Florales Chamäleon

Hortensien stammen aus einer Gegend der Welt, die für ihre anspruchsvolle Ästhetik gerühmt wird, nämlich aus Ostasien. Dort kultivierte man sie lange, bevor die ersten Europäer auf diesem Erdteil auftauchten. Mit vielen neuen Sorten und Farbvariationen sind Hortensien bei richtiger Pflege und korrektem Schnitt Blütenpflanzen für viele Jahre.  

Der Standort. Hortensien kann man (langfristig) in großen Töpfen oder an halbschattigen Standorten im Garten kultivieren. Zu viel Sonne verbrennt meist Blätter und Blüten. Ein lichter Schatten mit etwas Sonne ist ideal. Ganz ohne Sonne geht es auch, aber dann werden die Triebe weich und die Blütenpracht lässt nach.  

Die Erde. Je weniger Kalk in der Erde, desto besser werden die Hortensien gedeihen. So sehr die Pflanzen auch das Wasser lieben, Staunässe vertragen die „Wassersuchenden“ (hydrangea) gar nicht. Die Blätter werden dann welk, so als ob sie zu trocken stehen würden. Vor allem bei Pflanzen in Übertöpfen passiert das häufig.

Das Gießen. So wie bei der Erde gilt: Je weniger Kalk, desto vitaler bleibt die Pflanze. Regenwasser ist ideal, das ausgekühlte Kochwasser vom Erdäpfelkochen ist perfekt und gut abgestandenes Leitungswasser geht auch. Damit die „blauen“ Hortensien wirklich die Farbe behalten, muss man allerdings immer mit Regen­wasser gießen.  

Die Düngung. Rhododendron­dünger ist als Beigabe zur Erde beim Neu- oder Umpflanzen perfekt. Er enthält Schwefel, der den Kalk neutralisiert. Beim Flüssigdüngen kann man dann auf herkömmliche Bio-Flüssigdünger setzen. Mindestens ein Mal pro Woche ist das von April/Mai bis in den August hinein notwendig.

Hortensien

Die Überwinterung. Sind Hortensien ausgepflanzt, dann muss  man unterscheiden. Die sogenannte Schneeball-Hortensie (Hydrangea arbo­rescens) und die Rispen-Hortensien (H. paniculata) sind absolut frostfest, frieren vielleicht zurück, werden aber dennoch blühen. Die Bauern- oder auch Mutter­tagshortensien (H. macrophylla) müssen gut geschützt werden, vor allem Spätfröste setzen ihnen oft zu. Die mehrmals blühenden Pflanzen ‘Endless Summer‘ oder ‘Forever & Ever‘ sollten geschützt werden, blühen aber auch an den neuen Trieben. Samthortensien, die große Sträucher bilden, sind weitgehend problemlos beim Überwintern. Pflanzen im Topf müssen kühl, aber frostfrei überwintert werden.  

Der Schnitt. Grundsätzlich gibt es eigentlich nur zwei Schnitt-Typen. Die Bauernhortensie wird nicht geschnitten, nur Abgestorbenes und Vertrocknetes wird entfernt, die Rispen- und die Schneeball-Hortensie werden stark geschnitten. Damit die Pflanzen später nicht auseinanderfallen, kräftige Äste vom Baumschnitt als Halt in die Pflanzen stecken. Die neuen Triebe wachsen dann durch diese Stützen und man muss sie nicht unschön fest zusammenbinden.

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Autor: Friederike Ploechl, 28.04.2021