Tech-Blog: Carbon 1 Mk II im Test - Leichtgewicht

Karbon, den leichten industriell gefertigten Verbundstoff, kennt man vor allem aus der Automobilindustrie und dem Motorsport. Denn dort, wo es auf geringes Gewicht bei gleichzeitiger Haltbarkeit und Steifigkeit ankommt, ist Karbon gesetzt. So werden Monocoques in der Formel 1 oft aus Karbon gefertigt. Auch bei sportlicheren Autos sind mittlerweile viele Teile aus Karbon. Und sogar in der Luftfahrt wird der Stoff eingesetzt. Zum Beispiel in modernen Flugzeugen wie dem Airbus A380 oder der Boeing 787. Neben seiner Leichtigkeit ist das Material besonders leitfähig und widerstandsfähig.

Nach diesem kurzen Exkurs also zum Carbon 1. Dem ersten Smartphone, welches zum Großteil aus diesem superleichten Stoff gefertigt ist. Die Firma Carbon Mobile kommt aus Deutschland, die Geräte werden auch dort gefertigt und nicht in Asien. Das macht das Gerät nicht nur besonders, sondern natürlich auch etwas teurer als einen beliebigen Plastik-Bomber aus China. Aber wie schlägt sich das Gerät gegen die große Konkurrenz aus den USA und China? Ich habe es ausführlich getestet.

Design und Technik - ein WOW-Erlebnis!

Ich verfolge die Entwicklung des Geräts schon seit seiner Ankündigung vor ein paar Jahren. Es dann aber als Testgerät in den Händen zu halten war ein besonderes Feeling. Es ist mit Abstand das leichteste und flachste Gerät, das ich je als Smartphone in meine nicht kleinen Hände bekommen habe. Dazu sieht es extrem wertig aus und fühlt sich auch so an. Das Gefühl Karbon in Händen zu halten ist schwer zu beschreiben. Es fühlt sich nicht billig an wie Plastik, aber auch nicht kalt wie Glas. Die typischen Karo-Muster sind super stylish und ich hatte das erste Mal nicht den Wunsch das wunderschöne Gerät mit einem schnöden Cover zu schützen, denn Karbon ist extrem resistent gegen Kratzer und Brüche. Das gilt jedoch nicht für die Vorderseite, denn die ist natürlich aus Glas, beherbergt sie doch den Touchscreen. Aber sogar die Knöpfe sind aus Karbon, ja sogar die Sim-Nadel in der Verpackung. Einfach WOW!

Im Inneren des Geräts ist, ob der flachen Bauweise, wenig Platz, dafür hat Carbon Mobile aber ordentlich was untergebracht. Ein MediaTek Helio P95 wird von 8GB RAM und 256 GB Speicher flankiert. Das 6-Zoll Display ist ein 60 Hz-OLED-Panel und erweist sich im Test als farbecht, aber manchmal leider etwas zu dunkel, vor allem Outdoor im Sonnenschein. Die Bediengeschwindigkeit des Carbon 1 MK II ist aber hervorragend, auch weil die Software sehr nahe an Stock-Android ist. Der Fingerabdrucksensor ist seitlich zu finden und reagiert schnell und zuverlässig, leider ist er aber unterhalb des Power-Buttons und daher erwischt man manchmal den falschen Knopf. Auch die beiden Knöpfe für die Lautstärke sind sehr eng neben dem Power-Button. Hier hätte man das Layout etwas großzügiger gestalten können. Die beiden 16-Megapixel-Kameras auf der Rückseite leisten einen soliden Job ohne zu glänzen.  Die Selfie-Kamera ist mit einem 20-Megapixel Sensor ausgeführt. Der Akku ist mit 3.000 mAh, bauartbedingt, sehr klein ausgefallen. Laufzeitwunder ist das Carbon 1 Mk II damit nicht, ich musste es manchmal sogar zwischenladen. Ladegerät liegt übrigens keines bei, nur ein hochwertiges USB-C auf USB-C Kabel. Carbon verspricht Schnellladen (50 % in 30 Minuten). Diesen Wert kann ich verifizieren (25W Ladegerät).

Die Software ist sehr clean und ohne Bloatware und damit sehr nahe am puren Android-Erlebnis. Zum Testzeitpunkt war noch Android 10 am Smartphone, das Update auf Android 11 ist jedoch angekündigt und sollte bald ausgerollt werden.

Fazit - ein Designstück!

Das Carbon 1 Mk II ist kein Smartphone für jedermann/frau. Es ist ein extrem wertig designtes Stück Technik, welches sich an Enthusiasten richtet. Das im Gehäuse verwendete Karbon ist nicht nur extrem hochwertig, sondern auch sehr schön verarbeitet. Damit schaffen es die neuen Smartphone-Bauer aus Deutschland ein Gerät mit 125 Gramm Gewicht und einer "Dicke" von nur 6,3 Millimeter herzustellen.

Die Technik entspricht aber einem Gerät der Mittelklasse und wäre in anderen Geräten bereits um rund 250 Euro erhältlich. So ein Gerät ist dann aber ein billiger Plastikbomber aus China und kein Designstück aus Deutschland. Das Carbon 1 Mk II kostet nämlich 800 Euro UVP. Dafür bekommt man eines der leichtesten und schönsten Geräte, das es derzeit am Markt gibt. Punkt. Und auch die Technik leistet gute Arbeit. Das Gerät kommt bei keiner Tätigkeit ins Schwitzen und läuft sehr gut. Einzig bei der Akkulaufzeit müssen Power-User Abstriche machen. Hier hilft es, eine Power-Bank mitzuhaben. Normale User können es mit dem Gerät durchaus über den Tag schaffen.

Aja und habe ich schon erwähnt, dass das Carbon-Zeichen auf der Rückseite leuchtet? Nein? Das ist ein wirklich tolles Gimmick, leuchtet es doch in verschiedenen Farben. Beim Laden z.B. rot! Extrem unnötig, aber extrem geil!

Das Carbon 1 Mk II bekommt von mir für herausragendes Design und wertige Verarbeitung 8 von 10 Bewertungspunkte. Es ist ein Einhorn im Einheitsbreit von Glas- und Plastikgeräten und ich hoffe wir werden noch das Carbon 2 und 3 und 4 usw... sehen.

Bis zum nächsten Mal!

Mehr Fotos:

Hinweis: Das Testgerät wurde mir von Carbon Mobile für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Der Testbericht entsteht unabhängig und wird vor Veröffentlichung nicht an Carbon Mobile zur Freigabe gesendet.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 24.08.2021