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ZZ Top Frontmann Billy F Gibbons mit langem Bart, Sonnenbrille und Cowboyhut
ZZ Top Frontmann Billy F Gibbons spricht im Interview über die Geschichte der Kultband, Dusty Hill, ihre legendären Bärte und den Texas Blues.
ZZ Top Frontmann Billy F Gibbons spricht im Interview über die Geschichte der Kultband, Dusty Hill, ihre legendären Bärte und den Texas Blues.
APA-Images / AP / Mike Stewart

Billy F Gibbons: Das Geheimnis von ZZ Top

21.08.2026 um 11:23, Friederike Ploechl
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Billy F Gibbons spricht über 57 Jahre ZZ Top, Dusty Hill, die legendären Bärte, Texas Blues und warum die Band nie einen Masterplan hatte.

Mehr als 51 Jahre lang dieselbe Besetzung. Am 7. Juli spielten ZZ Top ihr einziges Österreich-Konzert im VAZ St. Pölten. Das allein macht ZZ Top zu einer Ausnahmeerscheinung. Der Rest entzieht sich jeder Vernunft: Bärte, die längst ihr Eigenleben führen, Glitzeranzüge, amerikanische Straßenkreuzer und Texas Blues, der neben Prince und Duran Duran auf MTV rotierte. Rückblickend fügt sich alles zu einer stimmigen Legende.

Billy F Gibbons, kreativer Architekt des „ZZ Top“-Kosmos, erzählt die Geschichte seiner Band ganz unspektakulär: Die Bärte durften während einer längeren Pause wachsen, funkelnde Bühnen-Outfits fanden ohne Strategie ihren Weg auf die Bühne, einen Masterplan gab es nie. Zwischen den Zahnrädern dieser erstaunlich langlebigen Maschine scheint bis heute ein wenig Sternenstaub hängen geblieben zu sein.

Dusty Hills letzter Wunsch

Wie läuft es gerade mit der Musik?
Billy F Gibbons: Heute denken wir vor allem an seinen Wunsch, dass die Band weitermachen soll. Mit Elwood Francis, unserem langjährigen Gitarrentechniker, hat jemand übernommen, der die Band seit Jahren kennt. Dusty nannte unseren heutigen Bassisten gerne „the bottom of the top“ – das Fundament, auf dem ZZ Top ruhte.

ZZ Top hatte nie einen Masterplan

ZZ Top wirkte immer größer als das Leben selbst, gleichzeitig aber nie künstlich. Hattest Du irgendwann das Gefühl, dass aus der Band etwas geworden war, das über die drei Männer hinausging, die sie gegründet hatten?
Billy F Gibbons: Für uns hat sich alles immer natürlich angefühlt. Es gab nie einen Masterplan. Wir haben einfach das gemacht, was sich richtig angefühlt hat. Wenn drei Typen mit Cowboyhüten auf die Bühne kommen, erwarten die meisten Country-Musik. Die funkelnden Bühnenanzüge haben wir schon früh für uns entdeckt und im Laufe der Jahre weiterentwickelt (Anm.: in den 1970ern von Nudie Cohn entworfen). Und die Bärte waren nach einer längeren Auszeit einfach unabgesprochen gewachsen und als wir wieder zusammentrafen, hatten wir einen neuen Band-Look.

Die Wurzeln liegen im Blues

Was wurde an ZZ Top in 57 Jahren am meisten missverstanden?
Billy F Gibbons: Viele halten uns für Southern Rock. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Aber unsere Wurzeln lagen immer tiefer im Blues als irgendwo sonst. Und Texas war für uns Identität genug. Deshalb waren und sind wir einfach „that little ol‘ band from Texas“. Schon damals fuhren wir in einem überladenen Van unzählige Meilen durch das Land und spielten einmal sogar vor genau einem einzigen Besucher. Wir beschlossen, ihm dieselbe Show zu liefern wie jedem ausverkauften Haus und er blieb – ich hoffe, nicht nur, weil wir ihm zur Halbzeit eine Cola spendiert haben. Am nächsten Abend waren es zwanzig Leute, und schließlich hob sich der Vorhang und es standen 20.000 Menschen vor der Bühne und wollten uns spielen hören.

Warum ZZ Top weltweit funktioniert

ZZ Top klang immer nach Texas und wurde weltweit verstanden. Warum funktionieren gerade die lokalsten Dinge oft überall?
Billy F Gibbons: Ich glaube, die Menschen reagieren auf das Unerwartete. Auf etwas, das sie so noch nie gehört haben. Uns geht es nicht anders. Wir lassen uns bis heute von Klängen aus Nordmexiko, Westafrika und vielen anderen Orten inspirieren. Manchmal hört man etwas, das einem seltsam vertraut vorkommt und gleichzeitig völlig neu erscheint. Und plötzlich begreift man, wovon diese Musik erzählt. Genau darin liegt die Faszination. Und die versteht man überall auf der Welt.

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