Tech-Blog-Kommentar: Black Friday - Augen auf beim Kauf

Seit einigen Jahren schwappt dieser, eigentlich us-amerikanische "Feiertag des ungezügelten Konsums", auf den alten Kontinent über. Dank Lockdown 2.0 werden wir Österreicher den diesjährigen Black-Friday zum Großteil Online erledigen (müssen). Vor allem in der Elektronik- und Multimediabranche überschlagen sich die Händler bereits seit letzter Woche mit sogenannten Countdown-Angeboten. Die Stimmung für den großen Tag - also Freitag den 27.11.2020 - wird damit gehypt ohne Ende. Eigene Internetseiten bieten Übersichten zu den vermeintlich besten Schnäppchen des Jahres an. Und ja, praktischerweise haben meist viele Österreicher bereits das Weihnachtsgeld am Konto, bzw. die Aussicht darauf. Das kann natürlich in einem bösen Erwachen enden.

Zusätzlich warnen Verbraucherschutzportale und Vergleichsseiten seit Jahren, dass die vermeintlichen Superschnäppchen oft gar nicht so super sind. Denn die Händler bedienen sich manchmal Tricks und erhöhen vor dem Black Friday die Preise nur um dann -40, -50 oder gar -70 Prozent vom Originalpreis zu versprechen. Neurowissenschaftler konnten außerdem nachweisen, dass alleine der Anblick eines Rabattschildes bei uns die Lust aufs vermeintliche Schnäppchen weckt und dabei dann oft mehr gekauft wird als eigentlich benötigt wird. Das ist simple Psychologie und dieser bedienen sich natürlich die Marketingabteilungen des Handels.

Grundsätzlich gilt auch am Black Friday, der Black-Friday-Countdown-Woche oder dem Cyber-Monday (Montag nach Black Friday) dasselbe wie an allen anderen Tagen. Wer Preise vergleicht kann wirklich sparen, wer blind kauft, kann draufzahlen. Viele Vergleichsportale, wie der österreichische Platzhirsch Geizhals, bieten eine Preisübersicht der Produkte an. Dort kann man auf einen Klick feststellen, ob das Produkt wirklich am Black Friday seinen tiefsten, jemals gemessenen Verkaufspreis hat oder ob es vielleicht schon mal billiger war. Außerdem lässt sich der Preis so besser in Relation setzen. Auf Portalen wie Preisjäger oder MyDealz werden Deals von Usern und Kommentatoren bewertet, auch damit lässt sich besser einschätzen ob man ein wirklich gutes Schnäppchen erwischt oder vielleicht einem Trick aufsitzt.

Und zu guter letzt, da ja viel Online gekauft werden wird, ein Tipp: Lesen Sie sich die Bedingungen für Versand und einen eventuellen Rückversand durch. Firmen verlangen oft, dass die Rücksendungen selbst bezahlt werden müssen und das kann bei wertvollen Geräten wie Computer, Laptop, Fernseher oder Smartphone richtig teuer werden, da ja der Versand im eigenen Interesse versichert sein sollte. Weiters wird, angesichts der Lockdown-Situation, vor gefakten Internetshops gewarnt. Immer das Impressum kontrollieren, eventuell im Firmen-ABC nachsehen, dann ist man auf der sicheren Seite. Wenn doch etwas schief gegangen ist, kann der Internet-Ombudsmann eventuell helfen.

In diesem Sinne - viel Erfolg bei der richtigen Schnäppchenjagd am Black Friday und Cyber-Monday. Aus eigener Erfahrung sei Ihnen gesagt, dass es manchmal wirklich gute Angebote gibt, die in dieser Form einzigartig sind. Um sie zu finden und einzuordnen, bedarf es aber guter Vergleichsarbeit.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 25.11.2020