„Gaugau“-Sager: Katharina Straßer nach Dialekt-Witz heftig attackiert
- Gaugau-Sager löst Shitstorm aus
- Persönliche Angriffe statt Diskussion
- Straßer reagiert: Das geht so nicht
- Sorge um den Umgang im Netz
- ORF greift ein und appelliert an Community
Was als lockerer Wiener Schmäh gedacht war, ist völlig unerwartet eskaliert: Schauspielerin Katharina Straßer hat mit einer harmlosen Anekdote über das Wort Gaugau eine massive Hasswelle im Netz ausgelöst. In einem Interview mit der ORF-Sendung „Seitenblicke“ erzählt sie augenzwinkernd, dass ihr Wiener Partner Kakao so nennt, was auch ihre Kinder scherzhaft aufgreifen würden. Der entsprechende Ausschnitt wurde anschließend auf Social Media veröffentlicht und verbreitete sich rasch.
Gaugau-Sager löst Shitstorm aus
Wie dünnbesaitet so mancher Social-Media-Nutzer dieser Tage ist, könnte sich nicht deutlicher als in diesem Beispiel zeigen. Der Gaugau-Sager trifft anscheinend einen offenliegenden Nerv: Innerhalb kürzester Zeit kippt die Stimmung – ein liebevoller Dialektwitz löst einen regelrechten Shitstorm aus.
Persönliche Angriffe statt Diskussion
Unter dem veröffentlichten Video sammeln sich schockierend viele Kommentare, die über Kritik hinausgehen. Statt über Sprache oder Dialekte zu diskutieren, richten sich besonders viele Beiträge direkt gegen Straßer persönlich. Darunter finden sich auch konkrete Beleidigungen wie „Blunzn“ oder „Tussi“.
Beleidigungen und abfällige Aussagen dominieren die Diskussion, teilweise zielen die Angriffe auch auf Äußerliches ab. Die Brutalität des „Diskurses“ kann selbst erprobte Blitzlichtgewitter-Profis und hartgesottene Boulevard-Stammgäste schaudern lassen.
Straßer reagiert: „Das geht so nicht!“
Die Schauspielerin meldet sich schließlich in einem Video selbst zu Wort – sichtbar betroffen von der Heftigkeit der Reaktionen. In dem Video liest sie auch einzelne Kommentare vor.
„Ich bin fassungslos, ich versteh nicht, was hier abgeht“, so Straßer. „Es geht mir wirklich zu weit, ich werde aufs Ärgste beschimpft. Ich muss wirklich sagen, Leute, das geht so nicht, das ist nicht in Ordnung!“
Dabei betont sie auch die Verantwortung jedes Einzelnen: Viele Kommentare würden nicht anonym, sondern unter echtem Namen veröffentlicht. Umso unverständlicher sei die Aggressivität.
Sorge um den Umgang im Netz
Für Straßer geht es längst nicht mehr nur um ihre Person. Vielmehr sieht sie ein grundlegendes Problem. „Da mache ich mir wirklich Sorgen um die Menschheit“, so die Schauspielerin.
ORF greift ein und appelliert an Community
Mittlerweile hat sich auch der ORF zu Wort gemeldet. Ohne den Fall Straßer beim Namen zu nennen, stellt die Redaktion der Sendung „Seitenblicke“ in einem Statement klar: „Wir unterstützen keinen Hass im Netz.“ Diskussionen und unterschiedliche Meinungen seien willkommen, persönliche Angriffe jedoch nicht. „Bitte achtet auf einen respektvollen Ton in den Kommentaren“, so der abschließende Appell.