Test: Audi RS e-tron GT - Der E-Gaudi-Audi

Wenn man mit dem Fuß gefühllos aufs E-Pedal latscht, bekommt man ein Achterbahngefühl geliefert. In 3,3 Sekunden ist der Hunderter erreicht! Das Drehmoment von 830 Newtonmetern steht schneller zur Verfügung als der Magen „Würg“ sagen kann. Der RS e-tron GT ist eine Art Beschleunigungsmonster. Unglaublich, wie man die Kraft überhaupt auf die Straße bringen kann, ohne die Reifen in Rauch aufgehen zu lassen. Aber: Das Ding lässt sich auch überraschend komfortabel bewegen. Es locken zwar immer die 646 PS (im Overboost), aber eine entspannte Autobahnfahrt ist kein Problem. Auch im Cockpit geht es einigermaßen komfortabel zu Sache. Ja, man sitzt halt tief und muss ein bisserl aus dem Auto kraxeln, jedoch gibt es unterm Strich nix zu meckern. Auch die hinteren Ränge sind gut „beplatzt“. Interessanterweise hat Audi nicht versucht, Tacho, Armaturen und Co. ins Futuristische abgleiten zu lassen. Alles klar strukturiert und leicht bedienbar. Es gibt glücklicherweise noch Knöpfe! Danke! Bis auf den „Multitouchknopf“ im Bereich der Mittelkonsole, mit dem man angeblich die Lautstärke verstellen kann. Der ist echt gewöhnungsbedürftig. Der Rest? Nörgeln ist kaum möglich.

Reichweite. 487 Kilometer sollen es mit der 84 kWh-Batterie sein. Wir denken, dass 400 durchaus realistisch sind. Wer normal fährt, kommt laut Werk mit 19-20 kWh auf 100 km über die Runden. Im Test lagen wir bei etwa 21,5.  Den Super-E-Audi kann man mit bis zu 270 kW laden. Damit würde es etwa fünf Minuten dauern, um 100 Kilometer Reichweite zu erhalten. Vorausgesetzt, man findet so eine Mega-Schnellladestation. Negatives bei einem 140.000-Euro-Auto (Testauto mit enormer Ausstattung 190.000,-) zu finden ist schwer. Ja, der Preis und mit einem 5-Meter-Hobel einparken sind keine Wonne. Vielleicht hätten wir uns eine Spur mehr Rückmeldung an den Allerwertesten gewünscht? Ansonsten ein Fahrwerk der Superlative! Übrigens ist schon die  „kleinere“ Version, der e-tron GT, mit 476 PS eine „Wumskanone“. Diese kostet knapp über 100.000 Euro. Fazit: Etwas Besseres in der E-Premiumklasse zu finden, ist praktisch nicht möglich. Nur der Plattformbruder Porsche Taycan fährt in dieser Elektro-Sport-Liga mit. 

Leistung: 598 PS (646 PS Overboost)

Testverbrauch: 21,5 kWh/19-20 laut Werk

Motor: Zwei E-Motoren an Achsen (Allrad)

Kofferraum: 360 Liter

Spitze: 250 km/h

Autor: Werner Christl, 06.05.2021