"Ohne Redaktion": Ex-ORF-Experte feiert Erfolg
- Karim El-Gawhary feiert Erfolg nach ORF-Abgang
- Karim El-Gawhary: ORF-Abgang nach über 20 Jahren
- ORF-Abgang: Kritik an Gaza-Berichterstattung
- ORF-Nahostbüro in Kairo geschlossen
- Karim El-Gawhary blickt nach vorne
Nach mehr als zwei Jahrzehnten beim ORF hat Karim El-Gawhary ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der langjährige Nahost-Korrespondent musste sich nach seinem Abschied vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk neu orientieren. Doch nun gibt es erfreuliche Nachrichten: Der erfahrene Journalist feiert einen persönlichen Erfolg und zeigt, dass er auch ohne die Unterstützung eines großen Senders Menschen erreichen kann. Besonders bemerkenswert: Das ist ihm „ohne Redaktion und Werbemaßnahmen“ gelungen.
Karim El-Gawhary feiert Erfolg nach ORF-Abgang
Nach den turbulenten Monaten rund um seinen ORF-Abgang kann Karim El-Gawhary wieder mit positiven Nachrichten aufhorchen lassen. Während zuletzt vor allem über seine berufliche Zukunft und die Hintergründe seines Abschieds diskutiert wurde, steht nun wieder seine journalistische Arbeit im Mittelpunkt.
Über Jahrzehnte hinweg hat sich El-Gawhary als Nahost-Experte einen Namen gemacht. Für viele Fernsehzuseher war er eine vertraute Stimme, wenn es darum ging, die komplizierten politischen Entwicklungen in der Region verständlich einzuordnen. Diese Erfahrung nimmt ihm auch das Ende seiner ORF-Tätigkeit nicht.
Karim El-Gawhary: ORF-Abgang nach über 20 Jahren
Dabei liegt eine bewegte Zeit hinter dem Journalisten. Wie mehrere österreichische Medien im Dezember 2025 berichteten, sollte sein Vertrag als freier Mitarbeiter mit 30. Juni 2026 auslaufen und nicht verlängert werden. Die Entscheidung sei demnach bereits hinter den Kulissen gefallen gewesen.
Für viele Zuseher war Karim El-Gawhary über Jahre hinweg eine der bekanntesten Stimmen aus dem Nahen Osten. Seit 2004 leitete er das ORF-Nahostbüro in Kairo und berichtete von dort aus über politische Umbrüche, Konflikte und das Leben der Menschen in der Region. Schon zuvor war er fünf Jahre für das ARD-Rundfunkstudio in Kairo tätig gewesen.
Mit seinem Abschied ging damit eine langjährige Verbindung zwischen dem erfahrenen Journalisten und dem österreichischen Rundfunk zu Ende.
ORF-Abgang: Kritik an Gaza-Berichterstattung
Doch das Ende seiner ORF-Tätigkeit stand auch im Zusammenhang mit internen Diskussionen. Wie der „Standard“ berichtete, soll seine Vertragsverlängerung aufgrund seiner Gaza-Berichterstattung und seiner Äußerungen in sozialen Netzwerken infrage gestellt worden sein.
Für Kritik sorgte demnach unter anderem, dass El-Gawhary Israelis in Beiträgen als „Besatzer“ und Palästinenser als „Besetzte“ bezeichnete. Ob diese Auseinandersetzungen tatsächlich ausschlaggebend für die Nichtverlängerung seines ORF-Vertrags waren, blieb allerdings offen.
ORF-Nahostbüro in Kairo geschlossen
Mit dem Abschied des langjährigen Korrespondenten sollte zudem eine weitere Veränderung einhergehen. Das ORF-Büro in Kairo sollte geschlossen und die Nahost-Berichterstattung künftig vom Büro in Israel aus organisiert werden.
Für El-Gawhary bedeutete diese Entwicklung das Ende eines bedeutenden beruflichen Kapitels.
Karim El-Gawhary blickt nach vorne
Nach seinem ORF-Abgang richtet Karim El-Gawhary den Blick nach vorne und startet mit einem eigenen Projekt durch. Mit „Nahost. Nah Dran“ hat der langjährige Nahost-Korrespondent einen eigenen Podcast gegründet. Darin nimmt er seine Zuhörer mit in die arabische Welt, erzählt Geschichten aus dem Alltag der Menschen und ordnet aktuelle politische Entwicklungen und Konflikte ein.
Dabei möchte der erfahrene Journalist bewusst über die kurzen Nachrichtenbeiträge hinausgehen. Neben kompakten Analysen stehen auch ausführliche Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten auf dem Programm. Sein Ziel ist es, den Menschen die arabische Welt und das Leben in der Region näherzubringen.
Wie viel Herzblut in seinem neuen Projekt steckt, verrät Karim El-Gawhary auf LinkedIn. „Das sich neu erfinden ist sehr erfüllend“, schreibt der Journalist über seinen beruflichen Neustart. Gleichzeitig gibt er offen zu, dass die Selbstständigkeit auch ihre Herausforderungen mit sich bringt: „Es ist wesentlich mehr Arbeit, als ich gedacht habe, aber es macht Spaß.“