Tech-Blog: Das Samsung Galaxy Z Fold 2 5G im Test

Zu Beginn ein kurzer Rückblick: 2019 launcht Samsung mit dem Galaxy Fold ein bis dato nicht dagewesenes Smartphone. Es lässt sich wie ein Buch auf- und zuklappen, das innere Display ist aber trotzdem durchgehend! Der Marktstart musste zwar ein wenig verschoben werden, da die Haltbarkeit anfangs nicht so gegeben war, aber bereits die verbesserte Version Fold 5G war viel haltbarer und wertiger. Im September 2019 war also das erste haltbare und gut funktionierende Foldable von Samsung da. Einen Test dazu findet ihr hier. Generation 2 verbessert das originale Fold in fast allen Belangen und ist wirklich ein mächtiges Smartphone geworden.

Hardware: Top of 2020 - mit einer Ausnahme!

Snapdragon 865+ Flaggschiff Prozessor, 12GB RAM, 256 GB UFS 3.1 Speicher, 4.500 mAh Akku, 2 OLED Displays (6.2 Zoll und 7.6 Zoll), Bluetooth 5.0, Wifi 6 (ax), Fast-Charging (25W), Wireless Fast-Charging (15W), Fingerprintreader seitlich und zwei hervorragende Stereo-Lautsprecher mit Dolby Atmos: Besser geht es 2020 fast nicht. Vor allem die Displays wurden gegenüber Generation 1 stark verbessert.

Im zugeklappten Zustand gibt es jetzt ein vollwertiges, 6.2 Zoll großes AMOLED-Display. Es löst mit 2.260 x 816 auf und ist mit dem Format 25:9 sehr langgestreckt. Trotzdem ist es eine gigantische Verbesserung zum 4.6-Zoll-Display des Fold 1. Die Bildwiederholrate beträgt 60 Hz.

Star des Geräts ist aber das faltbare 7.6-Zoll Innendisplay. Es löst mit 2.208 x 1.768 auf und bietet eine Pixeldichte von 373 ppi sowie eine adaptive Refreshrate von 120 Hz und sorgt damit für butterweiches Scrollen und eine ruckelfreie Bedienung. Dass Samsung bei einer neuen Technologie bereits in der zweiten Generation so eine Verbesserung anbieten kann, ist beeindruckend. Das Display wird mit einer von Samsung werkseitig installierten Displayfolie geschützt, das Display selbst ist eine Glas-Plastik Mischung. Auch in Generation 2 gilt es vorsichtig zu sein und nicht mit Fingernägeln oder spitzen Gegenständen am Innendisplay zu hantieren: Dies kann schnell zu Kratzern führen. Auch bei der vorinstallierten Folie rät Samsung, diese nicht zu entfernen, außer man will es unbedingt, dann sollte man das Gerät jedoch zu Samsung bringen. Ich sehe aber keinen Grund, die Folie zu entfernen, bietet sie doch einen zusätzlichen Schutz.

Stark verbessert wurde auch das Scharnier, neudeutsch "Hinge" genannt. Es lässt sich jetzt stufenlos öffnen (Flex-Mode), genau wie jenes des Z Flip. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, vor allem bei Apps, die diesen Modus unterstützen. Weiters wurden ins Scharnier kleine Borsten integriert, die Schmutz und Staub vor dem Eindringen in das Innere hindern sollen. Eines sei nämlich erwähnt: Das Z Fold 2 5G bietet keinerlei IP-Zertifizierung und ist nicht gegen Staub und Wasser resistent!

Bisher also alles TOP und flaggschiffwürdig, aber was ist die oben erwähnte Ausnahme? Für mich ganz klar die Kameras! Hier setzt Samsung auf ein 3 x 12 Megapixel Setup aus Hauptlinse, Ultraweitwinkel und Teleobjektiv (2x optischer Zoom). Hier ist man technisch weit vom aktuell möglichen entfernt, setzen doch die beiden konventionellen Flaggschiffe (S20 Ultra 5G und Note 20 Ultra 5G) auf einen 108-Megapixel Hauptsensor und bis zu 5x optischen Zoom. Irgendwie habe ich das Gefühl, es wurde wirklich alles verbessert und bei der Kamera ist dann entweder die Luft ausgegangen oder es war kein Budget mehr da. Positiv sind jedoch die beiden Selfie-Kameras innen und außen. Statt "Notch" sind sie jetzt ein dezentes "Punchhole".

Jetzt ist es nicht so, dass die Fotos schlecht sind, ganz im Gegenteil, sie sind sogar sehr gut. Auch die Videofunktionen sind gelungen und dank Flex-Mode dient sich das Gerät selbst als Stativ, aber da wäre mehr drin gewesen. Vor allem bei dem Preis von 1.999 Euro UVP. 

 

Software und Bedienung - gut gelöst!

