Pimp den alten Garten

Ein alter Garten mit ausgewachsenem Baumbestand kann wunderschön und sogar romantisch sein. Wer die Geschichte und die Entstehung seines Gartens kennt oder bei den Vorbesitzern hinterfragen kann, für denjenigen bekommen manche Pflanzen eine neue Bedeutung. Aber ein alter Garten bedarf manchmal tatsächlich einer Erneuerung. Sei es, dass die Anlage nicht mehr dem persönlichen Geschmack entspricht, oder dass Beete neu angelegt werden sollen. Der Frühling ist der ideale Zeitpunkt für die achtsame Umgestaltung eines alten Gartens. Hier die Checkliste...

1. Garten schonen!

Der wichtigste Schritt muss bereits vor Beginn des Umbaus stattfinden. Unbedingt den Garten mit stabilen Abschrankungen sichern, um zu verhindern, dass während der Bauarbeiten der Garten zum Lagerplatz wird, denn es werden nicht nur die Pflanzen vernichtet, sondern auch der Boden wird dadurch extrem verdichtet. Baufahrzeuge verfestigen nämlich den Boden bis zu einer Tiefe von 1,50 Metern und es kann Jahrzehnte dauern, bis die Bäume wieder richtig wurzeln können.

2. Bäume begutachten (lassen)!

Oft ist der Wert von alten Bäumen für Unkundige auf den ersten Blick gar nicht erkennbar. Große Bäume sind in Zeiten von immer heißeren Sommern die beste Klimaanlage. Wer einen Garten auslichtet, muss immer aufpassen, dass die bestehenden Gehölze nicht instabil und damit bei Sturm zur Gefahr werden. Alte, große Bäume kosten, wenn man sie neu pflanzt, enorm viel Geld – Preise inkl. Pflanzung jenseits der 20.000 Euro sind oft nur die Untergrenze.

Der Gartenprofi Karl Ploberger

3. Obstgehölze schützen!

Auch wenn viele nichts mit einer großen Apfel- und Birnenernte anfangen können, sollte man die Bäume stehen lassen. Sie blühen fantastisch und können langfristig zum Klettergerüst für die stark wachsenden Ramblerrosen oder Clematis werden. Eine Augenweide! Und im Übrigen ist so manche alte Obstsorte eine ungeahnte Köstlichkeit. Profis schneiden solche Bäume wieder „auf jung“.

4. Schlummernde Schätze entdecken!

Im Frühling offenbart sich in alten Gärten oft eine versteckte herrlich bunte Blütenpracht – ganze Teppiche mit Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblumen oder etwas später Narzissen und Tulpen sind das Jahr über nicht zu sehen. Auch außergewöhnliche Stauden, Pfingstrosen oder Rittersporne erwachen und schmücken die Beete. Stauden lassen sich übrigens gut verpflanzen.

5. Dornröschen kann man retten!

In alten Gärten findet man oft herrlich duftende Rosen. Solche Raritäten lassen sich im Spätherbst und zeitigen Frühjahr gut umsetzen, wenn man sie ganz stark zurückschneidet und sofort am neuen Platz anhäufelt. Oft handelt es sich dabei um echte Kostbarkeiten, die es auf jeden Fall wert sind, geschützt zu werden. Die Anwuchschancen stehen mit 50 : 50 nicht einmal schlecht.

Paradiesischer Garten

6. Töpfe als Notquartier!

Viele der bereits vorhandenen Pflanzen lassen sich auch recht gut in großen Töpfen „parken“. Am besten sollten sie im zeitigen Frühjahr umgesetzt werden. Während der Bauarbeiten darf auf keinen Fall auf das Gießen vergessen werden. Zwiebelblumen wie Schneeglöckchen kann man sogar während der Blüte noch umsetzen.

7. Wege beibehalten, aber erneuern!

Alte Gartenwege, oft aus Waschbetonplatten, lassen sich schnell „pimpen“. Sind die Platten in Sand verlegt, dann rausnehmen und einfach umdrehen, die Rückseite sieht oft wie Naturstein aus. Kombiniert man diese mit Ziegeln und Granit-Kopfsteinpflaster, schafft man sogar einen attraktiven Vintage-Charakter.

Autor: Friederike Ploechl, 09.05.2022