Home Sweet Home

Österreich ist ein Land der Häuselbauer - da gibt es nichts dran zu rütteln. Aktuelle Umfragen bestätigen, dass der Traum der meisten Österreicher ein eigenes Haus ist. Die letzten zwei Coronajahre haben diesen Trend nur verstärkt.
Autor: Sarah Estermann, 28.02.2022 um 10:24 Uhr

Egal, ob Jung oder Alt, die meisten Menschen in unserem Land träumen von einem Eigenheim, meistens in Form eines Einfamilienhauses. Das bestätigte nicht zuletzt eine Umfrage des Baufinanzierers Interhyp AG. 73 Prozent der Menschen, die aktuell zur Miete wohnen, wünschen sich eine eigene Immobilie. Auf die Frage, was im Leben wichtig sei, rangiert das „ schöne Zuhause“ mit 97 Prozent auf Platz zwei unter den Befragten gleich hinter „Gesundheit“. Gerade junge Familien zieht es raus aus der Stadt in ein Haus mit Garten. Doch dem Wohntraum vom Eigenheim steht die Realität gegenüber: Nur 48,8 Prozent der Österreicher wohnen tatsächlich im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung. In Oberösterreich liegt der Anteil etwas höher, nämlich bei 51,6 Prozent. Dennoch rangiert unser Land im europäischen Vergleich relativ weit hinten.

Stefanie Christina Huber, Vorstandsvorsitzende Sparkasse OÖ:

Für eine Immobilienfinanzierung sollte man einen Plausibilitätscheck des Kaufpreises machen. Der Verkehrswert und NICHT der Kaufpreis entscheidet über die mögliche Finanzierungsobergrenze. Wichtig ist, dass fixe Zinsen vereinbart werden. Billige variable Zinsen können teuer werden. Wir als Sparkasse OÖ haben unsere Kunden schon immer in Richtung der nun angedachten Kreditvergaberichtlinien beraten und sprechen stets gemeinsam mit dem Kunden über die Finanzierbarkeit und Leistbarkeit.

Einfamilienhaus

Ausgeträumt.

Ob lieber gemietet oder gekauft wird, hat nicht unbedingt direkt mit dem Wohlstand des jeweiligen Landes zu tun, sondern vielmehr mit der Wohnpolitik, die sich über Generationen hinweg entwickelt hat. So haben innerhalb von Europa Österreich, Deutschland und die Schweiz eine verhältnismäßig niedrige Eigentumsquote, während Länder wie Kroatien oder Ungarn und Rumänien eine hohe Quote aufweisen. Nicht zuletzt aufgrund der Corona-Krise ist der Wunsch nach Sicherheit und damit auch der Wunsch nach Eigentum gestiegen. Auch die Nullzinspolitik der EZB hat daran einen entscheidenden Anteil. Allein: Es wird immer schwieriger, den Traum vom trauten Zuhause zu verwirklichen. Der Verdacht, früher sei es einfacher gewesen, ein Eigenheim zu erwerben, scheint sich bei näherem Hinsehen zu bestätigen: Die Grundstücke waren billiger, die Kaufkraft war stärker und die Nachbarschaftshilfe beim Hausbau weiter verbreitet. Gerade in den vergangenen zwei Jahren sind die Immobilienpreise fast flächendeckend gestiegen. Für Häuslbauer kam zuletzt eine weitere schlechte Nachricht hinzu: Auch die Rohstoffpreise zogen zum Teil kräftig an. Für nicht wenige Familien platzte damit der Traum vom neuen Haus. Glücklich können sich jene schätzen, die von ihrer Familie – meist Eltern oder Großeltern – finanzielle Unterstützung in Form einer Erbschaft oder Schenkung erhalten. Doch selbst dann muss nicht selten auf einen Kredit zurückgegriffen werden.

Achim Harrer, Geschäftsführer Next Immobilien:

In den letzten Jahren sind die Immobilienpreise kontinuierlich gestiegen. Das hängt natürlich auch mit dem niedrigen Leitzins zusammen. Zurzeit steigen die Grundstückspreise ebenso wie die Baukosten; dass die Immobilienpreise bald sinken, ist also eher unwahrscheinlich. Die Nachfrage ist nach wie vor enorm und letztlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis.

Reihenhäuser in Traun

Gut kalkuliert.

Gegen eine Eigenheimfinanzierung mittels Kredit ist grundsätzlich nichts einzuwenden, auch wenn sich gerade jüngere Menschen vor dem Gedanken eines vermeintlichen „Schuldenberges“ scheuen. Doch eine seriöse, ehrlich gerechnete Finanzierung durch eine Bank ist genau dafür da: Nämlich den Traum vom Eigenheim wahr werden zu lassen. Auch die aktuelle Niedrigzinspolitik macht die Fremdfinanzierung von Immobilien interessant. Wichtig sind dabei aber jedenfalls eine gute Beratung und eine ehrliche Rechnung. Beim Kauf einer bereits bestehenden Wohnimmobilie ist die seriöse Bewertung unerlässlich. Wie viel darf die Immobilie kosten? Der erfahrene Immobilienmakler hilft dabei, die perfekte Immobilie zum richtigen Preis zu finden. Seine Expertise sollte den Käufer vor groben Fehltritten schützen. Soll ein Neubau errichtet werden, ist es essenziell, eine verlässliche Baufirma als Partner zu haben. Das schont die Nerven und das Börserl. Hier muss Wert auf eine realistische Kostenkalkulation gelegt werden. Im Idealfall einigt man sich auf einen möglichst detaillierten Pauschalpreis. Sind diese Parameter einmal bestimmt, muss man sich die Frage stellen: Wie viel kann ich mir leisten? Die finanzierende Bank hilft schließlich dabei, die wichtigste Frage zu beantworten, nämlich: Geht sich das mit der Traumimmobilie aus?

