Ist er verliebt? Was die Körpersprache über seine Gefühle verrät

Nach knapp 25 Dienstjahren als FBI-Agent ist Joe Navarro ein Meister, wenn es darum geht, nonverbale Kommunikation zu entschlüsseln und weiß ganz genau, was unsere Gesten über uns verraten. Heute unterrichtet er an Universiäten, berät amerikanische Geheimdienste und ist als Autor tätig. In seinem neuen Buch "Die Körpersprache des Datings" erklärt Navarro, was die Gesten Ihres Liebsten über seine Gefühle preisgibt.

Die Augen

Tatsächlich sagen Blicke sagen oft mehr als tausend Worte und bei Liebespaaren behauptet man zurecht, dass sie den Blick einfach nicht voneinander abwenden können. An den Augen eines Menschen lässt sich aber auch ablesen, dass etwas nicht stimmt: Dazu zählen unter anderem das Vermeiden von Blickkontakt, Augenrollen- und Zucken oder das Zusammenkneifen von Augen bei der Erwähnung eines bestimmten Themas. Ein starrer Blick kann für Sorge oder Verzweiflung stehen. Verächtliches oder gleichgültiges Starren kann Ausdruck widerstreitender Gedanken und Gefühle sein.

Zusammengepresste Lippen

Auch der Mund eines Menschen verrät viel über seine emotionale Lage. So erkennt man ein falsches Lächeln daran, dass die Aktivierung der Augenmuskeln ausbleibt. Wenn sich ein Mann entspannt fühlt, sind seine Lippen darüber hinaus entspannt, voll und gut durchblutet. Schwindet die Zufriedenheit, kann man es einer Person ebenfalls am Mund ablesen: Werden die Lippen zusammengekniffen, ist es häufig ein Zeichen von Stress oder Nervosität. Extreme Formen von Stress bewirken, dass sich die Mundwinkel zusätzlich nach unten verziehen. Das merkt man auch beim Küssen: Schwinden die Gefühle, werden auch die Küsse distanzierter und kühlen im wahrsten Sinne des Wortes ab: Die Lippen werden schmaler, was eine schlechtere Durchblutung bewirkt.

Lippenschürzen

Schürzt jemand seine Lippen, deutet er an: „Ich denke an etwas anderes“ oder „Ich mag dich nicht“. Schürzt ein Mann seine Lippen, wenn Sie den Raum betreten, ist es ein Anhaltspunkt dafür, wie er zu Ihnen steht. Wer auf dieses Körpersignal achtet, kann außerdem unangenehme Themen erkennen und vermeiden und sich Gesprächen widmen, die im Gegenüber positive Gefühle auslösen.

Abfälliges Grinsen

Abfälliges Grinsen ist ebenfalls Warnsignal für versteckte Konflikte. Psychologen haben herausgefunden, dass Beziehungen, in denen sich ein Mann einer Frau gegenüber verächtlich verhält (was sich unter anderem in abfälligen Bemerkungen und hämischem Grinsen zeigt) eher zum Scheitern verurteilt sind.

Nasenkräuseln

Wir rümpfen die Nase schon in der Kindheit, wenn wir Misstrauen oder Abscheu zum Ausdruck bringen. Als Erwachsener tun wir dies immer noch, nur wesentlich kürzer. Auch wenn bei einem Date ein unangenehmes Thema angesprochen wird, kräuseln wir die Nase. Selbst wenn Ihr Gegenüber Ihnen bei etwas zustimmt, kann Nasenkräuseln ein Indiz dafür sein, was er wirklich von dem Thema hält – und vielleicht nur einen Streit vermeiden möchte.

Berührungen mit den Handflächen

Wenn keine tiefere Bindung zwischen uns und einer Person besteht, berühren wir diese nur mit Fingerspitzen oder sehr flüchtig. Fühlen sich Menschen miteinander wohl, greifen Sie sich mit den ganzen Handflächen an. Berührt er Sie mit der Handfläche, sind seine Hände warm und entspannt und die Finger gespreizt, ist es ein Zeichen dafür, dass er sich bei Ihnen gut fühlt.

Verschränkte Finger

Steht jemand unter Anspannung, zeigt sich das oft daran, dass er seine Handflächen und Finger aneinander reibt. Stress, Unbehagen, Bedenken und Ängste, die man nicht in Worte fassen kann, können sich im Verschränken und Kneten der Hände zeigen. Dieses Verhalten legen häufig auch Personen an den Tag, die bei einer Lüge oder einer Täuschung ertappt werden.

Füße

Auch die Füße sollte man bei der Deutung von Körpersignalen nicht unterschätzen. „Während wir unser Gesicht verziehen und eine Art Maske aufsetzen können, sind unsere Füße immer ehrlich“, erklärt Navarro in einem Interview. So ist an den Füßen auch zu erkennen, ob sich jemand bei uns wohl fühlt. Empfindet er Behaglichkeit, erlauben seine Füße Nähe und Berührungen. Fühlt sich ein Mann zu Ihnen hingezogen, nähern sich seine Füße Ihnen freiwillig. Paare, die sich von einander entfernen, gehen hingegen auch mit ihren Füßen auf Distanz.

Zu- und Abwenden

Fühlt sich jemand in einer Situation wohl, dreht er sich der Quelle dieses Wohlgefühls mit offenen Armen zu. So bringen wir Vertrauen zum Ausdruck, machen uns aber auch angreifbar. Gleichzeitig ist das sogenannte ventrale Zuwenden eine Respektbekundung. Dingen, die uns interessieren, wenden wir uns zu. Dreht uns jemand seinen Rücken zu, ist es aber ein Distanzverhalten. Von Dingen, die uns abstoßen oder uns Unbehagen bereiten, wenden wir uns nämlich ab. Auch wenn jemand seine Arme schützend vor seine Brust hält, kann es ein Zeichen dafür sein, dass er sich nicht wohl fühlt.

Hals berühren

Wenn wir jemanden mögen, recken wir den Hals nach ihm. Wer seinen Kopf zur Seite neigt, offenbart außerdem seinen empfindlichsten Teil. Fühlt man sich unwohl, versucht man seinen Hals durch Berührungen zu schützen. Bereits ein leichtes Berühren des Halses mit den Fingern (oder das Lockern des Hemdkragens, um sich Luft zu verschaffen) kann ein Ausdruck von Stress oder Besorgnis sein.

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Autor: Elisabeth Spitzer, 02.06.2015