Helene Fischer im Interview: „Hör auf deine innere Stimme“
Inhalt
- Musik und neue Tour
- Balance und innere Stimme
- Vorbereitung auf die Bühne
- Zwei Seiten eines Stars
- Vorbildrolle und Fans
- Düfte, Erinnerungen und Emotionen
- Selbstvertrauen und Zweifel
- Inspiration und neue Ufer
Seit über 20 Jahren zählt Helene Fischer zu den prägenden Künstlerinnen im deutschsprachigen Raum. Im Interview mit weekend.at spricht sie über ihre neu gewonnene Stärke, ihre große Stadiontour, bei der sie am 11. Juli im Wiener Happel-Stadion Station macht und ihre Zusammenarbeit mit der internationalen Mode- und Duftmarke Mugler.
Musik und neue Tour
Lateinamerikanische Stars wie Bad Bunny prägen aktuell die Charts. Kannst du damit etwas anfangen?
Helene Fischer: Ich bin grundsätzlich sehr musikaffin und höre alles Mögliche – eine große Bandbreite. Es muss mich einfach abholen, etwas in mir auslösen oder meine Stimmung unterstützen. Wir werden auch bei meiner kommenden Stadiontour stilistisch wieder in verschiedene Richtungen gehen, weil der Sommer kommt und wir die Menschen entsprechend abholen wollen. (Anm.: Wie sehr sich Helene Fischer auf ihre Tour freut, zeigt der Insta-Post vom 20. April!)
Balance und innere Stimme
Was lässt dich stark fühlen – und gibt es Routinen oder Rituale, die dir dabei helfen?
Helene Fischer: Tatsächlich fühle ich mich immer dann am stärksten – oder auch am schönsten –, wenn ich bei mir und in Balance bin. Es ist nichts, was von außen kommt, und es hat auch nichts mit Perfektion zu tun. Es ist vielmehr meine innere Haltung und mein Gleichgewicht, das ich in dem Moment habe. Letztendlich ist es das: Vertrau dir selbst und höre auf deine innere Stimme. Die sagt dir schon, was richtig ist. Wenn man positive Erfahrungen damit macht, merkt man irgendwann: Das ist der richtige Weg.
Wie hat sich dein Verständnis von weiblicher Stärke verändert?
Helene Fischer: Da hat sich einiges verändert. Ich bin von starken Frauen umgeben, die mich inspirieren und motivieren. Gleichzeitig bin ich mir meiner Vorbildrolle bewusst – für meine Töchter, aber auch für viele junge Frauen. Ich bin mit den Jahren gelassener geworden, weil ich mir selbst mehr vertraue und vieles nicht mehr ganz so wichtig nehme. Man kehrt immer mehr zu seiner inneren Stimme zurück, und das hilft mir auch, mit den vielen Emotionen und Geschichten umzugehen, die mir auf der Bühne begegnen.
Vorbereitung auf die Bühne
Hast du Rituale vor einem Auftritt?
Helene Fischer: Unmittelbar vor dem Konzert wird es bei mir bewusst ruhig. Ich nehme mir einen kleinen Moment für mich, um runterzukommen. Davor ist alles sehr wuselig – wir machen Soundcheck, Make-up, trainieren, da ist unglaublich viel Energie im Raum. Das spüre ich total. Deshalb brauche ich diesen kurzen Rückzug. Und tatsächlich spielt auch ein Duft eine Rolle – wie ein letzter Hauch Sternenstaub, den ich mir aufsprühe, bevor ich auf die Bühne gehe. Das ist ein ganz intensiver, spannender Moment, der sich jedes Mal besonders anfühlt.
Wie findest du deine Mitte vor einem Auftritt?
Helene Fischer: Ich habe im Laufe der Jahre vieles ausprobiert – Meditation, Atemübungen –, aber am Ende reicht mir ein kurzer Moment für mich. Ich ziehe mich zurück, erde mich und frage mich: Warum bin ich heute hier? Und die Antwort ist immer: um Menschen glücklich zu machen. Selbst wenn ich mal einen Tag habe, an dem ich nicht ganz so stark bin, hilft mir dieser Gedanke enorm. Dann bin ich sofort wieder on fire.
