Radfahren

In Paris tut man es, in Amsterdam ist es auf den Straßen nicht mehr wegzudenken und in Österreich macht es den Autos auch schon Konkurrenz: das Radfahren. Längst ist der Drahtesel nicht nur ein Sattel auf zwei Rädern. Diese Erfindung ist mittlerweile richtig Kult und nicht nur ein Mittel zum Zweck. Das Fahrrad ist das perfekte Fortbewegungsmittel, um eine Gegend zu erkunden, staufrei durch die Stadt zu kommen oder eine sportliche Performance hinzulegen. Schnell genug, um rechtzeitig anzukommen, aber langsam genug, um die Landschaft und die Umgebung wahrzunehmen. Auch zum Verreisen eignen sich Fahrräder besonders gut, mit der richtigen Ausrüstung kommt man bis in fremde Länder. Wer per Fahrrad unterwegs ist, erlebt viel: soziale Kontakte und die Nähe zur Natur. Wetter, Tiere, Landschaft, Botanik, man nimmt alles sehr viel intensiver wahr, mit allen Sinnen.

Heute und damals

Mehr als 200 Jahre ist es her, seit Karl von Drais 1817 das Laufrad erfand. Denn das erste Fahrrad war sozusagen eine Laufmaschine, welche ohne Pedale – und rein aus der eigenen Muskelkraft – betrieben wurde. Das Fahrrad wie wir es heute kennen, kam erst 50 Jahre später auf den Markt. Der Franzose Pierre Michaux entwickelte zur Pariser Weltausstellung das Velociped – ausgestattet mit Vorderradgabel und Tretkurbel. Allerdings war dieses Gefährt schwerfällig und langsam und es wurde weiter getüftelt. Eisräder wurden entwickelt, ein Riesen-Einrad und sogar ein Amphibien-Zweirad erblickten das Licht der Welt. Den Durchbruch als Transportmittel schaffte dann das Modell mit den luftgefüllten Reifen. Erst in den 1970er-Jahren wurde das Fahrrad auch bei der breiten Masse richtig populär. Als Sportgerät, modisches Accessoire, umweltfreundliches Transportmittel, Bonanzarad, Hollandrad, Rennmaschine, Mountainbike, Liegerad, E-Bike, Velomobil: Die Geschichte des Fahrrads ist noch längst nicht auserzählt. Der Wandlungsfähigkeit dieser Erfindung sind keine Grenzen gesetzt.

Ein Paar dass sich glücklich ansieht.

Mein Velo ist mein Spiegelbild.

„Zeig mir dein Fahrrad und ich sag dir welcher Typ du bist!“ So ungefähr könnte das Motto unter allen Bike-Verliebten klingen. Und tatsächlich sollte man sich beim Kauf des richtigen Fahrrades auf die eigene Leistung und auf die überwiegend geplanten Routen konzentrieren. Denn nicht jedes Fahrrad ist für jede Wegstrecke geeignet. Zum Beispiel sind Trekkingbikes oder Citybikes perfekt für lange Wegstrecken durch die Stadt, entlang der Donau oder um den Lieblings-See. Wenig Schotter und Kies, überwiegend flach oder mit etwas Anstieg, sind Merkmale einer Route, die sich bestens für diese Fahrräder eignen. Für eine Tour durch das Gebirge mit groben Steinen und starkem Anstieg sind diese Modelle eher ungeeignet. Verantwortlich dafür sind die zu schmalen Reifen, die kaum über das Geröll oder die Wurzeln im Wald fahren können.

Jetzt oder nie!

Fürs Radfahren gibt es keine bestimmte Jahreszeit, egal ob Winter oder Sommer, das Radfahren ist bei jeder Wetterlage geeignet. Daher gilt auch hier: Die Ausrüstung macht das Tüpfelchen auf dem I. Wer erst am Anfang seiner Radfahr-Karriere steht, dem reicht auch eine bequeme Kleidung, die Schweiß absondert und den Körper während des Fahrens trocken hält. Anders als beim Laufen, kommt man teilweise in eine erhöhte Geschwindigkeit, die wiederum für mehr Fahrtwind sorgt. Um keine unerwünschte Verkühlung des Körpers zu riskieren, sollte man daher auf windfeste Kleidung achten. Ein Helm ist ein absolutes Muss, denn dieser schützt vor gefährlichen Kopfverletzungen und sollte selbst bei kurzen Distanzen getragen werden. Achten Sie daher auf die richtige Größe und einen komfortablen Sitz. Außerdem sollte das Fahrrad mit einer Glocke, einem Rücklicht , Vorderlicht und Reflektoren ausgestattet sein. Denn bei Nachtfahrten oder auch in der Dämmerung sorgen sie dafür, dass man im Straßenverkehr nicht übersehen wird und Unfälle vermieden werden können.

Fitte Wadln durchs Radln.

Ausdauersport wie Radfahren stärkt nicht nur das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur, sondern setzt auch jede Menge Glückshormone frei. Ob Hobbysportler oder ambitionierter Biker: Das gleichmäßige Treten an der frischen Luft hat nachweislich eine positive Wirkung auf die Stimmung. Bereits nach 30 Minuten werden reichlich Endorphine, sogenannte Glückshormone, ausgeschüttet. Sie sind dafür verantwortlich, dass sich Radler entspannter fühlen und weit weniger an Depressionen leiden als Nichtsportler. Obendrein kann man mit der Trittmaschine auch ganz viele Kalorien verbrennen. Bei so vielen Vorteilen bleibt nur eines zu sagen: „Viel Spaß beim Radln!“

 

 

Mit dem Mountainbike durchs Wasser
Autor: Violeta Danicic, 04.06.2021