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Frau am ihrem Schreibtisch nutzt ChatGPT | Credit: iStock.com/nuttapong punna
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KI-Regulierungen: Wie die EU die globale Initiative vorantreibt

17.07.2023 um 11:10, Online Promotion
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Die Entwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz ("KI") machen eine wirksame Regulierung immer dringender erforderlich. Wie der Stand der Dinge ist.

Die potenziellen Gefahren der KI werden von Experten weithin bestätigt, aber einen Konsens über den Umgang mit diesen Risiken zu erzielen, erweist sich für alle Akteure in diesem Bereich als immens schwierig.

Von allen führenden Weltmächten hat die Europäische Union (EU) bei der Entwicklung von KI-Gesetzen und -Vorschriften eine Vorreiterrolle eingenommen und große Nationen wie die Vereinigten Staaten und China weit hinter sich gelassen.

Die vorliegende KI-Initiative ist das bereits das am weitesten fortgeschrittene Gesetz zu diesem Thema und sieht als Hauptaufgabe, einige Anwendungen dieser neuesten Technologie in ihrem Wirkungsbereich einzugrenzen.

Warum KI eine tatsächliche Bedrohung ist

Wenn selbst die Schöpfer der KI anfangen, die Alarmglocken zu läuten, dann ist es Zeit, sich tatsächlich Sorgen zu machen. So hat beispielsweise der CEO von OpenAI, Sam Altman, Befürchtungen über die potenziellen Gefahren gehegt, dass sofern beim Einsatz der KI-Technologie etwas schief läuft, unbedingt auf die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe zurückgegriffen werden muss.

In den USA, wo der Erkenntnisprozess erst am Anfang ist, gibt es zwar bereits Regulierungsanträge, doch Branchenkenner wie Altman haben erklärt, dass diese bei weitem nicht ausreichen würden.

Die schlimmsten Befürchtungen gehen davon aus, dass sich die KI irgendwann gegen die Menschheit selbst wenden könnte, wenn nicht schnell genug Maßnahmen ergriffen werden. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, könnten nach Ansicht einiger Analysten marginalisierte Gemeinschaften unverhältnismäßig stark von den Auswirkungen der KI betroffen sein und bei der Festlegung von Risiken und Vorschriften übersehen werden.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sei eine solide Regulierung unerlässlich, und dazu gehören staatlich ausgestellte Lizenzen, verbesserte Sicherheitsstandards, unabhängige Audits von unterschiedlichen KI-Modellen und die Einrichtung einer internationalen Regulierungsbehörde für globale Standards.

Die aktuelle Regulierung ist zu schwach

Vielleicht ist die Regulierung dieser Technologie vor allem deshalb so schwierig, weil die Experten im Grunde genommen nur wenig darüber wissen.

Die derzeitigen Online-Regulierungspraktiken, die zu wichtigen Entwicklungen beispielsweise im Bereich einer robusten und sicheren Kundenauthentifizierung (SCA) im Internet-Banking oder der obligatorischen KYC in Online Casinos geführt haben, sind das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entscheidungsprozesse über bereits bestehende Technologien. Der plötzliche und kometenhafte Aufstieg der KI ist jedoch genau das Gegenteil davon: Selbst ihre Erfinder sind sich nicht sicher, wie sie funktioniert.

Aus diesem Grund sind nach Ansicht von Entwicklern wie Altman dringende Maßnahmen erforderlich, um sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der KI auseinanderzusetzen. Altman geht davon aus, dass die einzelnen Regierungen weltweit nicht schnell genug handeln. Seine Rede hat zumindest mehrere große Nationen dazu veranlasst, an schnelle Maßnahmen zu denken und diese anzukündigen.

Die USA bekräftigten mehrfach, dass sie sich mit führenden europäischen Politikern in Schweden getroffen haben, um die KI-Regulierungen zu erörtern. Die anschließenden Erklärungen besagten, dass sie sich für die Einführung freiwilliger Verhaltenskodizes einsetzen werden. In China planen die Behörden Berichten zufolge die Einführung von KI-Vorschriften, wie Elon Musk, der in der Vergangenheit an OpenAI beteiligt war, feststellte.

Die Europäische Union hat sich jedoch als Vorreiter im Rennen um die Regulierung erwiesen. Das von ihr vorgeschlagene KI-Gesetz ist die bisher umfangreichste Gesetzgebung in diesem Themenbereich und könnte sich in den kommenden Jahren dramatisch darauf auswirken, wie die Welt zukünftig diese Technologie nutzen wird.

Das KI-Gesetz kurz erklärt

Das vorliegende KI-Gesetz unterteilt die KI in verschiedene Systeme, je nach ihrem Risikoniveau in drei verschiedene Kategorien. Einige KI-Systeme haben ein geringes Risiko und erfordern nicht viele Vorschriften. Für KI-Systeme mit hohem Risiko, wie selbstfahrende Autos oder medizinische Geräte, gibt es jedoch strenge Vorschriften, um sicherzustellen, dass diese sicher und verantwortungsvoll entwickelt wurden und zum Einsatz kommen.

Wenn das Gesetz verabschiedet wird, könnten Strafen für jene Unternehmen ausgesprochen werden, die sich nicht an die vorgegebenen Vorschriften halten, wobei hartnäckige Verstöße härter bestraft werden sollen.

Derzeit wird das Gesetz im Europäischen Parlament erörtert, und es wird einige Zeit dauern, bis es offiziell verabschiedet wird, obwohl einige Anzeichen dafürsprechen, dass dies bereits in naher Zukunft geschehen soll.

Werden andere große Nationen folgen?

Während die EU auf die Verabschiedung seines Gesetzesentwurf wartet, haben viele andere große Staaten dieser Welt noch nicht einmal eine Vorlage für ein notwendiges Gesetz ausgearbeitet.

In den Vereinigten Staaten wird derzeit über die Regulierung der künstlichen Intelligenz (KI) diskutiert, wobei der Schwerpunkt auf "ChatGPT" liegt, aber es wurde noch keine Einigung über die eingebrachten Vorschläge erzielt.

Die Entscheidungen in Bezug auf "ChatGPT" und die KI-Regulierung in den USA werden für die ganze Welt von Bedeutung sein und sie werden auch den Ton für den Umgang mit den KI-Risiken angeben, ohne die Weiterentwicklungen und die Innovationen in diesem Bereich zu behindern.

Die internationale Zusammenarbeit im Bereich der KI-Governance wird bereits in verschiedenen Foren erörtert, z. B. im Handels- und Technologierat zwischen den USA und der EU und im Global AI-Partnership.

China verfolgt einen anderen Ansatz, obwohl es nicht näher an der Verabschiedung einer offiziellen Regelung ist. Die von der chinesischen Regierung vorgeschlagene KI-Regulierung zielt darauf ab, den Einzelnen vor den Gefahren zu schützen und gleichzeitig die staatliche Kontrolle über Technologie- und Informationsökosysteme zu erhalten. Sie bevorzugt eine staatlich geführte Regulierung, was Bedenken hinsichtlich Unklarheit und Ermessensspielraum aufkommen lässt, und betont die Bedeutung starker Institutionen im Regulierungsprozess.

Doch trotz der individuellen Bemühungen der einzelnen Länder sind viele Technikexperten der Meinung, dass eine gemeinsame internationale Anstrengung der einzig gangbare Weg sein wird. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, ob sich die Welt Einigkeit zeigt oder jeder sein eigenes Süppchen kocht.

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