Zwei Seiten eines Stars
Nimmst du die private Helene mit auf die Bühne?
Helene Fischer: Ich bin eine Persönlichkeit mit zwei Seiten. Privat bin ich eher ruhig und genieße die Stille, auf der Bühne darf ich ein Feuer entfachen. Das ist keine Rolle, sondern einfach ein Teil von mir. Die letzten Jahre haben mich verändert – ich bin sensibler geworden, feinfühliger, sowohl emotional als auch energetisch. Dadurch ist vieles intensiver geworden, auch das, was ich auf der Bühne spüre und zurückgeben kann.
Helene Fischers Konkurrentinnen
Vorbildrolle und Fans
Du erreichst auch sehr junge Zielgruppen – etwa durch Barbie oder Madame Tussauds. Was bedeutet dir das?
Helene Fischer: Ich fühle mich sehr geehrt, dass man mich als Ikone wahrnimmt und ich diese Vorbildfunktion haben darf. Das bedeutet mir vor allem auch persönlich viel. Schön finde ich, dass sich die Zielgruppen heute so stark überschneiden. Bei meinen Konzerten sehe ich ein unglaublich buntes Publikum, und darauf bin ich auch ein bisschen stolz.
Düfte, Erinnerungen und Emotionen
Welche Rolle spielen Düfte für dich?
Helene Fischer: Eine große. Ich habe über viele Jahre einen Duft getragen, der mich sofort in bestimmte Momente zurückversetzt – vor allem an meine Bühnenanfänge. Wenn ich ihn heute auftrage, fühle ich mich sofort wieder jung und voller Energie. Gleichzeitig finde ich es wichtig, offen für Neues zu bleiben. Jeder Duft erzählt seine eigene Geschichte, und das finde ich sehr spannend.
Was bedeutet es dir, Botschafterin für Mugler zu sein?
Helene Fischer: Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, dass man mich dafür ausgewählt hat. Die Marke steht für Extravaganz, Eleganz und weibliche Stärke – das passt für mich sehr gut zusammen. Ich musste darüber auch gar nicht lange nachdenken, weil es sich einfach stimmig angefühlt hat. Es ist eine sehr schöne Zusammenarbeit.
Selbstvertrauen und Zweifel
Welchen Rat gibst du Menschen, die ihre innere Stimme noch suchen?
Helene Fischer: Es ist eigentlich gar kein großes Geheimnis, auch wenn es oft so klingt. Hör auf dich selbst und lass dich nicht von deinem Weg abbringen. Versuch nicht, allen zu gefallen – das funktioniert nicht. Das habe ich auch lernen müssen. Wichtig ist Vertrauen und auch Geduld. Dinge dürfen reifen, und irgendwann merkt man, dass es Klick macht.
Gab es bei dir auch Zweifel?
Helene Fischer: Natürlich. Meistens dann, wenn ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe und mich von anderen Meinungen habe beeinflussen lassen. Aber ich habe immer wieder zurückgefunden. Auch Umwege sind wichtig – sie lehren einen etwas und machen einen stärker. Man macht es beim nächsten Mal dann anders.
Inspiration und neue Ufer
Was inspiriert dich?
Helene Fischer: Das Leben selbst – Begegnungen, Gespräche, kleine Momente. Ich sammle solche Eindrücke und schreibe sie auf. Daraus entstehen oft Ideen oder Songs. Manchmal kommen mir Dinge einfach zugeflogen. Ich habe da kein festes Schema. Ich finde, das Leben ist pure Inspiration.
Gibt es eine neue Seite an dir, die du entdeckt hast?
Helene Fischer: Ich bin noch neugieriger geworden und habe auch gelernt, wie weit ich mit mir selbst gehen kann – auch körperlich. Die nächste Tour wird sehr emotional, weil sie auch 20 Jahre meiner Karriere widerspiegelt. Da sind viele Erinnerungen und berührende Momente dabei, die ich teilen möchte.