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Beatrice Venezi in einem schwarzen Abendkleid bei einem öffentlichen Auftritt in Venedig im Zusammenhang mit La Fenice
Beatrice Venezi: Nach dem Eklat trennt sich das Opernhaus La Fenice in Venedig von der Dirigentin.
Beatrice Venezi: Nach dem Eklat trennt sich das Opernhaus La Fenice in Venedig von der Dirigentin.
APA-Images / Action Press/Sipa / Maria Laura Antonelli

Eklat um Dirigentin: La Fenice zieht die Reißleine

27.04.2026 um 11:12, Jovana Borojevic
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Beatrice Venezi: La Fenice trennt sich noch vor Amtsantritt von der Dirigentin. Kritik und ein Interview führten zum endgültigen Bruch.

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Beatrice Venezi: Das traditionsreiche Opernhaus Teatro La Fenice hat die Zusammenarbeit mit der Dirigentin beendet. Dabei war Venezi erst im Oktober zur neuen Musikdirektorin ernannt worden. Sie hätte ihr Amt im kommenden Oktober antreten sollen, der Vertrag war sogar bis März 2030 angesetzt. Nun ist alles vorbei, noch bevor es richtig begonnen hat.

Konflikte von Anfang an um Beatrice Venezi

Schon kurz nach ihrer Ernennung sorgte Beatrice Venezi für Diskussionen. Kritiker bezeichneten sie als unerfahren und führten ins Treffen, dass sie bislang noch kein großes Orchester von Weltrang dirigiert habe. Zusätzlich wurde ihre politische Nähe zur Regierung von Giorgia Meloni thematisiert. Innerhalb des Opernhauses wuchs der Widerstand, die Entscheidung für die Dirigentin blieb von Beginn an umstritten.

Grund für das Aus von Beatrice Venezi

Offiziell begründet das Opernhaus den Schritt mit „wiederholten und schwerwiegenden öffentlichen Äußerungen“ von Beatrice Venezi. Diese hätten den künstlerischen und professionellen Wert des Hauses sowie seines Orchesters beleidigt und beeinträchtigt. Für die Leitung seien solche Aussagen mit den Grundsätzen des traditionsreichen Theaters nicht vereinbar gewesen.

Interview wird zum Verhängnis

Der endgültige Bruch kam nach einem Interview, in dem Beatrice Venezi die Zustände im Orchester kritisierte. Sie behauptete unter anderem, Stellen würden „praktisch von Vater zu Sohn“ weitergegeben, und sprach von mangelnder Bereitschaft zu Veränderungen. Aussagen, die intern für massive Empörung sorgten und letztlich das Fass zum Überlaufen brachten.

Verbitterung im Opernhaus

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die Gewerkschaft zeigte sich „tief bestürzt und verbittert“. Die Aussagen von Beatrice Venezi wurden als „falsch und beleidigend“ zurückgewiesen, die Orchestermitglieder als „hochkarätige Profis“ verteidigt. Nach Protesten und Arbeitsniederlegungen endet der Konflikt rund um die Dirigentin nun mit einem klaren Schnitt.

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