er, dass sich diese Mitschriften offenbar ausgezahlt hätten. Kühbauer wurde bei derselben Gala als Trainer des Jahres ausgezeichnet.
Eine außergewöhnliche Fußballkarriere
Die Auszeichnung würdigt eine der bedeutendsten Karrieren des österreichischen Fußballs. Prohaska gewann mit Austria Wien sieben Meistertitel und viermal den österreichischen Cup. In Italien holte er mit Inter Mailand den Cup und wurde mit AS Roma Meister.
Unvergessen bleibt auch sein „Spitz von Izmir“ im Jahr 1977, mit dem Österreich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1978 schaffte. Später führte Prohaska die Nationalmannschaft als Teamchef zur WM 1998 nach Frankreich.
Im Jahr 2000 wurde er zu Österreichs Jahrhundertfußballer gewählt. Seit demselben Jahr ist er zudem als ORF-Fußballexperte tätig. Direkt im Anschluss an die Gala zeigte der ORF die Dokumentation „Herbert Prohaska – Der Ball, ein Leben“, die seine Karriere und persönliche Geschichte noch einmal ausführlich nachzeichnete.