Missbrauchsprozess R. Kelly: Das Urteil ist gefallen

Nach einem mehrwöchigen Prozess wurde der Musiker in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Er muss für 30 Jahre hinter Gitter.
Autor: Teresa Frank, 30.06.2022 um 08:21 Uhr

Sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping, Sexhandel und Bestechung – das sind nur einige der Anklagepunkte, die gegen den einst gefeierten Musiker R. Kelly erhoben wurden. Kellys Verbrechen seien „kalkuliert, sorgfältig geplant und über einen Zeitraum von fast 25 Jahren regelmäßig ausgeübt worden“, so die Richterin. Auch sieben der Opfer, die als Zeugen beim Prozess aussagten, zeichneten ein eindeutiges Bild des Rappers. Er habe einen „Gotteskomplex“, „Millionen Menschen manipuliert“ und „jämmerliche, unerklärliche“ Taten begangen. „Ich bin nicht hier wegen des Geldes und schon gar nicht für Hollywood. Ich bin hier, weil ich Gerechtigkeit suche“, betonte eine der Frauen. Kelly selbst äußerte sich beim Verfahren nicht. „Er sitzt hier nicht ohne Reue“, sagte seine Verteidigerin.

30 Jahre hinter Gitter

Seit seiner Festnahme Anfang 2019 sitzt Kelly in Haft. Und so schnell wird er diese auch nicht mehr verlassen. Denn für seine Verbrechen, die er in den Jahren von 1994 bis 2018 begangen haben soll, muss der 55-Jährige 30 Jahre absitzen. Damit folgt das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft, die im Vorfeld ein Strafmaß von mindestens 25 Jahren verlangt hatte. Die Schwere seiner Taten sowie die Gefahr, die immer noch von Kelly ausgehe, wurde immer wieder betont. Vertreter der „MeToo“-Bewegung feiern das Urteil gegen den Ex-Popstar.

Straftaten über Jahrzehnte hinweg

Bereits in den 2000er-Jahren waren erste Anschuldigungen gegen Kelly erhoben worden. 2008 wurde ihm der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen, er wurde jedoch vor Gericht freigesprochen. Die 2019 erschienene Dokumentation „Surviving R. Kelly“, in der sich viele seiner Opfer äußerten und von ihren schlimmen Erfahrungen berichteten, führte schließlich zur Verhaftung Kellys im Jahr 2019. Weggefährten, Kollegen wie auch sein Musiklabel RCA distanzierten sich daraufhin von ihm.