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Thomas Stipsits I Credit: Karl Schöndorfer/picturedesk.com
Der beliebte Kabarettist spricht über seine Auszeit.
Der beliebte Kabarettist spricht über seine Auszeit.
Karl Schöndorfer/picturedesk.com

Panik und Angst: Thomas Stipsits spricht über Auszeit

03.01.2022 um 11:36, Brigitte Biedermann
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Nach einer viermonatigen Bühnenpause meldet sich der beliebte Kabarettist zurück. Um anderen Mut zu machen, spricht er offen über sein Burn out, Angstzustände und Panikattacken.

Kabarettist, Autor, Schauspieler: Diese drei beruflichen Verpflichtungen wurden Thomas Stipsits im Sommer wohl zu viel. Via Facebook verkündete er seinen Rückzug von der Bühne. Jetzt meldet er sich mit einem emotionalen Interview in „Frühstück bei mir“ auf Ö3 zurück.

Stipsits will anderen Mut machen

Der Kabarettist hat sich bewusst dazu entschlossen über seine psychische Erkrankung öffentlich zu sprechen.  „Ich habe eine sechswöchige Reha für psychosomatische Störungen gemacht, da habe ich viele Dinge gelernt, die man einfach in den Alltag integrieren kann. Es war mir ein Bedürfnis, das mit Menschen zu teilen. Weil ich es wichtig finde, dass wir psychische Erkrankungen genauso wertig behandeln wie physische Erkrankungen.“ 

Bereits mit 25 Panikattacken

Bereits mit 25 Jahren litt der beliebte Schauspieler an Panikattacken, die ähnlich zu jenen im vergangenen Jahr waren. "Burn-out ist ja immer mit sehr vielen anderen Dingen verbunden. Bei mir ist es die Angst und Panik, die gehen oft über in eine Depression", beschrieb Stipsits. Dieses Mal löste die Überarbeitung Panikattacken  aus. Auch habe er den Fehler gemacht, sich nicht gut genug von Menschen abzugrenzen, die ihm nicht gut tun.

Zusammenbruch nach der Vorstellung

Ein Hörsturz vor einem Jahr war die erste Warnung, dann folgten zunehmend Angstzustände. Der traurige Höhepunkt passierte bei einer Vorstellung im "Theater im Park" im Juli. "In der zweiten Hälfte der Vorstellung ist der Boden unter meinen Füßen plötzlich weich geworden und dann kam eine Panikattacke daher, wie vor 13 Jahren das letzte Mal. Dann hatte ich kurz den Gedanken, es rennen alle Leute auf die Bühne und trampeln mich tot. Zum Glück hat das niemand gemerkt." Es sei „ein furchtbarer Zustand“ gewesen, aber „Gott sei Dank hatte ihn niemand bemerkt“.

„Ich wurde heimgebracht, hatte dort den vollkommenen Zusammenbruch mit Weinkrämpfen und war völlig fertig.“

Sechs Wochen Reha im Waldviertel 

Ein kompletter Rückzug und sechs Wochen Aufenthalt im Rehabilitationszentrum für psychische Gesundheit hätten ihm geholfen. Er habe unterschiedliche Therapieformen verordnet bekommen - auch „Psychotherapie in der Gruppe“. Davor habe er zunächst Respekt gehabt, „weil natürlich kennen mich die Leute. Aber das ist schnell verschwunden, nach ein paar Tage haben sich alle beruhigt: ‚Ja, er ist es wirklich.“ Man „zieht ja an einem Strang“.

Auftritte 2022 und sein neuer Roman

Seit Dezember steht Stipsits wieder mit seinem Programm "Stinatzer Delikatessen" auf der Bühne. Ende Februar erscheint sein neuer Stinatz-Krimi „Eierkratz-Komplott“, den der Autor während seines Aufenthaltes im Waldviertel fertig geschrieben hat. Hier sehen Sie das Video, indem er seine Rückkehr verkündet. 

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