Große Trauer: Kärntner Kunst-Ikone ist tot
- Große Trauer um Kärntner Ausnahme-Künstler Reimo Wukounig
- Verarbeitung des Traumas als Missbrauchsopfer von Franz Wurst
- Biennale-Teilnahme und ein Leben ausschließlich für die Kunst
Der Kärntner Maler, Zeichner und Objektkünstler Reimo Wukounig ist am Mittwochabend im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit in einem Wiener Spital gestorben. Wukounig galt als kompromissloser und radikaler Geist, der als Österreich-Vertreter bei der Biennale in Venedig internationale Bekanntheit erlangte.
Große Trauer um Kärntner Ausnahme-Künstler Reimo Wukounig
Der am 5. März 1943 in Klagenfurt geborene und in St. Kanzian am Klopeiner See aufgewachsene Künstler verstarb am Mittwochabend, dem 21. Oktober 2026. Dies gab die Galerie Judith Walker bekannt. Wukounig, der seit vielen Jahren in Wien lebte, hinterlässt ein eindrucksvolles und forderndes künstlerisches Vermächtnis. Landeshauptmann Peter Kaiser und Kulturreferentin Gaby Schaunig würdigten Wukounig, dem 2023 das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten verliehen worden war, als prägende „Ausnahmeerscheinung der österreichischen Kunst“.
Verarbeitung des Traumas als Missbrauchsopfer von Franz Wurst
Wukounigs Schaffen war tief geprägt von seiner dramatischen Kindheit: Ab seinem achten Lebensjahr verbrachte er seine Jugend in der Erziehungsanstalt Harbach bei Klagenfurt und wurde dort zu einem der zahlreichen Missbrauchsopfer des berüchtigten Primararztes Franz Wurst. Die erlittenen physischen und psychischen Verletzungen verarbeitete der Künstler brutalehrlich und schonungslos in seinen Werken – etwa in der eindringlichen Dokumentation über seine Zeit als „Zögling 33“ oder im berühmten Zöglingszyklus.
Biennale-Teilnahme und ein Leben ausschließlich für die Kunst
Nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Sergius Pauser stieg Wukounig zu einer der prägendsten Figuren der zeitgenössischen Kunst auf. 1976 vertrat er Österreich auf der renommierten Biennale di Venezia. Seine Werke wurden unter anderem in der Wiener Secession, der Albertina sowie der Landesgalerie Klagenfurt ausgestellt. Wukonig, der bis ins hohe Alter täglich zeichnete, bezeichnete seine Arbeit stets als kompromisslose Selbstbefragung: „Ich lebe ausschließlich für die Kunst.“