3 Tipps: Balkon und Garten bienenfreundlich gestalten

Am Weltbienentag am 20. Mai erinnern seit seiner Ernennung 2018 Jahr für Jahr zahlreiche berühmte Hobby-Imker – darunter Michelle Obama, Scarlett Johansson, David Beckham, Jennifer Garner oder Beyoncé – an die enorme Bedeutung, die unseren kleinen pelzigen Freunden zukommt.

Bienenpopulation bedroht

Wie ernst die Lage ist, belegen die folgenden Zahlen von www.bee-careful.com: Seit rund 15 Jahren geht die Bienenpopulation weltweit stark zurück. 80 Prozent aller Bienen verendeten im Winter 2005 allein in den USA aus bis dato noch unbekannten Gründen. In Europa mehr als die Hälfte im Lauf der vergangenen Jahre. Österreich bildet da keine Ausnahme: Laut GLOBAL 2000 ging die Bienenpopulation zwischen 1995 und 2015 hierzulande um 25 Prozeent zurück, 700 Wildbienenarten gelten als bedroht.

Alarmierende Zahlen mit dramatischen Auswirkungen für das gesamte Ökosystem, bedenkt man, dass von den 100 Pflanzen, die rund 90 Prozent der Ernährung der Menschheit sicherstellen, rund zwei Drittel von Bienen bestäubt werden. Ein abschreckendes Bild ist in China zu beobachten, wo mancherorts die Blüten per Hand durch die Bevölkerung bestäubt werden müssen, weil es keine Bienen mehr gibt. Pflanzen, die zu 100 Prozent von der Bestäubung durch die Biene abhängig sind, hätten ohne sie keine Überlebungschance mehr, darunter Kakao oder Vanille.

Ursachen für Bienensterben

Der Klimawandel schwächt die Abwehrkräfte der Bienen, die damit anfälliger für tödliche Krankheitserreger, allen voran die Varroamilbe, werden. Auch Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft, die jene über die Bestäubung aufnehmen, beeinträchtigen ihren Gesundheitszustand und schwächen ihre Nachkommen.

Blumen für Bienen

Das wachsende Bewusstsein, dass es um das Nutztier schlecht bestellt ist, hat bewirkt, dass Imkerei-Kurse boomen und Menschen in Stadt und Land ihre Umgebung bienenfreundlich umgestalten, mit dem Nebeneffekt, dass Blühendes der Seele tut gut und sich sehen lassen kann. Die gute Nachricht für alle, die zum Überleben der Biene etwas beitragen wollen: Auch ohne Balkon, Terrasse oder Garten kann man durch bewusste Bepflanzung von Blumenkästen und Kübeln Honig- sowie Wildbienen, aber auch Hummeln und Schmetterlingen, wertvolle Nahrungsquellen zwischen Frühjahr und Spätherbst liefern. Damit die Mission gelingt, sollten folgende Punkte beachtet werden.

1. Bienenfreundliche Pflanzensorten

Pflanzen aus biologischem Anbau, die ausreichend Pollen und Nektar für Bienen bieten, sind die perfekte Grundlage, um die nützlichen Insekten satt zu bekommen. Eine Auswahl an Pflanzen, die dafür ideal sind:

  • Kapuzinerkresse
  • Margeriten
  • Sonnenblumen
  • Lavendel
  • Malven
  • Wiesenblumen (Klatschmohn, Schafgarbe, Zaunwicke, Hornklee etc.)
  • Katzenminze
  • Fetthennen
  • Schneeflockenblumen
  • Küchenkräuter (Salbei, Thymian, Majoran, Schnittlauch, Basilikum etc.)

Wer einen Garten hat, erfreut Bienen überdies mit Schlehe, Wildrose oder Weißdorn aber auch Beeren aller Art, etwa Erdbeeren; vor allem in Kombination mit Minze ein wahrer Genuss für Bienen. Ungeeignet dagegen sind Geranien, Dahlien, Chrysanthemen und Forsythien.

2. Die Mischung macht’s

Wer Pflanzensorten so mischt, dass Bienen zwischen März und November immer etwas Blühendes im Blumenkasten oder Kübel vorfinden, hat alles richtig gemacht. Nebenbei wertet Blühendes die Frontansicht städtischer Wohnungen oder grauer Häuserfronten auf.

Bienen beim Bestäuben der Blumen | Credit: iStock.com/SusanneSchulz

3. Schutzräume

Efeu zieht Bienen an und bietet überdies weiteren nützlichen Insekten ein sicheres Winterquartier. Leere Schneckenhäuser dienen etwa Wildbienen als wichtige Nistplätze. Wer weder über das eine noch das andere verfügt, schafft mit Kräuterspiralen oder Nistkästen begehrte Anflugstationen für die bedrohten Nutztiere. Will man Wildbienen Übernachtungsmöglichkeiten bieten, ist man bestens mit Malven beraten, in deren Blüten sie sich gerne zur Nachtruhe zurückziehen.

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 30.08.2021