Paukenschlag: Weltkonzern steigt beim FC Bayern ein
- Mega-Deal perfekt: Viessmann steigt beim FC Bayern ein
- 250 Millionen Euro: Finanz-Booster fürs Festgeldkonto
- Welche Folgen der Kauf für den FC Bayern hat
- Neuer Aufsichtsrat und kritische Stimmen der Fans
Der FC Bayern München AG ist ein Finanz-Coup gelungen. Die Familien-Holding „Viessmann Generations Group“ kauft das letzte verfügbare Aktienpaket des deutschen Rekordmeisters. Für rund 250 Millionen Euro sichert sich Viessmann strategische Anteile an der Fußball-AG. Der Kauf hat weitreichende Folgen für die finanzielle Unabhängigkeit, die Aufsichtsratsstruktur sowie das Verhältnis zu den Fans.
Mega-Deal perfekt: Viessmann steigt beim FC Bayern ein
Der seit Wochen gemunkelte Einstieg ist nun offiziell in trockenen Tüchern: Der Weltkonzern Viessmann schließt den Kreis der strategischen Partner beim FC Bayern München. Durch eine gezielte Kapitalerhöhung erwirbt die Viessmann Generations Group unter der Leitung von Max Viessmann (37) knapp 6,7 Prozent der Anteile an der FC Bayern München AG. Bislang hielten Adidas, Audi und die Allianz jeweils 8,33 Prozent. Durch die Verwässerung sinken die Anteile des Trios auf jeweils knapp 7,8 Prozent, während der Mutterverein FC Bayern München e. V. mit exakt 70 Prozent weiterhin das von der Satzung vorgeschriebene, unangefochtene Stimmrechtsmonopol behält.
250 Millionen Euro: Finanz-Booster fürs Festgeldkonto
Der Kaufpreis hat es in sich: Geschätzte 250 Millionen Euro fließen auf das legendäre Festgeldkonto des Vereins. Zum Vergleich: Für die bisher vergebenen Partneranteile von Adidas (77 Mio. Euro im Jahr 2002), Audi (90 Mio. Euro im Jahr 2010) und Allianz (110 Mio. Euro im Jahr 2014) kassierten die Münchner insgesamt 277 Millionen Euro. Rechnet man die Bewertung aus dem Viessmann-Deal hoch, besitzt die FC Bayern München AG aktuell einen Unternehmenswert von imposanten 3,75 bis fünf Milliarden Euro.
Welche Folgen der Kauf für den FC Bayern hat
Der Millionensegen zieht direkte Konsequenzen nach sich:
- Kein weiterer Anteilsverkauf möglich: Da der e. V. laut Satzung mindestens 70 Prozent halten muss und nun 30 Prozent veräußert sind, ist das Tafelsilber an Beteiligungen endgültig aufgebraucht.
- Infrastruktur & Zukunftsprojekte: Nach Klubangaben soll das frische Kapital nicht unmittelbar in Ablösesummen geflossen werden, sondern strategisch in den Umbau der Säbener Straße, Nachwuchs-Projekte (Sportpark Unterhaching), Digitalisierung, Internationalisierung und Nachhaltigkeit investiert werden.
- Planungssicherheit bei Stars: Die gestärkte Eigenkapitalbasis erleichtert teure Vertragsverlängerungen mit Leistungsträgern wie Harry Kane (33) oder Michael Olise (24) und sichert die internationale Wettbewerbsfähigkeit gegen alimentierte Klubs aus England oder Saudi-Arabien.
Neuer Aufsichtsrat und kritische Stimmen der Fans
Im Zuge des Einstiegs erhält Firmenleitung Max Viessmann als zehntes Mitglied einen Sitz im mächtigen Aufsichtsrat der FC Bayern München AG. Trotz des finanziellen Befreiungsschlags regt sich in Teilen der aktiven Fanszene Unmut. Kritiker bemängeln, dass der Verein trotz Milliardenumsätzen seine letzten freien Reserveanteile veräußert hat – obwohl Präsidium und Vorstand während der Coronakrise versprochen hatten, diese verbliebenen fünf Prozent nur als „Manövriermasse“ für echte Notzeiten aufzusparen. Die Klubführung um Herbert Hainer argumentiert hingegen, man habe vorausschauend agiert, um nicht erst in einer Krise unter Druck verkaufen zu müssen.