Auf dem Gerät läuft Android 10 mit Samsung OneUI 2.5. Positiv ist, dass die vorinstallierte Bloatware deutlich reduziert wurde. Das System läuft dank der potenten Hardware butterweich! Es gibt keine Ruckler oder Nachdenkpausen. Durch die zwei Bildschirme hat man jetzt im Endeffekt zwei Geräte einzurichten. Auf dem Außendisplay und dem Innendisplay lässt sich der Homescreen individualisieren. Das bedeutet zwar etwas mehr Arbeit, aber vielleicht braucht man Außen weniger als Innen. Wie man möchte. Gelungen ist die Multitasking-Ansicht am Innendisplay, bis zu drei Apps lassen sich parallel anzeigen. Die Konfigurationen können auch individuell abgespeichert werden. 

Manchmal kommt es jedoch aufgrund der etwas ungewöhnlichen Bildschirme auf beiden Seiten zu Darstellungsproblemen und Inkompatibilitäten. Bei einigen Spielen hatte ich Probleme und auch die Instagram-App ist auf keines der beiden Displays optimiert. Generell ist die Bedienung jedoch sehr gelungen: Das Außendisplay für kleinere Dinge und das geniale Innendisplay zur Hauptbedienung. Samsung integriert auch einen eigenen Tablet-Modus für das Innendisplay. So werden mehr Inhalte angezeigt und besser angepasst. 

Viele Apps lassen sich außerdem nahtlos auf beiden Bildschirmen nutzen. Maps am Außendisplay angefangen, einfach aufklappen und die App erscheint am Innendisplay in voller Pracht. Bei Apps, die diese Innovation nicht unterstützen, wird allerdings neu gestartet.

Fazit - das beste Foldable bis dato!

Samsung hat wirklich ganze Arbeit geleistet und fast alles im Vergleich zur ersten Generation verbessert. Das Design ist viel edler, die Displays besser und größer, der Akku ebenso und trotz 5G und 120-Hz-Display komme ich als Power-User locker über den Tag. Das Gerät ist zwar minimal größer und schwerer, aber dafür wirkt es auch edler. 

Ist es nun ein Gerät für den Massenmarkt? Jein! Zwar ist das Interesse viel größer als bei Generation 1 und in Südkorea stellte Samsung einen Vorbesteller-Rekord auf. Auch hierzulande ist die Nachfrage sehr hoch, das liegt aber auch an der besseren Verfügbarkeit des Geräts. Es ist sowohl im freien Handel als auch bei allen drei großen Mobilfunkmarken zu erwerben. Aber man muss sich bewusst sein, dass man ein recht schweres (280 Gramm) und doch noch um einiges empfindlicheres Gerät bekommt (Wasserschutz und "Plastikdisplay"). Wer das in Kauf nimmt, bekommt aber Innovation pur in einem Gerät. Ein Smartphone, welches sich in ein Tablet verwandeln kann und dabei auch noch sehr sehr gut aussieht.

Damit wären wir abschließend beim Preis und der hat es wieder in sich. Samsung ruft eine UVP von 1.999 Euro auf. Das ist zwar günstiger als Generation 1, die noch bei 2.150 Euro gestartet ist, allerdings hat man den Speicher halbiert (256 GB statt 512 GB), es gibt keine Wireless-Buds mehr in der Verpackung und auch das Cover wurde eingespart. Kaufe ich Buds und Cover extra dazu ist die UVP von Generation 1 erreicht, wenn nicht sogar übertroffen. Dafür wurde das Gerät selbst wirklich verbessert und man bekommt ein einzigartiges Device mit genialen Funktionen.

Das Galaxy Z Fold 2 5G bekommt von mir 9 von 10 Bewertungspunkten - für die volle Punktzahl hätte das Kamerasetup etwas besser ausfallen dürfen und auch die Beigaben hätten etwas großzügiger sein können.

Das Gerät ist in den Farben "Mystic Bronze" und "Mystic Black" bei ausgewählten Geschäften im Handel und bei A1, Drei sowie Magenta erhältlich.

Weitere Bilder des Geräts:

Hinweis: Samsung hat mir ein Testgerät angeboten, allerdings habe ich mein privat vorbestelltes Gerät früher erhalten und daher dieses als "Testgerät" herangezogen, damit Samsung die Testgeräte anderen Kollegen geben kann. Daher ist in meinem Test auch das Gerät in der schwarzen Version zu sehen, die im Gegensatz zur bronzenen Version auf der Rückseite glänzend und nicht matt ist. Wer jetzt eine Beeinflussung vermutet, dem sei gesagt: Mit meinen eigenen Daily-Driver-Geräten gehe ich meist am härtesten ins Gericht! Samsung Austria erhält diesen Test nicht vorab und erteilt keine Freigabe.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß , 24.09.2020