Tech-Blog: Sony Xperia 5 III im Test - Genial kompakt!

Bevor ich in den Test starte noch eine kurze Abhandlung zur Namensgebung der Japaner: Kamikaze mit Anlauf! Xperia X, Xperia XZ, Xperia XZ1, Xperia XZ2, Xperia XZ3, Xperia 1, Xperia 5, Xperia 10, Xperia 1 II, Xperia 5 II, Xperia 10 II und jetzt Xperia 1 III, Xperia 10 III und eben das von mir getestete Xperia 5 III. Der obige Salmon sind die Namen der Topmodelle der Japaner der letzten Jahre. Nicht nur Journalisten blicken da nicht mehr durch - als Strafe müsste man eigentlich einen Sony-Ingenieur bitten alle Geräte seit 2011 in der richtigen Reihenfolge ausfzuzählen. Aber soviel dazu. Hat man mal den Überblick kommt man drauf, dass die Sony Flaggschiffe seit dem Xperia 1 immer besser geworden sind. Die "Mark III"-Modelle sind nun wirkliche Kracher. Das Xperia 5 III ist das kompakte Flaggschiff 2021.

Design und Technik - minimalistisch stark!

Das Design der Sony-Geräte ist stark industriell, klare Linien, wenig Schnörkel, aber gerade deswegen hat es Charme. Das Gerät hat keine Punchhole, sondern minimale Displayränder unten und oben. Die beherbergen nicht nur eine Selfie-Cam, sondern auch die Dual-Lautsprecher. Diese strahlen nach vorne ab und bringen daher wirklich guten Klang mit sich. Der Kamerabuckel auf der Rückseite ist dezent und auch der Seitenrahmen ist alles andere als aufdringlich. Etwas viel Knöpfe (Laut/Leiser, Power-Button, Google-Assistant-Knopf und Kamerabutton) und die alle auf einer Seite. Da erwischt man schon mal den falschen. Positiv ist, dass der schnelle und meist funktionierende Fingerabdrucksensor im Power Button integriert ist. Das Xperia 5 III ist eines der kompaktesten Android-Geräte, dank 21:9-Format des Display ist es eher länglich als breit. Es liegt sehr gut in der Hand und ist für all jene, die keinen Riesenklopper in der Hand halten wollen eine Wohltat.

Die Technik ist vom Feinsten. Snapdragon 888, 8GB RAM, bis zu 256 GB Speicher, 6,1-Zoll-OLED-Display mit 120 Hz Bildwiederholrate und 10 Bit Darstellung. 4.500 mAh Akku für lange Laufzeiten, IP68/65-Zertifizierung (Wasser- und Staubfest). Triple Kamera (3x12-Megapixel) mit Ultraweitwinkel und Teleobjektiv (bis zu 4,4-fach optischer Zoom). Stereo-Lautsprecher, Wifi6 und und und... Technisch ist das Xperia 5 III ein absolutes Flaggschiff. Nur ein Feature fehlt leider zur Vollkommenheit: Drahtloses Laden, das ist nicht vorhanden. Schade, aber kein Beinbruch. Das Gerät ist in allen Lebenslagen superflott, reagiert auf alle Eingaben und bietet superflüssiges Scrollen dank der 120 Hz. Es ist eines der schnellsten und flüssigsten Android-Geräte 2021.

Kamera und Software - einfach bis superkompliziert!

Zur Software braucht man wenig Worte verlieren, denn Sony ist sehr nahe an Stock-Android dran. Heißt: Kein überladenes System mit vielen Designanpassungen, sondern ein minimalistisches, schnelles System, wie es sein soll. Erweiterungen gibt es in Form von eigenen Apps für Foto und Video und die sind im Fall des Xperia 5 III extrem wichtig.

Denn bei der Kamera hat Sony mit den hauseigenen Experten von Alpha kooperiert und ein hervorragendes Kamerasystem gezaubert. Nominell sind es nur 12-Megapixel-Sensoren aber die zaubern ein natürliches und schönes Bild. Wer einfach knipsen will, findet in der Foto-App einen Automatikmodus. Wer alles selbst einstellen will, kann das in der gleichen App im Experten-Modus. Selbiges gilt auch für die Video-App. Sony bedient damit eigentlich eine Nische und richtet sich an Personen, die mehr als Click&Shoot wollen. Auch ich bin kein Foto-Freak, diese Einstellungsorgien finde ich nervenaufreibend. Aber mir ist ein guter Outcome wichtig und den hat Sony auch im Automatikmodus. Die Fotos wirken natürlicher als jene von anderen Herstellern. Insofern für Foto/Video-Puristen eine echte Empfehlung, auch wegen des Teleskop-Zooms.

Fazit - abseits des Mainstream und das ist gut so!

Sony war nach dem Joint-Venture mit Ericsson (Sony-Ericsson) einst unter den Top 5-Herstellern weltweit. Diese Zeiten sind vorbei, denn die jungen wilden Chinesen erobern den Markt in Windeseile. Viele haben schon an ein Schicksal wie LG oder andere Hersteller gedacht, aber die Japaner gehen ihren Weg weiter und bauen hervorragende Geräte, abseits des Hypes aus Korea, China oder den USA. Und dieser Weg zahlt sich aus, denn die neueren Xperia-Geräte verkaufen sich mittlerweile im Heimatmarkt Japan wieder sehr sehr gut. Leider gilt das weniger für den Rest der Welt, wo Samsung, Apple und Xiaomi alles dominieren. Für mich als alten Sony-Fan war das anfangs ein Schock, ein eventueller Rückzug der Japaner aus der Handysparte hätte mich getroffen. Mittlerweile sehe ich das anders. Die Japaner bauen hervorragende Geräte abseits des mobilen Mainstream. Und das mit einer selten gesehenen Sturheit. Und von Jahr zu Jahr werden die Dinger besser.

Das Xperia 5 III bekommt von mir 9 von 10 Bewertungspunkte und ist für mich das beste kompakte Android-Smartphone 2021. Zum "Zehner" fehlt mir nur das Wireless-Charging und ja auch der Preis ist keine Kleinigkeit. 899 Euro rufen die Japaner für ihr kompaktes Flaggschiff aus. Angesichts des Gebotenen nicht übertrieben. Trotzdem gibt es chinesische Geräte mit ähnlich starker Hardware (abseits der Kamera), die diesen Preis um mehr als die Hälfte unterbieten. Und gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist dann der Griff zum teureren Gerät oft ein schmerzhafter. Bei Sony zahlt es sich aber meiner Meinung nach aus, vor allem auch weil die Software wirklich gut ist.

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Foto: ©Weekend/Steinberger-Weiß

Bis zum nächsten Mal!

Hinweis: Das Testgerät wurde mir von Sony für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 20.12.2021