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Christian Wehrschütz wurde am 9. Oktober 1961 in Graz geboren und wird heute 65 Jahre alt.
Christian Wehrschütz: Seit 1991 arbeitet er für den ORF, seit 2015 leitet er das ORF-Büro in Kiew.
Christian Wehrschütz: Seit 1991 arbeitet er für den ORF, seit 2015 leitet er das ORF-Büro in Kiew.
APA-Images / Andreas Tischler

ORF-Star wird 65: So geht es für das Urgestein weiter

09.10.2026 um 09:27, Yunus Emre Kurt
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Christian Wehrschütz feiert heute seinen 65. Geburtstag. Nach Jahrzehnten als ORF-Korrespondent steht für den Steirer bald ein großer Abschied bevor.

Christian Wehrschütz gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Gesichtern der ORF-Auslandsberichterstattung. Am Freitag, 9. Oktober, feiert der gebürtige Grazer seinen 65. Geburtstag. Gleichzeitig steht der erfahrene Korrespondent vor einem großen beruflichen Einschnitt: Nach mehr als einem Vierteljahrhundert auf dem Balkan und über zehn Jahren Ukraine-Berichterstattung rückt sein Abschied vom ORF näher.

​Vom Grazer Studenten zum ORF-Korrespondenten

Christian Wehrschütz wurde am 9. Oktober 1961 in Graz geboren. Er studierte Jus und Slawistik und beherrscht neben Russisch auch Sprachen wie Ukrainisch und Serbisch. Für den Journalisten war das Erlernen der Landessprachen stets ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit.

Seit 1991 ist Wehrschütz beim ORF tätig. Seine ersten Stationen führten ihn in die Teletext-Redaktion und anschließend in den Hörfunk. 1999 sammelte er für einige Monate Erfahrung als Korrespondent in Brüssel, ehe für ihn ein neues Kapitel begann.

​Mehr als 25 Jahre auf dem Balkan

Im November 1999 wurde Wehrschütz fixer ORF-Korrespondent in Belgrad. Von dort aus berichtete er über das gesamte ehemalige Jugoslawien und Albanien und blieb dieser Region mehr als 25 Jahre lang verbunden.

Seine Tätigkeit führte ihn dabei immer wieder mitten in Krisen und Konflikte. Bereits 2001 geriet er während des Konflikts in Mazedonien in eine lebensgefährliche Situation. Wehrschütz selbst bezeichnet sich dennoch nicht vorrangig als Kriegsreporter, sondern als ORF-Korrespondenten, der an Orten eingesetzt wurde, an denen Kriege ausbrachen.

​Gefährliche Einsätze in der Ukraine

Seit September 2015 leitete Wehrschütz zusätzlich das ORF-Büro in Kiew. Damit wurde die Ukraine zu einem weiteren Schwerpunkt seiner journalistischen Arbeit.

Mit Beginn und Ausweitung des Krieges wurde seine Arbeit zunehmend gefährlicher. 2022 wurde ein Hotel, in dem Wehrschütz untergebracht war, im ukrainischen Nikopol beschossen. Drei Jahre später entging er bei einem Drohnenangriff auf das Fahrzeug seines Teams nur knapp dem Tod.

Wehrschütz schilderte zuletzt, dass die moderne Kriegsführung durch Drohnen und Raketen immer unberechenbarer geworden sei. Im Gegensatz zu früheren Konflikten gebe es kaum noch klar definierte sichere Gebiete.

​Wehrschütz bereitet sich auf den Abschied vor

Nun beginnt für den langjährigen Korrespondenten der Übergang in einen neuen Lebensabschnitt. Mit Ende Oktober soll seine Tätigkeit rund um das Ukraine-Büro auslaufen, anschließend nähert sich seine jahrzehntelange ORF-Karriere endgültig ihrem Ende.

Ganz aus der Öffentlichkeit verschwinden möchte der 65-Jährige allerdings nicht. Weitere Bücher sind geplant. Bereits 2025 erschien sein Werk „Frontlinien“, Anfang November soll mit „Heimkehr. Aufbruch in ein unentdecktes Land“ ein weiteres Buch folgen.

Wehrschütz blickt nach eigenen Angaben mit gemischten Gefühlen auf den Abschied. Einerseits bezeichnet er die Tätigkeit als Auslandskorrespondent als eine der schönsten Aufgaben im Journalismus, andererseits wurde gerade die Arbeit in der Ukraine für ihn zuletzt immer gefährlicher und schwerer planbar.

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