Klaus Kumpfmüller, Generaldirektor HYPO Oberösterreich:

Als einzige Bank Oberösterreichs setzt die HYPO Oberösterreich bei dem wichtigen Thema ‚Nachhaltigkeit‘ an: Mit dem ‚hypo_blue‘- Wohnbaukredit werden all jene mit günstigen Finanzierungs-Konditionen belohnt, die besonders energieeffizient und klimafreundlich bauen bzw. sanieren. Als zusätzliches ‚Zuckerl‘ übernimmt die HYPO Oberösterreich 1/3 der staatlichen Kosten für die Grundbuchseintragungsgebühr. Nicht umsonst sind wir zur nachhaltigsten Bank Österreichs ausgezeichnet worden.

Immobilienbesichtigung

Neue Regeln.

Doch auch die Banken sind bei Finanzierungen an Regeln gebunden und die werden dieses Jahr noch strenger. Die Finanzmarktaufsicht ist nämlich durch eine allzu großzügige Vergabepolitik der Banken beunruhigt. Das Volumen der neu vergebenen Wohnbaukredite nahm in den vergangenen zehn Jahren rasant zu. Sorge bereiten im Speziellen die langen Laufzeiten der Kredite und der hohe Anteil des Nettoeinkommens, den die Kreditnehmer zur Rückzahlung aufwenden müssen. Nun sollen Mitte des Jahres via Verordnung neue Vergaberichtlinien kommen: Vorgeschrieben werden einerseits ein Eigenmittelanteil von mindestens 20 Prozent und eine Laufzeit von höchstens 35 Jahren. Andererseits dürfen die Kreditraten künftig maximal 30 bis 40 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens ausmachen. Was grundsätzlich dem Schutz der Konsumenten zugutekommen soll, wird für viele den Erwerb eines Eigenheimes noch schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich machen.

Heinrich Schaller, Generaldirektor Raiffeisenlandesbank OÖ:

Beim Kauf einer Immobilie muss man sich einen realistischen Überblick über die eigenen Finanzen verschaffen. Man sollte 20 Prozent des Kaufpreises inklusive Nebenkosten in Form von Eigenkapital einbringen können. Die Kreditrate sollte nicht mehr als 40 Prozent des Nettoeinkommens betragen. Keinesfalls zu knapp kalkulieren, sondern auch einen finanziellen Puffer einrechnen. Daher: Unbedingt von einem Profi beraten lassen!

Jungfamilie

Kompromissbereit.

Wer den Traum vom Eigenheim trotzdem wahr werden lassen will, sollte früh genug zu planen beginnen und sich gut beraten lassen. Viele Fragen müssen dabei genau geprüft werden. Bei der Lage lässt sich theoretisch Geld sparen, denn die Preisunterschiede können enorm sein. So könnte man für ein Haus im Wiener Speckgürtel gut und gerne fünf Häuser im Waldviertel kaufen. Dabei sollte man aber nicht darüber hinwegsehen, dass auch das Pendeln Zeit und Geld kostet. Auch bei der Frage, ob ein Altbestand gekauft oder neu gebaut werden soll, ist es wichtig abzuwägen. Was kostet der Altbestand zuzüglich Sanierungs- und Adaptierungskosten? Was kostet ein Neubau? Während man bei einem Neubau relativ frei in der Gestaltung ist, muss man sich bei einem Altbau teilweise mit dem zufriedengeben, was eben schon da ist. Auch über das Thema „Energieeffizienz“ sollte man sich frühzeitig Gedanken machen, denn hier kann man langfristig auf jeden Fall Geld sparen. Wie fast immer im Leben müssen auch beim Eigenheim meist Kompromisse eingegangen werden. Es sollte aber unbedingt vorab überlegt werden, mit welchen Kompromissen man auf lange Sicht leben kann und mit welchen nicht. Das trifft auch auf die Finanzierung zu. Gut geplant ist in diesem Fall nämlich schon halb gewonnen!

Markus Auer, Vorstandsdirektor VKB-Bank:

Zu der Entscheidung, ob Mieten oder Kaufen besser ist, sollte man sich zwei Fragen stellen: Wie sieht meine aktuelle Lebenssituation aus? Und wie sieht meine weitere Lebensplanung aus? Wenn der Traum die eigenen vier Wände sind, dann lohnt es sich wahrscheinlich, zu kaufen anstatt zu mieten. Voraussetzung ist dabei immer eine gute Finanzierungsstruktur mit einem Eigenkapital von mindestens 20%. Was es dann sonst noch braucht, wissen die WohnPlus- Spezialisten der VKB-Bank, die für alle Fragen zur Verfügung stehen.

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