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Cristiano Ronaldo freut sich auf dem Fußballplatz.
Cristiano Ronaldo fehlt bei Al-Nassr und sorgt für Spekulationen über einen Boykott.
Cristiano Ronaldo fehlt bei Al-Nassr und sorgt für Spekulationen über einen Boykott.
Stringer / REUTERS / picturedesk.com

Ärger bei Al-Nassr: Ronaldo fehlt plötzlich

02.02.2026 um 09:50, Yunus Emre Kurt
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Cristiano Ronaldo fehlt bei Al-Nassr und sorgt für Wirbel. Medien berichten von Unzufriedenheit mit dem Klub-Eigentümer. Im Fokus stehen Geld und Konkurrenz.

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Cristiano Ronaldo sorgt in Saudi-Arabien erneut für Schlagzeilen, diesmal abseits des Platzes. Der 40-Jährige wird beim anstehenden Ligaspiel von Al-Nassr fehlen und kommt seinem großen Karriereziel, dem 1000. Pflichtspieltor, vorerst nicht näher. Doch statt Schonung oder Verletzung stehen nun andere Gründe im Raum: Medien berichten von massiver Unzufriedenheit des Superstars mit den Klubverantwortlichen.

Boykott statt Belastungssteuerung?

Zunächst war davon ausgegangen worden, dass Ronaldo aus Gründen der Belastungssteuerung geschont wird. Doch laut der portugiesischen Zeitung A Bola steckt mehr dahinter. Demnach soll CR7 das Spiel bewusst auslassen, aus Protest gegen die Führung des Klubs und insbesondere gegen den Public Investment Fund (PIF), der Al-Nassr seit 2023 kontrolliert.

Der saudi-arabische Staatsfonds hält im Rahmen eines Privatisierungsprojekts 75 Prozent der Klubanteile und ist damit maßgeblich für sportliche und wirtschaftliche Entscheidungen verantwortlich. Genau hier soll der Kern von Ronaldos Unmut liegen.

Ungleiche Behandlung im eigenen Konzern

Aus Sicht des portugiesischen Superstars wird Al-Nassr innerhalb des PIF-Konstrukts offenbar benachteiligt. Denn der Staatsfonds kontrolliert auch die Ligakonkurrenten Al-Hilal und Al-Ittihad, Klubs, die sportlich und finanziell deutlich aggressiver auftreten.

Ein Blick auf die Zahlen stützt diesen Eindruck: Al-Hilal führt die Liga nicht nur sportlich an, sondern kommt auf einen Marktwert von rund 190 Millionen Euro. Al-Ittihad liegt mit knapp 141 Millionen Euro ebenfalls vor Al-Nassr, dessen Kader aktuell auf etwa 133 Millionen Euro geschätzt wird.

Vor allem die Transferpolitik soll Ronaldo stören. Während die Konkurrenz weiterhin hochkarätig investiert, sieht der fünfmalige Weltfußballer bei seinem Klub zu wenig Ambition, um Titel zu gewinnen.

Titelhunger bleibt ungestillt

Dass Ronaldo bislang keinen einzigen Titel mit Al-Nassr gewonnen hat, dürfte seine Ungeduld zusätzlich befeuern. Seit seinem Wechsel im Januar 2023 absolvierte der Portugiese 127 Pflichtspiele und erzielte dabei 111 Tore.

Auch in der laufenden Saison liefert Ronaldo weiter ab: 17 Treffer in 18 Spielen bedeuten Rang zwei in der Torjägerliste. Sportlich gibt es wenig Anlass zur Kritik, umso größer scheint der Frust darüber, dass diese Leistungen nicht in Titel umgemünzt werden.

Konkurrenz rüstet weiter auf

Während bei Al-Nassr Zurückhaltung herrscht, drehen andere Klubs weiter am Transferkarussell. Al-Hilal wird sogar mit einem spektakulären Winter-Transfer in Verbindung gebracht: Karim Benzema, Ballon-d’Or-Sieger 2022, könnte von Al-Ittihad losgeeist werden. Zudem verpflichtete der Tabellenführer kürzlich das französische Talent Kader Meïté für rund 30 Millionen Euro.

Wie geht es weiter mit CR7?

Am Montag steht für Al-Nassr das Auswärtsspiel bei Al-Riyadh an, am Freitag folgt das brisante Duell mit Al-Ittihad. Ob Ronaldo dann wieder auf dem Platz steht, ist aktuell offen. Auf Instagram zeigte sich der 40-Jährige wenige Stunden vor dem Spiel mit einem Daumen-hoch-Emoji.

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